31.01.2026 / Anstoß - Gedanken zum Tag

Für das Gute leiden müssen?

und dass er begraben worden ist; und dass er auferweckt worden ist am dritten Tage nach der Schrift;

1. Korinther 15,4

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Ich finde es schon komisch, wenn in meiner oder der jüngeren Generation über Leiden gesprochen wird. Häufig verbinde ich nämlich das Stichwort Leiden mit Dingen, die sind für mich zwar schlimm, aber auf die Gesamtwelt gesehen sind sie ein Luxusproblem.

In meinem Umfeld spreche ich häufig von „Jammern auf dankbarem Niveau“. Denn wirkliches Leid musste ich Gott sei Dank noch nie erleben. Ja, natürlich leidet man mit, wenn die Kinder krank sind. Oder wenn ein schwerer Unfall geschieht.

Aber ich musste noch nie wirklich leiden, weil ich etwas Gutes getan habe. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass gute Taten strafbar sind. Aber das ist vermutlich naiv.

Petrus, ein enger Weggefährte und Freund von Jesus, hat vor knapp 2.000 Jahren in einem Brief an die Christen seiner Zeit geschrieben:
„Hättet ihr irgendeinen Grund, stolz zu sein, wenn ihr wegen einer Verfehlung bestraft werdet und die Schläge standhaft ertragt? Aber wenn ihr leiden müsst, obwohl ihr Gutes tut, und dann standhaft bleibt – das findet Gottes Anerkennung.“

Gottes Anerkennung, weil ich für das Gute Leid ertragen muss? Das klingt erstmal sehr fremd und nicht erstrebenswert. Jedoch kenne ich genug Geschichten aus christlichen Organisationen weltweit, wo genau das geschieht. Da werden Menschen festgenommen und eingesperrt, weil sie anderen von der Liebe Jesu Christi erzählen.

Das spannende daran ist wieder einmal: Gott handelt anders, als ich es als Mensch tun würde. Er sieht das Leid, welches entsteht, wenn man in seinen Augen etwas Gutes tut.

Wie schaut es bei Ihnen aus? Scheuen Sie sich davor Gutes zu tun, weil es unbequem werden könnte? Dann lassen Sie uns gemeinsam lernen, unsere Anerkennung nicht nur bei Menschen zu suchen.  

Autor/-in: Bernd Kortmann