28.02.2023 / Anstoß - Gedanken zum Tag

Der Tiefe entkommen

Aus der Tiefe rufe ich, HERR, zu dir. Herr, höre meine Stimme!

Psalm 130,1–2

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Tief unten. So fühlte ich mich letztens.  Dabei hatte ich gar nichts falsch gemacht. Vielmehr waren andere Menschen mit mir nicht so gut umgegangen. Zumindest aus meiner Sicht.

Das hat mich runtergezogen. Eh ich mich’s versah, habe ich trübe Gedanken gewälzt. Ich war verärgert, habe die Dinge einfach nicht verstanden. Ich war verletzt – und, ja, vielleicht habe ich mir selbst auch ein wenig leid getan.

Ging es mir gut? Nein. Ich wollte da wieder rauskommen. Dann habe ich angefangen, mit Gott zu sprechen über die ganze Misere. Im Gebet habe ich ihm alles geschildert, ihn um Abhilfe gebeten, versucht, alles bei ihm zu lassen.

Mir ging es langsam besser. Und ich habe wieder schätzen gelernt, dass ich mich immer an Gott wenden kann. Egal, ob ich Fehler gemacht habe oder andere Menschen. So schreibt auch der Autor des 130. Psalms: „Aus der Tiefe rufe ich, HERR, zu dir. Herr, höre meine Stimme!“ (Psalm 130,1-2)

Wie gehe ich damit um, wenn ich etwas falsch gemacht habe? Darum geht es in Psalm 130 in erster Linie. Ich glaube aber, ich kann mich bei Gott auch aus der Tiefe melden, wenn mich andere Menschen in den Abgrund gestürzt haben. Oder wie der englische Baptistenpastor Spurgeon einst zu dem Psalm gesagt hat: „Es hat wenig zu bedeuten, wo wir uns befinden, wenn wir zu beten imstande sind.“

Dieser Ruf aus der Tiefe wird auch in Zukunft eine hilfreiche Ressource sein, mit der ich wieder rauskomme aus der Tiefe.

Autor/-in: Joachim Bär