22.01.2024 / Bibel heute
Falsche Enthaltsamkeit
Der Geist aber sagt deutlich, dass in den letzten Zeiten einige von dem Glauben abfallen werden und verführerischen Geistern und Lehren von Dämonen anhängen, verleitet durch Heuchelei der Lügenredner, die ein Brandmal in ihrem Gewissen haben. Sie gebieten, nicht zu heiraten und Speisen zu meiden, die Gott geschaffen hat, dass sie mit Danksagung empfangen werden von den Gläubigen und denen, die die Wahrheit erkannt haben.[...]
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„Dies gebiete und lehre“ – was war das doch gleich? Ich zitiere: „Wir <hoffen> auf einen lebendigen Gott ..., der ein Retter aller Menschen ist“. „Ein Retter aller Menschen“ - klingt großartig! „Ein Retter aller Menschen“ heißt es doch da ... wer sehnt sich nicht danach?! Damit wäre doch unser größtes Problem erledigt! Und dann: „Ein Retter aller Menschen“ – keiner ist ausgenommen; klar, dann bin auch ich gemeint. Nichts wie hin zu diesem Gott! Und: diese Nachricht muss unter die Leute! Alle sollen das wissen, alle sollen gerettet werden! „Timotheus, sag es bloß allen!“ „Dies gebiete und lehre!“ Natürlich besteht Paulus darauf, dass Timotheus das tut! Von so einem Gott kann man doch nur schwärmen: von einem „lebendigen Gott ... der ein Retter aller Menschen ist“! Und wenn Timotheus den kennt – wieso schwärmt er dann nicht von ihm? Wieso muss Paulus ihn auffordern: „Dies gebiete und lehre!“?
Frage an uns, die wir diesen Gott kennen: schwärmen wir von unserem Gott, dem Gott der Bibel? Der uns doch errettet hat!? Errettet aus der Gott-losigkeit, zu einem Leben mit diesem Schöpfer von Himmel und Erde!? Und das in alle Ewigkeit, also über den Tod hinaus!?
Paulus kannte Gott, den Schöpfer, den „Retter aller Menschen“. Und er war begeistert von ihm. Diese Begeisterung wünscht er sich auch für Timotheus. Jahrelang waren sie gemeinsam unterwegs gewesen. Alles, was Paulus von Gott wusste, hat er Timotheus beigebracht. Und hat ihm vorgelebt, was er predigte. Besser als Timotheus kann man es nicht haben. (Manchmal war ich neidisch auf ihn ...) Und dann doch dieser Brief.
Christsein im Alltag
Im Alltag als Christ gibt es eben auch das andere. Sie haben es eingangs gehört. Ich nenne es 'Alltagssumpf'. Dort bleibt meine Begeisterung für Gott allzu oft stecken. Bei Manchem scheint sie erstickt zu sein. Dabei stimmt es doch: Gott hat uns errettet! Und der Glaube an Ihn trägt im Alltag. Er ist verlässlicher Beistand in Krankheit und Leid. Das habe ich selbst erlebt - bei Scheidung und Herzinfarkt. Gott gibt eine Perspektive für die Ewigkeit. Aber es stimmt eben auch, dass es „betrügerische Geister“ gibt und „Lehren von Dämonen“. Ihnen zu begegnen, bedeutet Kampf. Das kostet Kraft. Je länger desto abgenutzter fühle ich mich. Längst nicht jede Irrlehre ist so schnell zu durchschauen, wie das Verbot zu heiraten. Paulus ging Timotheus gegenüber darauf gar nicht ein. Wohl aus diesem Grund. Aber „Lehren von Dämonen“ machen den Gläubigen seit dem Alten Testament zu schaffen. Damals war es der Götzendienst. In unserem Text hören wir von Speise-Verboten. Näheres ist nicht beschrieben. Jüdische Irrlehrer versuchten immer wieder, Christen von Jesus wegzuziehen. Das wissen wir von anderen Briefen des Paulus. Dabei ging es auch ums Essen. Wie viel Mühe hat Paulus mit diesen Leuten gehabt! Und wie leicht ließen sich die Christen verführen!
So warnt auch in unserem Text der Heilige Geist: „etliche <werden> vom Glauben abfallen“. Schrecklich! Diesem wunderbaren Gott kehren Christen den Rücken. Dem „lebendigen Gott ..., der ein Retter aller Menschen ist“! Weil sie durch Einhalten von Speisevorschriften selbst heilig werden wollen! Und so das Kreuz von Christus entwerten. Kein Wunder, dass Paulus und Timotheus dagegen ankämpfen! Paulus weist auf die gute Schöpfungsordnung Gottes hin. Er schreibt Timotheus: „Jedes Geschöpf Gottes ist gut und nichts verwerflich, wenn es mit Danksagung genommen wird“. Paulus wird nicht müde, auf Gottes Wort zu verweisen. Dort ist das Gegenmittel für jede Irrlehre zu finden. Ganz gleich, um welches Thema es sich handelt. Und noch etwas ist Paulus wichtig: das gute Vorbild von Timotheus! Das kann und soll den Christen helfen. Timotheus selbst soll aus Gottes Wort leben. Sich regelrecht nähren „durch die Worte des Glaubens“. Sie stellen eine „gute(n) Lehre“ dar. Dadurch werden die Gläubigen in Ephesus widerstandsfähig gegen Irrlehren.
Gottseligkeit
Im Weiteren spricht Paulus ein Stichwort an, das mir sehr gefällt: „Gottseligkeit“. Klingt ein wenig altbacken, zugegeben. Aber ich liebe es! Es verbindet zweierlei, das mir sehr viel bedeutet: Glaube an Gott und meine Seligkeit. Von Gott bin ich begeistert! Und meine Seligkeit ist mir lebenswichtig. Gottseligkeit ist ein anderes Wort für Frömmigkeit – beides meint ein auf Gott ausgerichtetes Leben. Gott hat Einfluss auf so ein Leben. Und das wünsche ich mir für mich. Gottseligkeit bei den Christen - dafür „arbeiten und kämpfen“ Paulus und Timotheus. Wer so lebt, achtet nicht auf „unheilige Fabeln“, wie es im Text heißt. Damit sind ungeistliche Behauptungen und Spekulationen gemeint. Gottseligkeit orientiert sich stattdessen an der Bibel. Denn wie sagt Paulus: „Das Wort ist gewiss und aller Annahme wert“. In seinem Leben als Apostel und Missionar hat er das bewährt gefunden. Das soll Timotheus nützen. Und den Gemeinden in Ephesus und Umgebung.
Ich komme zurück auf meine Frage vom Anfang: Schwärmen wir von unserem Gott? Und ich erweitere sie jetzt: Was bedeutet mir Gottseligkeit? Anders gefragt: Wie viel Einfluss hat Gott auf mein Leben? Wir mögen keine geistlichen Leiter sein wie Timotheus. Dennoch hat unser Leben Einfluss. In der Gemeinde. Aber nicht nur dort. Vielleicht sind wir die einzigen ernsthaften Christen, denen unsere Nachbarn je begegnen. Oder unsere Kollegen, Verwandten, die Person an der Kasse oder in der Auto-Werkstatt ... Was, wenn sie uns von Gott begeistert erleben? Wenn Gott Einfluss hat auf unser Leben? Wenn Er durch uns andere segnen kann? Wir haben „einen lebendigen Gott ..., der ein Retter aller Menschen ist“! Dieser Gott liebt Sie und mich. Er will Sie neu für sich begeistern. Lassen Sie sich dazu ermutigen! In der Vorbereitung auf diesen Beitrag habe ich genau das erlebt.