16.09.2026 / Wort zum Tag

Die Jesus-Tür prägt

Jesus spricht: Ich bin die Tür. Wenn jemand durch mich hineingeht, wird er gerettet werden.

Johannes 10,9

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Durch wie viele Türen sind Sie heute schon gegangen? Schlafzimmer, Badezimmer, Küche … Mindestens drei, vielleicht auch schon zehn oder zwanzig. Türen sind ein selbstverständlicher Teil unseres Lebens.

Jesus ist Meister darin, an solchen alltäglichen Situationen anzuknüpfen und sie mit einer geistlichen Botschaft zu verbinden. Besonders eindrücklich sind die so genannten Ich-bin-Worte im Johannesevangelium. Mit sieben verschiedenen Bildern bringt es Jesus auf den Punkt, wer er für uns ist. Im Johannesevangelium, Kapitel 10, Vers 9 sagt er: „Ich bin die Tür. Wenn jemand durch mich hineingeht, wird er gerettet werden.“ Jesus hat dabei keine Haus- oder Zimmertür vor Augen, sondern die Tür eines Schafstalls. Die Schafherde ist ein Symbol für das Volk Gottes. Wer an Gott glaubt, der gehört zur Schafherde Gottes, lebt fröhlich und behütet in Gottes Stall. So weit ist das Bild den jüdischen Zuhörern zur Zeit Jesu vertraut. Doch dann ergänzt Jesus einen neuen Aspekt: Zugang zu Gottes Stall bekomme ich allein durch ihn. Er ist die Tür zum Reich Gottes. Deshalb sagen wir Christen, dass der Glaube an Jesus Christus uns Menschen den Zugang zu Gott eröffnet.

Was bedeutet das für uns? Schauen wir uns das Bild von der Tür genauer an. Jesus geht es nicht nur um das einmalige Hineingehen, sondern der Vers geht so weiter: „Ich bin die Tür. Wenn jemand durch mich hineingeht, wird er gerettet werden. Er wird ein- und ausgehen und Weide finden.“ Das Hineingehen ist also der erste Schritt für ein dauerhaftes Rein und Raus-Gehen immer durch dieselbe Tür.

Im Schafstall ist es kuschelig und warm. Die Schafe sind behütet und geborgen. So soll sich das anfühlen, wenn das Volk Gottes zusammenkommt. Doch Gottes Volk ist nicht dazu berufen, dauerhaft im Stall zu bleiben. Es muss auch raus. Draußen bewährt sich sein Glaube. Davon lebt es sogar: Draußen ist die Weide, wo sich die Schafe den Bauch vollschlagen. Die Schafe sind dabei nicht sich selbst überlassen. Jesus ergänzt daher das Bild der Tür um das Bild des guten Hirten. Er ist beides zugleich: Er ist die Tür für die Schafe und der Hirte, der uns rein- und rausführt, uns außerhalb des Stalles behütet und gut versorgt und sogar sein Leben für uns gibt.

Lassen Sie uns heute ein Experiment machen und die nächsten drei Türen, durch die wir gehen, jeweils mit einem Gebet verbinden.

Erste Tür: Loben wir Gott, dass wir zu seinem Volk, zu seiner Schafherde gehören dürfen!

Zweite Tür: Danken wir für unseren Stall!

Dritte Tür: Beten wir für unser Hinausgehen und Weide finden. Denn wer einmal durch die Jesus-Tür gegangen ist, geht in einer anderen Haltung hinaus in die Welt. Unser Stall, unser Zuhause ist bei Gott. Weil dort unser Rückzugsraum ist, können wir uns gelassen, neugierig und mutig auf den Weg zum Gras machen. Die Jesus-Tür prägt uns. Wir können jederzeit zurückblicken und uns versichern oder bei Gefahr zurückrennen.

So würde ich die drei Tür-Gebete für mich formulieren:

Erste Tür: „Jesus, gelobt seist du, dass ich durch dich zu Gottes Herde gehören darf!“

Zweite Tür: „Danke, Herr, für das Geschenk des Stalls, für meine Brüder und Schwestern und dein Nahesein.“

Dritte Tür: „Jesus, durch dich gehe ich in die Welt hinaus. Präge und gebrauche mich an diesem Tag. Amen.“

Autor/-in: Tina Arnold