26.06.2026 / Anstoß - Gedanken zum Tag

Fehlurteil

Zu der Zeit kam die Kunde von Jesus vor den Landesfürsten Herodes. Und er sprach zu seinen Knechten: Das ist Johannes der Täufer; er ist von den Toten auferstanden, und darum wirken solche Kräfte in ihm.

Matthäus 14,1-2

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Eine Freundin erzählt mir von einer Person und ich denke: Das kann nur Birgit sein. Als ich ihren Namen nenne, werde ich korrigiert: „Nein, die Person hat sich mir mit Barbara vorgestellt.“ Fehlurteil von mir. 

Oft treffen bestimmte Verhaltensweisen auch auf andere Personen zu. Ob ein König urteilsfähiger ist als ich? 

Vor fast 2000 Jahren fällt Herodes Antipas, König in Israel, ein Urteil. Im Matthäusevangelium, Kapitel 14, in den Versen eins und zwei wird dies öffentlich: „Als Herodes Antipas von Jesus hörte, sagte er zu seinen Ratgebern: „Das muss Johannes der Täufer sein, der von den Toten auferstanden ist! Darum kann er solche Wunder tun.“ 

Herodes Antipas liegt genauso falsch wie ich mit Birgit. Jesus weist sich mit den Wundern als Messias aus. Als der Sohn Gottes, der mich vor dem Ertrinken in meinen Fehlurteilen rettet. Johannes der Täufer hat Jesus angekündigt. Er hat die Leute auf eine Begegnung mit Jesus vorbereitet. Doch Johannes ist tot. Jesus lebt. Jesus mit Johannes zu verwechseln, ist ein Fehlurteil. 

Wieso kommt Herodes zu dem falschen Urteil? Ob er sich fragt: „Habe ich einen Fehler gemacht, als ich Johannes enthaupten ließ? Hat Johannes doch Recht gehabt, als er mich wegen meines Ehebruchs kritisiert hat? Rächt er sich jetzt an mir?“ 

Solche Fragen möchte ich mir ersparen. Deshalb will ich mit meinen Urteilen vorsichtig sein. Vorbehaltlos in die Begegnung mit anderen Menschen gehen und auf Überraschungen gefasst sein. 

Autor/-in: Pastorin Elke Drossmann