21.10.2026 / Wort zum Tag
Für Brot beten?
Unser tägliches Brot gib uns heute.
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Unser tägliches Brot gib uns heute!
Heute Morgen habe ich ein leckeres Müsli gegessen und dazu einen schönen Kaffee getrunken. So starte ich gerne in den Tag. Am Wochenende gehe ich zum Bäcker und kaufe Brötchen und ein frisch gebackenes Brot für die kommende Woche. Ich bitte Gott nicht jeden Tag um das tägliche Brot. Denn in meinem Brotkorb habe ich immer Brot, Toast oder Knäckebrot vorrätig.
Umso wichtiger ist es, immer wieder das Vaterunser zu beten. Jesus hat seine Jünger gelehrt, sich jeden Tag neu bewusst zu machen, dass es der Vater im Himmel ist, der uns das gibt, was wir zum täglichen Leben brauchen. Darum brauchen wir uns eigentlich keine Sorgen darum zu machen, was heute oder morgen sein wird.
Eigentlich! Warum nur mache ich mir täglich so viele Sorgen? Jesus weiß, dass wir uns tagtäglich um Dinge sorgen, um die wir uns eigentlich nicht sorgen sollen: Was soll ich anziehen? Wie sehe ich aus? Wie wird der Tag? Werde ich das alles schaffen? Was gibt es heute zu essen? Was muss ich noch besorgen? Kann ich mir das überhaupt leisten? Immer wieder dieselben Fragen. Täglich grüßt das Murmeltier.
Darum versucht Jesus mit Gleichnissen aus der Natur deutlich zu machen, dass der Schöpfer allen Lebens nicht nur die Lilien schön kleidet und die Vögel am Himmel versorgt, sondern auch mich und Sie. Es geht also im Grunde um Vertrauen in Gottes Fürsorge. Das ist unser tägliches Brot. Vertrauen. Wir sind täglich darauf angewiesen, dass Gott uns durch den Tag begleitet und in kritischen Situationen ermutigt und Zuversicht gibt.
Jesus weiß natürlich, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebt, sondern eben auch von Gottes Zuspruch und Fürsorge (vgl. 5. Mose 8,3). Unabhängig davon, was um uns herum passiert, brauchen wir die Gewissheit, dass uns Gott immer so viel Kraft gibt, wie wir brauchen – nicht mehr und nicht weniger. So war es auch in der Wüste Sinai, als das Volk Israel täglich Manna, das vom Himmel herabkommende Brot, aufsammelt und es jeden Tag neu für alle reicht. In dem Moment, als das Volk damit beginnt, einen Vorrat anzulegen, funktioniert das nicht.
So ist es auch mit meinem Vertrauen. Ich kann keinen Vorrat anlegen. Ich bin tagtäglich herausgefordert, um mein tägliches Brot und das nötige Vertrauen zu bitten. Das sollte ich am besten früh am Morgen tun, wenn ich mein Müsli oder ein Brötchen mit Honig esse. Um es noch einmal deutlich zu sagen: Ja, ich bin dankbar, dass ich in Deutschland lebe und es an jeder Ecke einen Bäcker und so viele verschiedene Brotsorten gibt.
Doch mir ist auch bewusst, dass den Landwirten in unserem Land die große Trockenheit in den Sommermonaten große Sorgen bereitet hat. Während wir also hierzulande vielleicht über höhere Preise für Lebensmittel klagen, leiden dem Welthungerbericht der UN zufolge etwa 645 Millionen Menschen Hunger. Das ist ungefähr jeder zwölfte Mensch weltweit. Gleichzeitig werden in Deutschland täglich rund 30.000 Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Unfassbar. Seit kurzem versuchen wir mittels einer App Lebensmittel zu retten, die ansonsten tatsächlich weggeworfen werden. Und Gott sei Dank gibt es die Tafel, wo täglich hilfsbedürftige Menschen mit geretteten Lebensmitteln versorgt werden. Auf diesem Hintergrund kann ich diese Bitte „Unser tägliches Brot gib uns heute“ eigentlich nicht so daher sagen. Ich fühle mich mitverantwortlich dafür, jeden Tag neu darauf zu achten, was ich von dem weitergeben kann, was ich empfangen habe – im Vertrauen darauf, dass es am Ende des Tages wieder reichen wird und Gott für mich sorgt.