12.06.2026 / Anstoß - Gedanken zum Tag

Eine Frau zum Verlieben

Ich bin schwarz und gar lieblich, ihr Töchter Jerusalems, wie die Zelte Kedars, wie die Teppiche Salomos.

Hohelied 1,5

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Sonnengebräunt in Kombination mit einem weißen Kleid in einem Straßencafé. So zieht eine Frau häufig die Blicke von Männern auf sich. Woher kommt die Bräune? Liegestuhl im Garten, Urlaub, Schwimmbad sind mögliche Erklärungsmuster.

Im Alten Testament stellt sich eine Frau als sonnengebrannt vor.  Sie ist die Angebetete in einem Liebeslied, das sich im Hohenlied der Bibel, dem schönsten Lied, findet. 

Nicht weil die Frau so viele Sonnentage im Urlaub genossen hat, hat sie die dunkle Hautfarbe, sondern von ihrer Arbeit. Vermutlich als Hirtin. Ihre Hautfarbe entspricht den schwarzen Ziegenhaardecken, die für arabische Beduinenzelte in Kedar verwendet werden.  

Ungewöhnliche Gegensätze machen die Hirtin anziehend: Von der Arbeit hat sie ihre Bräune. Sie ist keine elegante Dame, die sich die Finger nicht dreckig macht. Trotzdem ist sie anmutig und brillant. So luxuriös und herrlich wie Salomos Zeltdecken, die die Stiftshütte und später den Tempel in Jerusalem zieren. Eine Frau zum Staunen. Darauf weist sie die Töchter Jerusalems hin. Auch wenn sie es nicht verstehen, diese Gegensätze, diese Anmut, diese Pracht zeichnen sie als Hirtin aus. 

Im Hohenlied 1, Vers 5 wird das vielleicht vor fast 2900 Jahren so zusammengefasst: 

„Schwarz bin ich und doch anmutig, ihr Töchter Jerusalems, wie die Zelte Kedars, wie die Zeltdecken Salomos.“

Eine Frau zum Verlieben. So hat Gott sie geschaffen. So preist sie sich an. Haben Sie den Mut, anderen zu sagen, wie wunderbar und einmalig Gott Sie geschaffen hat?

Autor/-in: Pastorin Elke Drossmann