09.07.2023 / Anstoß - Gedanken zum Tag

Eintracht ganz ohne Fußball

Ist nun bei euch Ermahnung in Christus, ist Trost der Liebe, ist Gemeinschaft des Geistes, ist herzliche Liebe und Barmherzigkeit, so macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und einträchtig seid.

Philipper 2,1-2

Ihr Browser unterstützt HTML5 Audio nicht!

Wenn Menschen von der Eintracht sprechen, reden sie meistens über: Fußball. Ob Eintracht Frankfurt, Braunschweig oder sogar die Eintracht Wetzlar – wer Erfolg im Mannschaftssport haben möchte, braucht Zusammenhalt. Kein Wunder also, dass sich so mancher Fußballverein dieses Prinzip in den Namen geschrieben hat. 

Der Apostel Paulus schreibt auch über die Eintracht – meint damit allerdings nicht die Diva vom Main. In einem Brief an die Kirche in der mazedonischen Stadt Philippi fordert er die Christen vor Ort auf, Eines Sinnes zu sein, gleiche Liebe zu haben, einmütig und einträchtig zu sein. Nachzulesen ist das im Philipperbrief 2,2. 

Paulus hat die Kirche in Philippi gegründet, ihn verbindet mit den Menschen vor Ort eine langjährige Freundschaft. Warum ist es ihm so wichtig, dass die Mitglieder der Kirche fest zusammenhalten? Geht es ihm um Gleichmacherei, wenn er davon spricht, dass sie „eines Sinnes“ sein sollen? Ich glaube, nicht. 

Mir hilft hier die Gedankenbrücke zum Fußball, um Paulus Anliegen besser zu verstehen. Wenn ein Trainer vom Teamgeist spricht, meint er eben nicht, dass jeder Spieler die gleiche Meinung haben muss, oder den gleichen fußballerischen Stil. Vielmehr geht es darum, dass sich unterschiedliche Menschen auf ein Ziel einigen – und mit ihrem Talent und Persönlichkeit dazu beitragen, diese gemeinsame Strategie auf dem Rasen umzusetzen. 

Wenn Menschen zusammenkommen ist es gut, wenn nicht alle gleich denken, fühlen oder handeln. Eintracht heißt nicht Gleichmachung. Entscheidend ist: haben wir ein gemeinsames Ziel vor Augen? Und – persönlich gefragt - bin ich bereit mit dem, was ich mitbringe, mich auf dieses Ziel auszurichten?  

Autor/-in: Tanja Rinsland