07.11.2026 / Wort zum Tag
Ein Engel macht den Weg frei
Es geschah ein großes Erdbeben. Denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat hinzu und wälzte den Stein weg und setzte sich darauf.
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Manchmal habe ich auf einer Autofahrt überraschend eine Straßensperre vor mir. Dann muss ich umplanen. Vielleicht ist eine Alternativroute ausgeschrieben. Manche versuchen sicher auch, die Sperrbarke zu umfahren - in der Regel verbotenerweise - und kommen auf diese Weise weiter. Vor kurzem erlebte ich auf einer unserer Kreisstraßen eine Sperre. Und offensichtlich gab es viele, die diese Sperre einfach ignorierten. Das funktionierte bis zu dem Tag, als die Bauarbeiter einen großen Sandberg quer über die Straße schütteten. Das war dann eine Sperre, die sich weder umfahren noch durchbrechen ließ. Der Weg war endgültig zu Ende.
In den Herrnhuter Losungen sind für den heutigen Tag als Lehrtext Worte ausgewählt worden, die auch von einer endgültigen Grenze erzählen. Es geht um einen großen Stein, der einen Weg versperrt – den Weg zu einem Grab. Es geht um das Grab von Jesus, dessen Lebensweg ein Ende fand. Davon gingen diejenigen, die Jesus kennengelernt hatten, jedenfalls zunächst einmal aus.
Die Grenze des Todes lässt sich nicht überwinden. Ewiges Leben ist von menschlicher Seite aus nicht machbar. Doch den Gedanken, auf ein Leben nach dem Tod zu hoffen, gibt es ja trotzdem seit Menschengedenken. Und in der Bibel wird von Gott erzählt, der diese Hoffnung wachhält (und letztendlich wahr werden lässt). Auf unterschiedlichste Weise lässt Gott Menschen Worte und Zeichen aus seiner ewigen Welt sehen und hören. Und immer mal beauftragt er auch Engel als Zeichen aus seiner Welt. In vielen Berichten der Bibel wird davon erzählt, wie diese Boten Gottes Menschen begegnen und sie mit Gottes Welt in Verbindung bringen.
Und manches Mal wirken sie wie Naturgewalten. Das klingt auch im Text für heute an. Frauen haben sich nach dem Tod von Jesus auf den Weg zu seinem Grab gemacht. Danach erleben sie das, was im Matthäus-Evangelium in Kapitel 28, Vers 2 folgendermaßen beschrieben ist: Es geschah ein großes Erdbeben. Denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat hinzu und wälzte den Stein weg und setzte sich darauf.
Hier erscheint ein Engel in Verbindung mit einem Erdbeben. Und dann bewegt er mit übernatürlicher Kraft den großen Grabstein aus dem Weg – und setzt sich drauf. Was für ein Bild! Der Engel scheint sagen zu wollen: „Hier sitze ich und halte den Stein für euch fest! Der Weg ist frei. Ihr könnt weitergehen und sehen, dass die Grenze des Todes überwunden ist. Gott selbst hat Jesus auferweckt und den Weg für ein ewiges Leben freigemacht.“ Der Engel, der im Auftrag Gottes so mächtig agiert hat, verschwindet wieder und überlässt es den Frauen und später auch den Jüngern von Jesus, was sie daraus machen. Durch seinen Engel hat Gott ab diesem Zeitpunkt ein sichtbares Zeichen gesetzt, dass seine ewige Welt für uns Menschen offen ist. Diese Hoffnung wird von damals bis heute in unsere Welt hineingetragen – von Menschen, die sich auf den Weg gemacht haben, den Spuren von Jesus zu folgen. Was für eine Aussicht trotz aller Steine oder Sandhaufen, die sich auf unserem Lebensweg als Hindernisse in den Weg stellen mögen.