21.12.2024 / Aktuelles vom Tag
Entsetzen, Trauer und Anteilnahme
Reaktionen aus den Kirchen auf den Anschlag in Magdeburg
„Der menschenverachtende Anschlag von Magdeburg macht uns fassungslos.“
Mit diesen Worten beginnt das gemeinsame Statement der Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin Kirsten Fehrs, und des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing. Sie reagieren damit auf den Anschlag, den ein 50-jähriger Arzt und Islamkritiker aus Saudi-Arabien am Freitagabend auf dem Weihnachtsmarkt in Magdeburg verübt haben soll. Dabei sind vier Frauen und ein 9-Jähriger Junge ums Leben gekommen, 200 Menschen wurden verletzt.
Weiterhin erklären die beiden Kirchenoberhäupter:
„Als Kirchen trauern wir mit den Angehörigen der Opfer dieses furchtbaren Angriffs und beten für die Verletzten und die Verstorbenen sowie für deren Angehörige, die jetzt um ihre Liebsten bangen. So viele unschuldige Menschen sind dieser sinnlosen Gewalt unmittelbar vor dem Weihnachtsfest zum Opfer gefallen.“
Das gleiche Entsetzen ist in vielen Reaktionen zu spüren. Die Evangelisch-Freikirchliche Christus-Gemeinde Magdeburg hat auf ihrer Webseite ein Statement zum Anschlag veröffentlicht, in dem sie zum Gebet und zur Anteilnahme aufrufen:
„Wir Menschen sind betroffen - direkt oder indirekt. Jeder geht anders mit dieser Situation um. Jeder ist anders betroffen. In diesem Moment können wir Kraftquelle für Andere sein. In unseren Familien. Bei einer Kranzniederlegung an der Kirche. Im gemeinsamen Gebet mit Betroffenen.“
Ansgar Hörsting, Pastor der Freien Evangelischen Gemeinde in Magdeburg, berichtet davon, dass ein Gemeindemitglied den Anschlag live miterlebt hat, es unter ihren Gemeindegliedern aber nicht zu direkten Opfern gekommen ist. Auch er ruft zum Gebet auf: „Betet vor allem für die vielen, die jetzt in der akuten Not helfen, die Pflegekräfte usw., für die, die um ihr Leben kämpfen oder schon Leben verloren haben und ihre Angehörigen.“
Auf der Seite des Evaneglischen Kirchenkreises Marburg findet sich ein Gebet unter dem Titel „Magdeburg weint“. Im Gebet wird die Fassungslosigkeit ausgedrückt, die viele Magdeburger angesichts des Anschlags empfinden:
„Jedes Wort fällt uns schwer. Entsetzliches ist passiert. So viel Leid. Wir kommen zu dir, Gott. “
Dass dieser Anschlag mitten in der Adventszeit verübt wurde, auf einem Weihnachtsmarkt, macht viele Kirchenmitglieder besonders betroffen. So äußert Oberkirchenrat Christoph Stolte, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Mitteldeutschland, seine Betroffenheit mit folgendem Statement in einer Pressemitteilung: „Abermals ein furchtbarer Anschlag eines Einzeltäters auf einem Weihnachtsmarkt, kehrt die Botschaft von Frieden und Hoffnung vermeintlich in ihr Gegenteil. Gerade jetzt müssen und können wir einander helfen, den Opfern, ihren Angehörigen und den vielen Helfern in Magdeburg beistehen und die Not lindern.“
Die Diakonie hat auch ein Spendenkonto eingerichtet, um die Opfer des Anschlags zu unterstützen.
Am Samstagabend wurde ein ökumenischer Gedenkgottesdienst für die Opfer abgehalten und um 19:04, der Uhrzeit, an dem tags zuvor der Anschlag verübt wurde, waren in Magdeburg und Umgebung die Kirchenglocken zu hören, zum Gedenken an die Opfer. Außerdem haben viele Kirchen und Gemeinden angekündigt, ihre Räume zu öffnen. So wird an der Magdeburger Johanniskirche ein Team Notfallseelsorgerinnen und Seelsorger für Gespräche bereitstehen und heute, am Sonntag, wird das Gotteshaus von 10 bis 17 Uhr offen sein. Auch der Magdeburger Dom wird heute seine Türen öffnen, damit Menschen dort in Stille und mit Kerzen ihre Anteilnahme ausdrücken können.