16.08.2026 / Wort zum Tag
Ein Geschenk – ein neuer Anfang
In meinem Zorn habe ich dich geschlagen, aber in meiner Gnade erbarme ich mich über dich.
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Manchmal braucht es eine schmerzvolle Erfahrung, bevor ich bereit bin, mein Leben zu ändern. Mein Herzinfarkt kommt plötzlich, unerwartet und heftig. Gott sei Dank kommt der Rettungswagen schnell. Zwei Tage danach steht der Notarzt an meinem Bett. Sinngemäß sagt er: „Ich hätte nicht gedacht, dass ich sie noch einmal sehe. Gut, dass sich ihr Herz erholt. Bewegen sie sich viel. Nehmen sie 10 Kilo ab und essen sie mediterrane Kost. Ich wünsche Ihnen alles Gute.“ Damit verlässt er das Zimmer. Seine Worte hallen lange in mir nach. Und ja, sie dringen in mich ein – und ich versuche seither eine Stunde Bewegung in Wald und Feld einzubauen – und auch auf gute Ernährung zu achten. Ich wusste schon vorher, dass das gut ist – aber es brauchte diesen Einbruch.
Und langsam begreife ich auch: Dieser Infarkt ist auch ein Reden Gottes mit mir. „Lothar, hetze nicht nur durch das Leben. Eile nicht nur von Termin zu Termin. Atme zwischendurch auch gut tief durch und gönne dir Pausen, auch Pausen bewusst in der Gegenwart deines himmlischen Vaters.“
Und nun bin ich dankbar, dass mein Herz sich wirklich erholt. Diese schwere Erfahrung hat eine Verhaltensänderung ermöglicht.
Auch in den Berichten der Bibel ist es so, dass nachhaltige Änderungen oftmals erst nach einem Tiefschlag kommen. Der Prophet Jesaja berichtet davon, dass das Volk stolz ist, sich nur auf die eigene wirtschaftliche Stärke verlässt, Götter anbetet, die letztlich nichts als das Werk von Menschen sind. All die Warnungen durch Propheten führen zu keiner dauerhaften Verhaltensänderung.
Es kommt zum Niedergang – schließlich zur Eroberung durch fremde Heere, dann Verschleppung. Aber genau in diesem Niedergang beginnt die innere Erneuerung. Erinnerung an den Gott, der sein Volk berufen hat und ihm treu ist. Die Bereitschaft, umzukehren, sich neu Gott zuzuwenden. Später Rückkehr in die Heimat, Aufbau der Städte und auch des Tempels. Und vor allem: Hören auf Gottes Wort.
Ja, immer wieder geschieht es auch heute, dass ich einen Absturz erlebe, aber gerade dies dann dazu führt, dass ich mich neu daran erinnere, dass ich immer zu Gott umkehren darf.
„In meinem Zorn habe ich dich geschlagen, aber in meiner Gnade erbarme ich mich über dich“, sagt Gott durch den Propheten Jesaja. (Jesaja 60,10)
Schwere Erfahrungen wollen mich in die Nähe Gottes und zur Umkehr führen. Und oft folgt ihnen eine Erfahrung von Beistand und Erneuerung.
Denn das ist letztlich das Ziel der Wege Gottes mit Ihnen und mir: Die Erfahrung, dass er uns annimmt und uns immer wieder einen neuen Anfang schenkt.