13.11.2021 / Anstoß - Gedanken zum Tag
Frei im Gefängnis
Dem, der überschwänglich tun kann über alles hinaus, was wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die in uns wirkt, dem sei Ehre in der Gemeinde und in Christus Jesus durch alle Geschlechter.
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Eine verrückte Geschichte, geradezu paradox. Der Apostel Paulus steckt im Gefängnis. Hineingeraten ist er dort wegen seines Glaubens an Jesus Christus.
Nun müsste man meinen, dass für Paulus eine Welt zusammenbricht. Ausgerechnet wegen seines Glaubens wird er verfolgt. Wäre Gott ihm nicht eine Belohnung schuldig als Antwort auf seinen Glauben? Hätte er nicht ein sorgenfreies, unbehelligtes Leben verdient?
Doch genau solche Fragen stellt Paulus nicht. Vielmehr macht der Gefängnisaufenthalt seinen Glauben noch stärker. Und so schreibt Paulus aus dem Gefängnis an die christliche Gemeinde in Ephesus:
"Gott kann viel mehr tun, als wir uns jemals von ihm erbitten oder nur vorstellen können. So groß ist seine Kraft, die in uns wirkt. Deshalb wollen wir ihn mit der ganzen Gemeinde loben und preisen."
Was für ein Perspektivwechsel. Paulus selbst sieht sich in einem größeren Zusammenhang. Seine Aufgabe ist es, Glauben weiterzugeben. Einen Glauben, der sich in Krisen bewährt, und sich gerade nicht auf Schönwetterperioden beschränkt.
Paulus schaut nicht auf seine akute Situation, sondern er richtet seinen Blick auf Gott, der über allem steht. Das macht Paulus stark, das macht ihn frei. Sogar hinter Gefängnismauern.