05.04.2026 / Bibel heute
Eine Überraschung am Ostermorgen
Am ersten Tag der Woche kommt Maria Magdalena früh, als es noch finster war, zum Grab und sieht, dass der Stein vom Grab weggenommen war. Da läuft sie und kommt zu Simon Petrus und zu dem andern Jünger, den Jesus lieb hatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den Herrn weggenommen aus dem Grab, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben. Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus, und sie kamen zum Grab.[...]
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Überraschung am Ostermorgen – damals und heute
Nach über 45 Jahren bleibt mir eine EC-Jugendfreizeit zu Ostern gut in Erinnerung. Am Ostermorgen um 8 Uhr wurde es etwas unruhig. Worte wie – „Was soll das denn?" – „Wer kommt auf solch eine verrückte Idee?" – „Weg damit!" – schallten aus den Schlafzimmern der Jugendlichen. Ich hatte nachts zuvor vor jeder Schlafzimmertür ein Banner gespannt. Darauf stand: „Der Herr ist für Dich auferstanden!" Ob diese Botschaft ankam, bezweifle ich ein wenig. Eines wurde mir deutlich: Überrasche am frühen Sonntagmorgen keinen Teenager im Schlafanzug.
An dem ersten Ostermorgen vor ca. 2000 Jahren sind es Frauen, die im Morgengrauen eine Überraschung erleben. Der Evangelist Johannes erzählt den Ostermorgen gegenüber den anderen drei Evangelisten ein wenig anders. Die Hauptaussage aller Berichte ist allerdings deckungsgleich. Denn alle vier Evangelisten sind sich einig: Jesus, der Gekreuzigte, ist von den Toten auferstanden. Im heutigen Bibelabschnitt hält Johannes die Erscheinung Jesu noch zurück. Dies erfahren wir erst im nächsten Abschnitt ab Vers 11. Gedanken dazu werden dann im zweiten Teil morgen im „Bibel heute"-Beitrag zu hören sein.
Maria Magdalena am leeren Grab
Bleiben wir vorerst im ersten Teil, von dem Johannes berichtet. Dass die Frauen Jesus mit wohlriechenden Ölen einbalsamieren wollen, erwähnt Johannes hier nicht. Seine Berichterstattung fällt an dieser Stelle sehr kurz aus. Johannes konzentriert sich mehr darauf, wie Maria Magdalena den Ostermorgen erlebt. Als Maria am Ostermorgen das Grab erreicht, traute sie ihren Augen nicht. Das Grab von Jesus war bereits geöffnet. Ich kann mir gut vorstellen, welche Fragen Maria gestellt hat. Wer hat den Stein vorzeitig weggerollt? Wer kommt auf solch eine kuriose Idee, einen Leichnam zu stehlen? Wohin haben sie Jesus wohl gebracht? Diese Frage stellte sie auch den Jüngern. Maria erkennt die Zeichen von Jesu Auferstehung noch nicht. Sie bleibt vorerst im Ungewissen. Auch wenn Johannes nur Maria erwähnt, bedeutet es nicht, dass nicht auch weitere Frauen anwesend sind. Dafür spricht Vers 2, der uns gleich zwei Geheimnisse offenbart. Dort heißt es: „Da läuft sie (Maria Magdalena) und kommt zu Simon Petrus und zu dem anderen Jünger, den Jesus liebhatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den Herrn weggenommen aus dem Grab, wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben." Das zweite Geheimnis ist die Bezeichnung des namenlosen Jüngers, den Jesus liebhatte. Mit größter Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei dem namenlosen Jünger um den Evangelisten Johannes selbst. Vermutlich will Johannes sich in aller Bescheidenheit nicht mit seinem Namen in den Vordergrund stellen. Als die Jünger die Nachricht von Maria erhalten, entfacht sich ein olympisches Wettrennen zwischen Petrus und Johannes. Demnach ist Johannes der sportlichere Typ. Petrus ist allerdings der mutigere und schaut zuerst in das leere Grab. Auch Johannes tritt danach in das Grab hinein. Es sieht so aus, als wenn Jesus durch das Leinentuch hindurchgeschlüpft ist. So hätte kein Mensch das Leinentuch hinlegen können. Das gepflegt zusammengefaltete Schweißtuch hat Johannes davon überzeugt, dass hier etwas Großartiges geschehen ist. Es heißt im Text: Johannes kann glauben. Verstehen kann Johannes die Zusammenhänge der Auferstehung aber nicht. Letztendlich gehen Petrus und Johannes wieder zu den anderen Jüngern zurück.
Es ist auffallend, dass Petrus hier nicht zu Wort kommt. Keine Silbe kommt über seine Lippen. Es kann gut sein, dass es Petrus die Sprache verschlagen hat. Seine Stille macht mich nachdenklich. Vielleicht auch ein Hinweis darauf, wie sich der Gemütszustand aller Beteiligten vor dem leeren Grab befunden hat. Zuerst Jesu Kreuzigung und jetzt das Verschwinden von Jesus. Wäre ich damals dabei gewesen, hätte ich mich auch zurückgezogen. Denn ich benötige einige Zeit, um auf unerwartete Situationen zu reagieren.
Verwirrung, Staunen und der Beginn des Glaubens
Der heutige Bibelabschnitt lässt sich so zusammenfassen: Die Personen, die am leeren Grab dabeistehen, sind verwirrt, verängstigt und sprachlos. Maria, Johannes, aber auch Petrus sind Zeugen des leeren Grabes geworden. Allerdings begreifen sie nicht, dass Gott mit dem leeren Grab ein großes Wunder vollbracht hat. Deshalb steht in Vers 9: „Sie verstanden die Schrift noch nicht, dass er von den Toten auferstehen müsste."
Wer das Osterfest nur auf Osterhasen und Ostereier beschränkt, wird in der Auferstehung Jesu auch im Unklaren bleiben. Wer allerdings bereit ist, sich auf Jesus einzulassen, für den wird Gottes Reich erkennbar.
Jesus begegnet uns heute – ein persönliches Glaubensbekenntnis
Später wird sich Jesus den Frauen und Jüngern zeigen. In einer Gestalt, die der irdischen nicht gleichzusetzen ist. Wenn Jesus die Jünger aufsucht und durch eine geschlossene Tür gehen kann, dann kann Jesus auch heute noch mein und Ihr Herz erreichen. Wir können es dem Heiligen Geist zutrauen, dass Jesus unser Herz berühren kann. Wir hören öfters von Menschen, besonders aus dem Iran und aus Indien, wo Jesus Menschen im Traum begegnet und diese Menschen über Nacht zum Glauben an Jesus Christus kommen. Ist das nicht wunderbar, dass Jesus sich heute noch den Menschen zeigen möchte?
Glauben Sie, dass Jesus auch für Sie am Ostersonntag auferstanden ist? Glauben Sie, dass Jesus sich auch Ihnen zeigen möchte? Ich möchte daran glauben. Jesus, der Herr, ist wahrhaftig auferstanden.
Am Schluss möchte ich Ihnen mein persönliches Glaubensbekenntnis mitteilen. Vielleicht kann es auch Ihnen helfen, dieses Bekenntnis mitzusprechen.
„Ich glaube daran, dass Jesus für meine Sünden am Kreuz gestorben ist. Ich glaube daran, dass Jesus am dritten Tag von seinem Tod auferstanden ist. Ich glaube daran, dass auch ich irgendwann zum Vater im Himmel auferstehe und in der Ewigkeit bei Gott sein werde. Und ich glaube fest daran, dass dort Jesus Christus auf mich wartet."