31.03.2026 / Wort zum Tag

Durchblick haben

Der HERR, unser Gott, ist gerecht in allen seinen Werken, die er tut.

Daniel 9,14

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In verwirrenden Zeiten endlich den Durchblick haben! Wer wünscht sich das nicht? Wo die aktuellen Ereignisse uns unsicher und ängstlich machen möchten, da sehnt sich mancher nach einer klaren Sicht, nach klarem Erkennen, was da in der Welt um uns herum vor sich geht.

Eine Hilfe mag der Bibelvers für heute werden. Im Buch Daniel findet sich dieser Gedanke in einem von Daniel aufgeschriebenen Gebet: „Denn der HERR, unser Gott, ist gerecht in allen seinen Werken, die er tut.“ (Dan 9,14 LÜ).

Daniel war einer der aus Israel nach Babylon verschleppten Juden. Als fast noch Teenie kam er mit einigen Freunden an den Hof des Herrschers. Er machte dort sogar Karriere.

Doch seine Karriere am Hof war immer wieder gefährdet. Dies und anderes löste in ihm Fragen aus. Fragen nach dem Sinn der zurückliegenden Geschichte seines Volkes und nach der prophezeiten Zukunft.

Als gebildeter Mann seiner Zeit standen ihm sicher viele Möglichkeiten zur Verfügung, um in seinem Fragen weiterzukommen.

Daniel wählte zwei – auch für uns bis heute zielführende – Wege: Der eine Weg – er nahm sich die ihm überlieferten Schriften der Propheten vor. Er las also in seiner Bibel. Er studierte die Schriften - fragend nach dem Sinn der aktuellen Ereignisse und der Zukunft. Er wurde so zum Ausleger der Worte Gottes für seine Zeit.

Das, was er las und erkannte, drängte ihn auf den zweiten Weg: das Gebet. Im Gebet stellte er sich vor seinen Gott. Im Gebet erkannte er Gottes Wirken in der Vergangenheit. Er begriff, wie Gott urteilt über das bisherige Verhalten des Volkes und stellte sich persönlich mit unter dieses Urteil. Er erkannte Gottes Wesen darin. Und begriff Gottes im Letzten liebendes Führen und Leiten. Selbst die schweren und fast untragbaren Zeiten konnte er so einordnen in Gottes Liebe, mit der er stets an der Seite seiner Leute bleibt.

Daniel blieb darum nichts anderes übrig: er musste den HERRN, den Gott seiner Väter, in seinem Handeln anerkennen. Ja selbst, wo es für Daniel leidvoll war, musste er Gottes Souveränität achten und ehren.

So beugt er sich demütig unter die gewaltige Hand Gottes (1.Petr 5,6-7) und erkennt von seinem Gott, dass dieser stets gerecht handelt. 

Gottes gerechtes Handeln meint dann: Gott bleibt seinem Versprechen stets treu.  Er hält fest an dem, was er einst zugesagt hat. Vor allem: Sein Gott hat niemals Abstriche gemacht von seiner Liebe zu denen, für die er so viel aufgewandt hat in der Vergangenheit. Gott ist und bleibt treu – sich selbst und denen gegenüber, die er über alles liebt. Und er bleibt treu zu seinem Ziel mit ihnen, denen er doch eine ewige Zukunft verheißt.

Der Bibelvers aus dem Danielbuch möchte uns, wo immer wir zagen und zittern angesichts der aktuellen Entwicklungen, diese beiden Wege des Daniel zeigen: die Bibel gründlich studieren und im Gebet Gottes Angesicht suchen und vor ihm bleiben.

Das gilt auch in meinem persönlichen Ergehen, wie schwer es auch sein mag: Diese Wege tragen und bedeuten Zukunft und Hoffnung.

Autor/-in: Pastor Ulrich Ahrens