06.02.2025 / Bibel heute
Die Heilung einer blutflüssigen Frau und die Auferweckung der Tochter des Jaïrus
Als Jesus zurückkam, nahm ihn das Volk auf; denn sie warteten alle auf ihn. Und siehe, da kam ein Mann mit Namen Jaïrus, der ein Vorsteher der Synagoge war, und fiel Jesus zu Füßen und bat ihn, in sein Haus zu kommen; denn er hatte eine einzige Tochter von etwa zwölf Jahren, die lag in den letzten Zügen. Und als er hinging, umdrängte ihn das Volk.[...]
Ihr Browser unterstützt HTML5 Audio nicht!
Es kann passieren, es fällt etwas unerwartet und unverhofft in unser Leben ein. Eine schlimme Diagnose durchkreuzt unsere Pläne und bringt unseren bisherigen Alltag durcheinander. Oder der Tod klopft bei einem uns sehr nahestehenden Menschen an und stellt damit alles auf den Kopf. Wir stoßen an unsere Grenzen. Wir leben zwischen Hoffen und Bangen. Wohin dann mit unserem Kummer, unserer Angst und Verzweiflung?
Jesus hilft
Der Evangelist Lukas erzählt von zwei Menschen, die sich in ihrer Not an Jesus wenden. Die eine macht es aus Scham ganz unauffällig, still und heimlich. Der andere tritt vor aller Augen und Ohren ganz offensichtlich an Jesus heran. Beide erfahren Hilfe durch Jesus. Die Frau leidet seit 12 Jahren unter Blutfluss. Diese Krankheit ist mit Scham besetzt. Sie macht die Frau damals kultisch unrein. Sie kann nicht teilhaben an der gottesdienstlichen Feier. Sie ist ausgeschlossen. Sie ist lebendig, aber schon wie schon tot. Ihr ganzes Vermögen hat sie für Ärzte ausgegeben. Aber keiner hat sie heilen können. So tritt sie in dem Gedränge vieler Menschen um Jesus ganz heimlich von hinten an ihn heran. Voll Hoffnung auf Heilung berührt sie den Saum seines Gewandes. Sofort hört ihr Blutfluss auf. Jesus fragt, wer ihn berührt hat, weil eine Kraft von ihm ausgegangen ist. Erst jetzt auf die wiederholte, beharrliche Frage von Jesus, tritt die Frau aus der Verborgenheit heraus und bekennt öffentlich ihre Not und die Heilung durch Jesus. Und er sagt ihr zu: „Meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Geh hin in Frieden!“ Ihr Leben ist heil geworden durch den Glauben an Jesus. Die Beziehung zu Gott und Menschen ist wieder hergestellt.
Jairus, der Synagogenvorsteher, tritt ganz offensichtlich an Jesus heran. Angst und Sorge um seine Tochter treiben ihn. Er ist verzweifelt, denn seine einzige Tochter liegt im Sterben. Sein Schmerz ist groß. Er bittet Jesus, dass er zu ihm in sein Haus komme. Und Jesus macht sich sofort auf den Weg zu ihm. Er hilft allen, der unreinen Frau und dem gesetzestreuen Synagogenvorsteher. Die Unterbrechung des Weges und das Gespräch Jesu mit der Frau stellt Jairus auf eine harte Geduldsprobe. Es geht doch um Leben und Tod seiner Tochter. - Und dann ist es wirklich zu spät. Einer von seinen Leuten kommt und sagt: „Deine Tochter ist gestorben. Bemühe den Meister nicht mehr.“ Es hat keinen Zweck mehr. Es ist aus.
Doch Gottes Möglichkeiten sind nicht am Ende, wo wir nicht weiterwissen, wo wir an unsere Grenzen stoßen. Jesus sagt zu Jairus: „Fürchte dich nicht; glaube nur, so wird sie gesund!“ Als sie zu dem Haus kommen, schreien die Klageweiber schon die Totenklage heraus. Aber Jesus nimmt das Mädchen bei der Hand. Er ruft sie mit seinem Wort: „Kind steh auf!“ zurück ins Leben. Und das Wunder geschieht. Sie atmet wieder! Ihr wird durch Jesus das Leben neu geschenkt. Was für eine Freude! Jesus ist stärker als der Tod. Der Tod hat nicht das letzte Wort. Jesus ist der Herr über Krankheit und Tod. Die Eltern des Mädchens sind von dem Geschehen so überwältigt, dass Jesus ihnen einen ganz praktischen Hinweis geben muss: „Gebt ihr etwas zu essen!“
Kein Hilferuf bleibt ungehört
Jesus kann auf den Hilferuf aus großer Not, auf Gebete so antworten, dass jemand das Leben neu geschenkt bekommt. Einer wird nach schwerer Krankheit oder nach einem Unfall erstaunlicherweise wieder gesund, total wieder hergestellt. – Jesus kann aber auch so antworten, dass Krankheit oder Beeinträchtigung bleiben. Jemand wird trotzt Gebet und Glauben nicht wieder gesund, sondern lernt im Vertrauen auf Jesus mit der Krankheit zu leben und dennoch Lebensfreude auszustrahlen. Gerade dadurch kann er anderen zum Segen zu werden. Da geschieht das Wunder auf diese Weise.
Jesus kann auch so antworten, dass jemand stirbt, dass sie oder er heimgerufen wird, obwohl viele um Heilung gebetet und Hilfe von ihm erwartet haben. Auf vieles haben wir keine Antwort, warum es so oder so geschieht. Aber wir dürfen gewiss sein: Unser Leben liegt in seiner Hand.
Jesus sagt im Johannesevangelium, Kapitel 11: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt.“
Mit der Auferstehung Jesu Christi hat Gott uns diesen weiten Horizont der Hoffnung aufgetan. Was ihm widerfahren ist, als Gott ihn von den Toten auferweckte, dürfen auch wir erwarten. Wenn wir an Jesus Christus glauben, kann uns nichts mehr von Gottes Liebe trennen, auch nicht der Tod.
Dieser Glaube hat mir in meinem Leben Kraft gegeben an Sterbebetten mir nahestehender, lieber Menschen zu sitzen, ihre Hand zu halten, zu schweigen, zuzuhören, Worte von Jesus, Psalmen oder Gesangbuchverse zu sprechen, zu beten, zu weinen und einfach da zu sein. In diesen schweren Zeiten habe ich besonders die Nähe Jesu und seine Hilfe erfahren. Er hat mich auch durch das Tal der Trauer über den Verlust eines lieben Menschen hindurch zu neuer Freude geführt.
Aufruf zum Glauben
Beide Geschichten sind ein Ruf zum Glauben an Jesus Christus. Sein Wort gilt auch heute für Sie und mich in den verschiedenen Situationen: „Fürchte dich nicht, glaube nur!“