06.01.2026 / Bibel heute
Ein großes Fest
Und am dritten Tage war eine Hochzeit zu Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war da. Jesus aber und seine Jünger waren auch zur Hochzeit geladen. Und als der Wein ausging, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr.[...]
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Das Weinwunder auf der Hochzeit zu Kana
Gerne wäre ich bei dieser Hochzeit dabei gewesen. Ein großes Fest für viele Gäste. Tagelang wurde damals gefeiert, gegessen, getrunken, getanzt, gelacht und geredet. Die Versorgung mit Speisen und Getränken war eine logistische Herausforderung. Genau hier beginnt das Problem: Der Wein reicht vorne und hinten nicht mehr. Maria hat das mitbekommen und möchte eine Blamage für die Gastgeber verhindern. Deshalb wendet sie sich an Jesus. Sie ahnt, dass er helfen kann – schließlich ist er ja nicht nur ihr Sohn. Ohne Umschweife und großes Bitten sagt Maria Jesus das Problem: „Sie haben keinen Wein mehr!" Die Reaktion Jesu klingt auf den ersten Blick hart und abweisend: „Was geht's dich an, Frau, was ich tue? Meine Stunde ist noch nicht gekommen!"
Doch ist das wirklich ein Zurückweisen einer fürsorglichen, mütterlichen Bitte? Ich sehe hier einen großen Rollenwechsel der Maria. Jesus redet sie nicht mehr als Mutter oder Mama an, sondern als „Frau". Sie wird ihn, von nun an, während seines ganzen Wirkens als Zeugin begleiten. Maria, die Frau der ersten Stunde. Maria, aber auch die Frau der letzten Stunde. Als Jesus Maria und seinen Jünger Johannes unterm Kreuz sah, sagt er zu seiner Mutter: „Frau, siehe, das ist dein Sohn!" Maria darf ab jetzt wieder ganz Mutter sein.
Im heutigen Bericht von der großen Hochzeit weist Maria die Bediensteten des Hausherrn an, auf jeden Fall das zu tun, was Jesus ihnen sagt.
Das erste Wunder und seine Bedeutung
Bevor die Gäste an einem Hochzeitsfest teilnehmen dürfen, müssen sie sich reinigen. Dafür stehen sechs Bottiche mit je 100 Liter Wasser bereit. Jesus weist die Dienerschaft an, diese Behälter mit frischem Wasser zu füllen. Aus den vollen Gefäßen soll etwas abgeschöpft und dem Verantwortlichen zum Probieren gebracht werden. Oh Wunder – aus dem Wasser ist köstlicher Wein geworden. Das Fest kann weitergehen!
Dies ist das erste Wunder, das Jesus getan hat. Er kam zwar nur als geladener Gast, hat aber die ganze Situation gerettet. Seine Macht, seine Herrlichkeit wird dadurch so deutlich, dass seine Jünger an ihn glauben. Nach dem Fest geht Jesus nach Kapernaum. Seine Jünger, seine Brüder und Maria begleiten ihn.
Mir stellt sich die Frage, ob die Verwandlung von Wasser in sechs Fässern Wein alles gewesen ist. Steckt hinter diesem Geschehen viel mehr, als es auf den ersten Blick scheint?
Auf Jesu Wort vertrauen
Mit diesem Bericht werden wir zu Insidern des Geschehens. Nur wir und die Beteiligten, die unmittelbar auf Jesu Anweisung handeln, wissen, wie alles ablief. „Tut, was Jesus euch sagt“, war die eindeutige Anweisung der Maria an die Bediensteten auf dem Fest. „Was soll das?“, werden sie überlegt haben, als sie das Wasser schleppen mussten. Aber auf Jesu Wort hin tun sie es und erleben das Unmögliche. Aus diesem Wasser wird Wein. Mir fällt hier die Begegnung des Petrus mit Jesus ein. Alle Erfahrungen als Fischer hatten ihm kein volles Netz gebracht. Die ganze Arbeit der Nacht war vergeblich. Er ist müde und enttäuscht. Da sagt Jesus zu ihm: „Fahr jetzt, am hellen Tag zum Fischen auf den See!“ „Unmöglich“, wird Petrus gedacht haben, „was stellt dieser Jesus sich vor?“
„Aber auf dein Wort hin, will ich hinausfahren und die Netze auswerfen!“, sagt Petrus – und erlebt den Fang seines Lebens. Die Bibel ist voll von ähnlichen Berichten. Menschen hören auf Jesus und machen ganz persönliche Erfahrungen in ihrem Leben.
Das Thema Hochzeit ist für Jesus nach dem Wunder von Kana nicht vorbei. Immer wieder weist er darauf hin, was bei Hochzeitsfeiern alles geschehen kann. Bei der einen wollen die geladenen Gäste erst gar nicht kommen. Bei der anderen geht es um eine ungewöhnliche Sitzordnung oder um schmutzige Kleidung. Für alle Missstände hat Jesus eine Lösung. Kurzerhand werden Gäste von der Straße eingeladen. Andere bekommen ihren Sitzplatz zugewiesen. Selbst vor einem Rauswurf wegen unangebrachter Bekleidung scheut er nicht zurück.
Die Hochzeit des Lammes – Einladung zur ewigen Gemeinschaft
Alles Wirken Jesu, sein ganzes Leben, Leiden, Sterben und Auferstehen dient zu unserem Heil. Alles gipfelt in der gigantischsten Hochzeitsfeier der Weltgeschichte. Im letzten Buch der Bibel, in Offenbarung 19, wird von dieser ganz besonderen Hochzeit berichtet:
„Lasst uns freuen und fröhlich sein und ihm die Ehre geben; denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Frau hat sich bereitet. Und es wurde ihr gegeben, sich zu kleiden in Seide, glänzend und rein. Selig sind, die zum Hochzeitsmahl des Lammes berufen sind.“
Der Bräutigam, das Lamm, ist Jesus Christus. Gottes einziger Sohn, unser Herr. Die Braut, das ist die Gemeinde, also alle, die zu Jesus gehören. Im Brief an die Christen in Ephesus (Epheser 5,25-27) beschreibt der Apostel Paulus, wie unsagbar lieb Jesus seine Gemeinde, seine Braut, hat: Er hat sein Leben für sie gegeben, damit sie ihm ganz gehört. Durch sein Wort hat er alle Schuld von ihr abgewaschen wie in einem reinigenden Bad. So sorgt er selbst dafür, dass sie zu einer schönen und makellosen Braut für ihn wird, ohne Flecken, Falten oder einen anderen Fehler, weil sie allein Christus gehören soll.
Diese Hochzeit führt zur vollkommenen Gemeinschaft zwischen Gott und den Menschen. Wie eine Hochzeit voller Vorfreude und Vorbereitung ist, so sind auch wir eingeladen, uns auf die Begegnung mit Jesus vorzubereiten. Es ist alles bereit, und es fehlt an nichts.
Philip Paul Bliss beschreibt diese Einladung in einem Lied so:
Horch, dein Heiland lässt dich laden,
Komm, komm und sieh!
Zu dem Hochzeitsmahl der Gnaden,
Komm, komm und sieh!
Sagt's den Kleinen, sagt's den Großen,
Komm, komm und sieh!
Keiner wird hinausgestoßen.
Komm, komm und sieh!
Komm, eh dich die Nacht ereilet,
Komm, komm und sieh!
Jesus rettet, Jesus heilet,
Komm, komm und sieh!
Gott will dir viel Gnad erweisen,
Komm, komm und sieh!
Dich an Seinem Tische speisen,
Komm, komm und sieh!
Refrain:
Lasst die Botschaft weithin schallen,
Berg und Tal lasst widerhallen:
Gott vergibt den Sündern allen;
Komm, komm und sieh!
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