23.08.2026 / Anstoß - Gedanken zum Tag

Die Bedeutung der Unbedeutenden

Und er setzte sich und rief die Zwölf und sprach zu ihnen: Wenn jemand will der Erste sein, der soll der Letzte sein von allen und aller Diener. Und er nahm ein Kind, stellte es mitten unter sie und herzte es und sprach zu ihnen: Wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt nicht mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.

Markus 9,35-37

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Chef sein und bestimmen können, das ist der Traum vieler Menschen. Das ist viel besser als Diener sein und Befehle entgegennehmen müssen. So läuft das in der Welt. Wer oben steht, ist angesehen, wer unten steht, nicht. 

In der Welt von Jesus ist das anders. Als Jesus mitbekommt, wie seine zwölf Jünger darum streiten, wer von Ihnen der Wichtigste ist, reagiert Jesus sofort und zitiert die Zwölf zu sich. Was Jesus dann tut, hat der Evangelist Markus festgehalten: 

„Er sprach zu ihnen: Wenn jemand will der Erste sein, der soll der Letzte sein von allen und aller Diener. Und er nahm ein Kind, stellte es mitten unter sie und herzte es und sprach zu ihnen: Wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt nicht mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.“ (Markus 9, 35-37) 

Was Menschen, die Jesus nachfolgen auszeichnen soll, das ist Demut und die Bereitschaft, anderen zu dienen. Die Debatte darüber, wer der Beste und Größte ist, ist völlig fehl am Platz. Im Reich Gottes geht es um andere Dinge. Zum Beispiel darum, die Schwachen und Hilfsbedürftigen im Blick zu haben. Dafür nimmt Jesus ein Kind als Beispiel. Kinder haben eigentlich in jeder Gesellschaft, damals wie heute, nichts zu melden. Sie sind zudem auf Schutz und Hilfe angewiesen. Sich um ein Kind kümmern hat nicht viel Glanz und wird nicht sonderlich hoch geachtet. Und doch, wer so ein Kind aufnimmt, nimmt Jesus selbst auf und damit Gott, so sagt es Jesus seinen Jüngern. 

Für mich heißt das: ich soll nicht bei den Reichen und Mächtigen nach großer Ehre und Anerkennung streben, sondern den Blick auf die richten, die Schutz und Hilfe benötigen. Nicht, weil ich muss oder dafür einen Preis bekomme, sondern, weil Jesus genau das  von mir will.

Autor/-in: Horst Kretschi