06.06.2026 / Bibel heute

Die tägliche Nahrung

Seht zu, dass ihr den nicht abweist, der da redet. Denn wenn jene nicht entronnen sind, die den abwiesen, der auf Erden den Willen Gottes verkündete, wie viel weniger werden wir entrinnen, wenn wir den abweisen, der vom Himmel her redet. Seine Stimme hat zu jener Zeit die Erde erschüttert, jetzt aber verheißt er und spricht: »Noch einmal will ich erschüttern nicht allein die Erde, sondern auch den Himmel.« Dieses »Noch einmal« aber zeigt an, dass das, was erschüttert wird, weil es geschaffen ist, verwandelt werden soll, auf dass bleibe, was nicht erschüttert wird.[...]

Hebräer 12,25–29

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Tägliche Nahrung für den Geist

So wie wir jeden Tag essen und trinken müssen, um uns zu erhalten, braucht auch unser Geist täglich Nahrung, wenn er zielgerichtet weiterleben will. Der Verfasser dieses Textes erinnert seine Glaubensgeschwister daran, indem er ermahnt und auf vergangene, ernste Geschehnisse hinweist. Menschen sind leider vergesslich und leicht vom Weg abzubringen. Wir neigen oft dazu, vom gesteckten Ziel abzuirren. Durch das tägliche Auseinandersetzen mit den heiligen Schriften haben wir aber eine gute Chance, unser Ziel dennoch zu erreichen. Gut, wenn man da einen Helfer hat, der einen ermahnt und nicht müde wird, auf das Wesentliche hinzuweisen.

Achten auch wir darauf, dass wir den nicht abweisen, der vom Himmel her redet. Also, mit anderen Worten: bleiben wir dran!

Die angekündigte Erschütterung aller Dinge

Der Schreiber des Hebräerbriefes erinnert die Adressaten, so auch uns, die wir heute darin lesen können, an die Zukunft. So lesen wir schon beim Propheten Haggai im zweiten Kapitel, dass Gott, der Allmächtige, noch einmal Himmel und Erde, Land und Meer erschüttern wird.

Was wir bei Erdbeben beobachten können, ist, dass nach starken Erschütterungen alles Lose und leicht Erbaute zusammenfällt und zerstört wird. Lediglich die aufwändig und gewissenhaft errichteten Gebäude bleiben stehen und halten stand. So wird es wohl auch am Ende der uns vertrauten Welt sein, wenn Gott alles erschüttern wird.

Niemand weiß wann, niemand kann sich das Ausmaß vorstellen, mit welcher Wucht dieses furchtbare Ereignis vor sich gehen wird. Jedoch wird es wohl in einer Dimension stattfinden, wie wir das noch niemals erlebt haben. Bei Haggai heißt es, dass die Nationen erzittern werden.

Auf Fels gebaut – Vertrauen in Jesus

Ich denke, dass wir keine Angst zu haben brauchen – egal was kommt. Die Liebe und das Vertrauen in Jesus wird auch uns dieses große, angekündigte Ereignis unbeschadet überstehen lassen, aber die Bedingung, bei Jesus und seinen Worten zu bleiben, ist dazu notwendig.

Ich erinnere an die Worte Jesu, wenn er am Ende der Bergpredigt spricht: „Darum, wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute. Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus, fiel es doch nicht ein; denn es war auf Fels gegründet. Und wer diese meine Rede hört und tut sie nicht, der gleicht einem törichten Mann, der sein Haus auf Sand baute. Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus, da fiel es ein und sein Fall war groß."

Für das Materielle sowie für das Geistliche gilt gleichermaßen: das Wahre, Echte, Gute, Saubere, Klare, Lichte bleibt bestehen – alles andere ist zum Verfall bestimmt. Die große Erschütterung, von der hier die Rede ist, wird nicht nur alles Falsche und Unechte zerstören, es wird auch das erwartete Reich herstellen, auf das die Christen sehnlichst warten. So wie damals die materielle Erschütterung der geistlichen Erschütterung vorausging, ist vermutlich das zukünftige Ereignis ebenfalls zu verstehen – sie bedingen einander.

Unser Gott ist ein verzehrendes Feuer. Sein Wort ist ein zweischneidiges Schwert, ein Feuer, das alles verbrennt, was nicht klar und sauber ist. Sein Wort hat einen Läuterungsprozess in Gang gesetzt, der dann – am Tag der Tage – vollendet sein wird.

Der Tag Jahwes und die Hoffnung der Gläubigen

Über diesen Tag Gottes lesen wir im 2. Kapitel des Buches Jesajas: „Da werden stolze Augen gesenkt / und hochmütige Männer geduckt. / Jahwe allein ist groß an jenem Tag. Denn Jahwe, der allmächtige Gott, hat einen Tag bestimmt, / an dem er alles erniedrigen wird, / alles, was groß, stolz und überheblich ist, alle Zedern auf dem Libanon, / wie stolz und hoch sie auch sind, / und alle Eichen auf dem Baschan, alle hohen Berge und alle stattlichen Hügel, jeden hohen Turm und jede steile Mauer, alle Hochseeschiffe und jedes prunkende Boot. Dann wird der Stolz der Menschen gebeugt, / die hochmütigen Männer geduckt. Jahwe allein ist groß an jenem Tag.

Alle, die mit offenen Augen und Ohren den Vollzug dieser Ereignisse sich anbahnen sehen, sollen nicht in Angst vergehen, sondern – im Gegenteil – die Häupter erheben und sich freuen, weil sie wissen, dass die kollektive Erlösung aller Gläubigen naht. Bis dahin gilt: Lass dich nicht beirren, bleib bei deiner Arbeit und lasse in nichts nach.

Ich wiederhole noch einmal aus dem Text von heute: „Darum, weil wir ein Reich empfangen, das nicht erschüttert wird, lasst uns dankbar sein und so Gott dienen mit Scheu und Furcht, wie es ihm gefällt;"

Allen, die daran glauben wollen, wünsche ich Zuversicht und Kraft – diese Worte sollen der Ermutigung dienen und aufbauen. Mögen diese Sätze uns allen zum Segen werden!

Im Evangelium des Johannes, im dritten Kapitel, können wir lesen: „Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde."

Autor/-in: Jens Scholz