04.10.2026 / Bibel heute
Ein Hymnus auf Gott
Ein Psalm Davids, ein Lied, vorzusingen. Gott, man lobt dich in der Stille zu Zion, und dir hält man Gelübde. Du erhörst Gebet; darum kommt alles Fleisch zu dir.
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Psalm 65
Unser Psalm ist ein Hymnus, der die Taten und Segnungen Gottes preist. Die Gemeinde ist im Tempel versammelt. Sie betet Gott als Schöpfer und König der Welt an. Ich teile den Psalm in drei Teile auf:
Die Verse 2–6 verherrlichen Gott, der im Tempel auf dem Berg Zion gegenwärtig ist. In den VV 7–9 wird Gott als Schöpfer der Berge und als der Sieger über das chaotische Urmeer verehrt und die Verse 10–14 loben Gott als den, der Regen schenkt, damit Früchte wachsen. Gott versorgt sein Volk. Er macht es gut.
1. Teil: Gottes Taten und Segen
Psalm 65 stellt feierlich fest, dass Gott alles Lob gebührt. Er wird „Erhörer des Gebets“ genannt. Ihm erfüllt man seine Gelübde. Was Gott tut, tut den Menschen gut. Er wirkt „Heil“. D. h. er bringt wieder in Ordnung, was in Unordnung ist und heilt, was zerbrochen ist. Darum kommen die Menschen zu ihm.
Die Menschen bringen ihre „Angelegenheiten der Sünden“ zu Gott. Damit ist alles gemeint, was Gottes Willen widerspricht. Schuld trennt von Gott. Sie entwickelt sich zu einer Last, die unerträglich wird. Darum machen sich die Menschen auf den Weg in den Tempel, um Gott um Vergebung zu bitten.
Wenn Gott Schuld vergibt, ist die Trennung von Gott überwunden. Der Weg zu Gott ist wieder frei. Gemeinschaft mit Gott ist wieder möglich. Das Leben kommt wieder in Ordnung.
In den Lobpreis ist ein Glückwunsch eingefügt. Der Psalm gratuliert denen, die zu Gott kommen und bei ihm im Tempel wohnen dürfen. Die Nähe zu Gott ist ihr Glück. Nicht nur die Priester dürfen zu Gott kommen. Jeder ist willkommen. Jeder darf Vergebung empfangen. Jeder soll ganz eng mit Gott verbunden sein.
2. Teil: Gott ist der Schöpfer der Welt
Gott hat diese Welt geschaffen. Er hat die Berge durch seine Kraft gegründet. Sie stehen für immer fest. Wie einen Gürtel hat Gott seine Macht angezogen. Er hat gegen das Meer gekämpft, das wild und ungestüm die Erde bedeckt hat. Er hat es besiegt und in seine Grenzen gewiesen. Er hat Land und Meer getrennt.
Für Israel ist das Meer eine unheimliche und furchteinflößende Chaosmacht. Der Schöpfer ist und bleibt der Herr über diese Macht. Gott steht über dem, wovor wir Menschen uns fürchten. Er ist der Herr. Er beherrscht das Chaos.
Gott gestaltet die Welt und beherrscht das Chaos. [Hinweis: Wiederholung des vorherigen Absatzendes – beabsichtigt?] Die Menschen erschrecken vor den gewaltigen Taten Gottes. Und doch ist nicht die Angst das beherrschende Moment. Aus der Furcht wird Ehrfurcht. Im Osten wie im Westen setzt sich der Jubel über die Schöpfung Gottes durch. Gott wird als der Herr der Schöpfung geehrt.
3. Teil: Gott überschüttet das Land mit Segen
Mit dem Land ist wohl Israel gemeint. Israel ist abhängig vom Regen. Wenn Gott Regen schenkt, dann geht die Frucht auf. Dann darf man hoffen, dass es eine gute Ernte gibt. Dann ist man über das Jahr hinweg gut versorgt.
Immer wieder schenkt Gott Regen. Beständig schafft er die Voraussetzungen dafür, dass genug wächst und kein Hunger droht. Jahr für Jahr erlebt Israel, dass Gott es gut versorgt. Gott kümmert sich um die Seinen.
Der Regen wird als Segen Gottes verstanden. Gott überschüttet und bereichert das Land. Er tränkt die Felder und Wiesen. Die Quelle des Regens bildet der „Gottesbach“. In der Vorstellung Israels befindet sich der im Himmel. Er ist immer gefüllt. Bei Gott ist immer genügend da.
Von Gott her kommen Regen und Segen. Er teilt ihn verschwenderisch aus. Die Begriffe, die hier verwendet werden, beschreiben die Fülle, die von Gott kommt: Gott hinterlässt Spuren, die von Fett triefen. Wenn es regnet, wird die Steppe zur saftigen Weide. Herden von Vieh überziehen das Grün wie ein Kleid. Der Weizen bedeckt die Täler. Mensch und Tier, ja, das ganze Land, jauchzt Gott zu, der seinen Segen gibt und es regnen lässt.
Welch ein Bild der Güte und Freundlichkeit wird Ihnen und mir durch diesen Psalm vor Augen gemalt! Gott ist ein Gott, der Gebet erhört und Schuld vergibt. Mag sein, dass die Schuld auch für mich unerträglich schwer wird. Ich brauche diese Last nicht länger zu tragen. Gott vergibt. Er nimmt mir die Last ab und überwindet die Trennung zwischen mir und ihm. Ich gehöre zu Gott. Ich darf für immer bei ihm sein. Gott nahe zu sein, ist mein Glück.
Gott ist der Schöpfer der Welt. Er hat sie in seiner Hand. Das Chaos hat er besiegt und im Griff. Er steht über dem, was mir Angst und Sorgen macht. Gott ist größer und stärker als alles, was mich niederdrückt und verunsichert. Ich berge mich bei ihm und begebe mich in seine Arme. Bei ihm bin ich in guten Händen. Von ihm gehalten und geborgen, kann kommen, was mag: Es wird mich nicht zerbrechen.
Gott versorgt uns
Wie Gott sein Volk versorgt, so sorgt er auch für Sie und mich. Er lässt nicht Strafe und Gericht auf mich herabprasseln, sondern er segnet mich aus der Fülle seines Reichtums. Seine Quellen versiegen nicht. Er gibt mir, was ich brauche: Nahrung und Kleidung, ein Dach über dem Kopf. Er stellt mir liebe Menschen zur Seite. Er füllt mir die leeren Hände. Er beschenkt mich reichlich. Wenn ich ihn habe, habe ich alles, was ich brauche.
Gott ist überaus freundlich und gütig. Lassen wir uns von diesem Psalm anstecken. Stimmen wir in den Jubel der Schöpfung ein. Loben wir ihn in seiner Gemeinde. Preisen wir seine Güte. Ehren wir ihn für seine Großzügigkeit.
Ich bete Gott an, weil er mich so gut versorgt. Und ich beuge mich vor ihm, der mir meine Schuld nicht zurechnet, sondern vergibt. Und ich freue mich, dass er mich bei sich haben will – heute schon und in alle Ewigkeit.