28.10.2026 / Bibel heute
Ein Blick hinter die himmlischen Kulissen
Und ich sah mitten zwischen dem Thron und den vier Wesen und mitten unter den Ältesten ein Lamm* stehen, wie geschlachtet; es hatte sieben Hörner und sieben Augen, das sind die sieben Geister Gottes, gesandt in alle Lande. Und es kam und nahm das Buch aus der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß. Und als es das Buch nahm, da fielen die vier Wesen und die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem Lamm, und ein jeder hatte eine Harfe und goldene Schalen voll Räucherwerk, das sind die Gebete der Heiligen,[...]
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Ein Text voller Bilder
Was für ein Text! Gewaltig, furchterregend und – unverständlich! Voll mit Bildern, mit denen ich auf den ersten Blick gar nichts anfangen kann. Der zweite Blick verrät mir schon mehr. Denn den Randvermerken in meiner Bibel nach, die ich gerne handschriftlich einfüge, habe ich bereits einiges dazu gehört. Ich notiere mir dort die Erklärung von den Worten darin, die ich wohl zu der Zeit schon nicht richtig verstanden habe und das wird mir jetzt beim Lesen und Verstehen sehr behilflich. Ich nutze auch die Gelegenheit in meinem Hauskreis und unterhalte mich mit anderen Christen über diesen Text. Das ist der dritte Blick. Und nun fühle ich mich imstande, auch anderen zu erklären, was Johannes hier zu sehen bekommt. Natürlich ohne den Anspruch auf Vollkommenheit.
Das Buch mit den sieben Siegeln
Johannes darf hier einen Blick in die Zukunft wagen. In Gottes himmlische Welt mit dem künftigen Geschehen, aber auch mit dem, was bereits stattgefunden hat. Vermutlich benutzt der Heilige Geist, der ihm all das offenbart, auch Bilder. Ob Johannes gleich alles versteht? Nein! Auch er nicht! Das sagt er selbst ein paar Verse vorher: Er sieht Gott auf dem Thron und in seiner rechten Hand ein mit sieben Siegeln verschlossenes Buch. Und er weint, weil niemand da ist, der dieses Buch öffnen kann und ihm zeigen kann, was darinsteht. Gott sieht seine Traurigkeit und weil es Ihm wichtig ist, dass auch die folgenden Generationen und auch ich in der heutigen Zeit weiß, was dieses Buch enthält, darf Johannes einen Blick hineinwerfen und was er sieht, aufschreiben.
Die sieben Siegel kann nur einer brechen und das Buch öffnen. Jesus, Gottes Sohn. Er ist der Löwe, das Bild für König der Tiere, der Mächtige, aus dem Stamm Juda. Der, der nicht immer als der König aller Könige auftritt, sondern als ein schwaches Opferlamm seine Aufgabe auf der Erde erfüllt. Jesus öffnet dieses Buch und Johannes schreibt auf, was er sieht. Ohne dass er alles gleich deuten kann.
Es sind Bilder. Bilder erleichtern oft, das Geschriebene zu verstehen. Aber mir helfen diese Bilder nicht. Ich brauche Menschen, die sie mir erklären. Und auch dann ist es mir nicht möglich, alles zu verstehen. Diesen Anspruch auf Vollkommenheit habe ich nicht. Den bekomme ich erst dann, wenn ich die Ewigkeit erreiche.
Der Heilige Geist hilft ebenfalls beim Verstehen und was ich nicht sofort verstehe, ist wahrscheinlich im Moment auch nicht so wichtig. Was ich aber verstehe, das darf ich anderen weitergeben. So auch jetzt Ihnen.
Die Zahl „sieben“ kommt in den Bibelversen einige Male vor. Ich muss mir aber nicht die tatsächliche Anzahl vorstellen. Wenn in der Bibel die Zahl „sieben“ auftaucht, deutet sie immer auf die Vollkommenheit hin. Wenn das geschlachtete Lamm, also Jesus, mit sieben Hörnern und sieben Augen hier beschrieben wird, meint der Seher kein Untier, sondern die vollkommene Macht und das vollkommene Wissen von Jesus. Und das ist nur durch den Geist Gottes möglich. Wir haben hier wieder einen Hinweis auf die Dreieinigkeit Gottes. Gott, Christus und Geist.
Ein gewaltiger Lobpreis im Himmel
In dem Moment, als Jesus das Buch mit den sieben Siegeln, also eigentlich ein völlig verschlossenes Buch, von Gott in die Hände bekommt, geschieht etwas Merkwürdiges. Ich lese, dass im selben Augenblick ein wahrhaftiger und gewaltiger Lobpreis geschieht! Auch der wird in Bildern beschrieben, die eine Erklärung benötigen.
Die vier Gestalten werden bereits im 4. Kapitel im Vers 7 beschrieben: Ein Löwe, ein Stier, ein Mensch und ein Adler. Es gibt unterschiedliche Auslegungen, was diese vier Gestalten bedeuten können. Zum Beispiel die Schöpfung, oder die Eigenschaften Gottes. Aber mir gefällt am besten die, dass es sich um die vier Evangelisten – Matthäus, Markus, Lukas und Johannes – handeln könnte. Denn sie hinterlassen uns das Evangelium, also die gute Botschaft von Gottes Liebe durch Jesus! Dieses Wissen lässt auch mich Gott anbeten. Dazu wird noch von vierundzwanzig Ältesten gesprochen, die auch vor Gott auf die Knie gehen. Warum vierundzwanzig? Weil zwölf und zwölf vierundzwanzig ergibt. Warum zwölf? Zwölf ist der Hinweis auf die zwölf Stämme Israels und die zwölf Apostel. Sie alle beten Gott an und singen Ihm das Lied, das leicht abgeändert bis heute gesungen wird:
Du bist würdig, zu nehmen das Buch und aufzutun seine Siegel.
Der Gesang wird von Musikinstrumenten begleitet und wenn von goldenen Schalen voller Weihrauch die Rede ist, wird eben dieser gewaltige Lobpreis, der hier geschieht, geschildert. Er steigt wie Rauch in die Höhe vor Gottes Thron. Dann beten plötzlich nicht nur die Vier und die Vierundzwanzig Gott an, sondern eine riesengroße Menge von Engeln kommt dazu! Und damit nicht genug! All die Menschen, die auf der Erde leben, unzählbar viele, stimmen in diesen Lobgesang ein:
Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm sei Lob und Ehre und Preis und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit!
Amen – Gottes Verheißung für alle Knie
Unser Text endet mit dem 14. Vers, in dem es heißt:
Und die vier Wesen sprachen: Amen! Und die Ältesten fielen nieder und beteten an.
Wie gerne wäre ich dabei und würde mit ihnen allen mein AMEN dazu sagen! – Und plötzlich wird mir klar, ich werde dabei sein! Denn das Buch mit den sieben Siegeln, das hier in der Vision von Johannes geschildert wird, enthält das, was in der Zukunft geschehen wird. Und was Gott verspricht, das wird eintreffen. Auch wenn Christen jetzt eine kleine Schar im Vergleich zu den vielen Menschen auf der Erde sind – eines Tages werden sich alle Knie beugen und Gott den Vater, Jesus seinen Sohn und den Heiligen Geist anbeten. Auch das verspricht Gott in seinem Wort – an manchen Stellen [der Bibel].
Bereits im Alten Testament – z. B. im Psalm 22, Vers 30: „Ihn allein werden anbeten alle Großen auf Erden; vor ihm werden die Knie beugen alle, / die zum Staube hinabfuhren und ihr Leben nicht konnten erhalten.“
Und im Philipperbrief Kapitel 2, Vers 10: „Dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind.“
Und dann werde auch ich dabei sein und mein AMEN hinzufügen. Danke, Johannes, dass du diese Vision festgehalten hast!