17.04.2024 / Anstoß - Gedanken zum Tag

Für alle

So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen,

1.Timotheus 2,1

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Wenn ich den Briefkasten leere, interessieren mich zuerst die direkt an mich adressierten Briefe. Eine Postwurfsendung mit der Anschrift „Für alle Haushalte“ landet gleich im Papierkorb. Es handelt sich vermutlich um ein Pauschalangebot, das zwar für alle gilt, aber nicht für mich persönlich zugeschnitten ist.

Ähnlich pauschal erscheint mir auch, was der Apostel Paulus seinem Freund und Mitarbeiter Timotheus geschrieben hat. Im 1. Timotheusbrief Kapitel 2 Vers 1 lese ich:

„Zuerst und vor allem bitte ich euch, im Gebet für alle Menschen einzutreten: Bringt eure Wünsche, Fürbitten und euren Dank für sie vor Gott.“

Ist das Gebet „für alle Menschen“ nur eine allgemeine Geste für die rund 8 Milliarden Menschen dieser Welt oder steckt mehr dahinter?

Paulus ermutigt und motiviert mich, dass ich im Gebet Verantwortung übernehme: Stellvertretend für andere Menschen zu Gott komme. Gutes für sie erbitte und für ihre Anliegen und Nöte eintrete. Dabei will ich nicht vergessen, Gott für die Menschen zu danken, die er liebt und die seine Fürsorge benötigen.  

Beten für alle ist kein pauschales Ritual. Aber die Reichweite des Gebets ist universal, weil Gottes Liebe alle Menschen einschließt. In Jesus wird diese Liebe konkret und persönlich erlebbar.

Gottes Angebot gilt ausnahmslos jedem, deshalb sollte auch mein Gebet vor niemandem halt machen. Denn wer hätte nicht nötig, dass heute für ihn gebetet wird?

Autor/-in: Ellen Hörder-Knop