05.02.2024 / Bibel heute

Das Vorbild des leidenden Apostels und die Bedeutung der Heiligen Schrift

Du aber bist mir gefolgt in der Lehre, im Leben, im Streben, im Glauben, in der Langmut, in der Liebe, in der Geduld, in den Verfolgungen, in den Leiden, die mir widerfahren sind in Antiochia, in Ikonion, in Lystra. Welche Verfolgungen ertrug ich da! Und aus allen hat mich der Herr erlöst. Und alle, die fromm leben wollen in Christus Jesus, müssen Verfolgung leiden.[...]

2. Timotheus 3,10–17

Ihr Browser unterstützt HTML5 Audio nicht!

Schauen Sie mit mir den Brief des Paulus genauer an.

Soeben wurde das Briefgeheimnis gelüftet, gerade haben wir einen Auszug aus seinem Brief an den engen Mitarbeiter Timotheus gehört. Dieser Brief wurde weltweit veröffentlicht im meistgelesenen Buch der Welt: in der Heiligen Schrift, unserer Bibel. Paulus war ein Vielschreiber, ein kommunikativer Mensch, er verfasste viele Briefe an Mitarbeiter, Freunde und Gemeinden. Manche behaupteten, er habe nicht gut reden können. Was solls? Er war ein begnadeter Briefeschreiber, viele von seinen Briefen sind uns bis heute erhalten.

Paulus hat zur Feder gegriffen oder hat seinen Brief diktiert. Heutzutage würde er eine E-Mail schreiben oder eine WhatsApp. So kommunizieren wir heute weltweit mit Freunden und Verwandten.

Mir sind zwei Gesichtspunkte der Briefbotschaft des Paulus an Timotheus ins Auge bzw. ins Ohr gesprungen:

Zum einen höre ich die große Anerkennung und ein Lob für seinen treuen Mitarbeiter. Auch in schwierigen Umständen war er treu dran geblieben an Paulus und seinem Auftrag. Er wurde als treuer Mitarbeiter befunden, der dranblieb an dem was Paulus am Herzen lag.

Zum zweiten höre ich die Bestärkung für Timotheus, dranzubleiben an dem, was er von Kind auf gelernt hat. Paulus weist auf die Quellen hin, aus denen Timotheus gelernt hat und zum Glauben gefunden hat. Die Heilige Schrift als Richtschnur und Wegweiser auf dem Weg, ein verlässlicher Mitarbeiter zu sein. Auftrag und Ziel: Gutes zu tun an Jedermann, Mut machen statt „Wegsehen“, Mut zum Handeln. Einmischen in die Gesellschaft und Salz und Licht für die Mitmenschen zu sein.

Paulus hat nicht vergessen, seine eigene Leidensgeschichte nochmals zu benennen. Er bestätigt dankbar, dass Gott ihn aus allen misslichen Situationen gerettet hat. Welch eine Gnade! Damit weist Paulus die Nachfolger Jesu darauf hin, dass sie im Laufe ihres Christseins mit Verfolgung und Anfeindung zu rechnen haben. Das erleben heutzutage viele Christen in Ländern, die keine Religionsfreiheit haben und die Akzeptanz ihrer Staatsreligion zur Bedingung machen.

Auch hier bei uns Deutschland erlebe ich immer öfter Menschen, die sich lächerlich machen über Menschen, die ihr Christsein offen leben, sich dazu bekennen und aktiv ihren Beitrag leisten. Sie werden beschimpft oder gelästert als Sozialträumer, Ewig-Gestrige, Weicheier oder Kompromissler.

Paulus weist in seinem Brief darauf hin, dass es die „bösen Menschen und Betrüger“ immer schlimmer treiben. Wenn ich mich umschaue und umhöre, die Nachrichten sehe und lese, kann ich Paulus nur bestätigen: Sie treiben es immer schlimmer, sie betrügen andere und werden doch auch selbst betrogen.

Paulus bestärkt seinen Mitarbeiter, er bestärkt Sie und mich, uns nicht von Anfeindungen und vom Gegenwind beeindrucken zu lassen. Der Apostel weist auf die Glaubwürdigkeit der Quelle hin, die Heilige Schrift, die vom Geist Gottes eingegeben wurde. Was wir dort lesen, zeigt uns den Weg, wie wir leben sollen. Dort lernen wir, unsere Schuld zu sehen und uns auf den richtigen Weg zu machen. Diese Worte aus der Bibel erziehen zu einem Leben nach Gottes Willen. Wer zu Gottes Botschaft ja sagt, ist für die Anforderungen gerüstet, alles zu tun, was gut und richtig ist.

Paulus betont, dass die Worte der Bibel nützlich sind für jedermann. Als Richtschnur, zur Besserung des Verhaltens auf dem Weg zu Gerechtigkeit. Ein Lehr- oder Lernbuch, heutzutage für Jedermann und Jedefrau elektronisch auf dem Bildschirm im PC, Tablet oder im Smartphone nachzulesen. Nie war es einfacher, dem Wort Gottes ganz schnell sehr nah zu sein. Der BibleServer vom ERF oder die Deutsche Bibelgesellschaft laden ein, die Homepage anzuklicken. Das ist die aktuelle technische Ausrüstung, um der Forderung des Paulus zu folgen: Hören, Lesen, Lernen und auf den Weg machen.

Zu den vielen Informationen und Positionen im Internet, auf Social Media ist die Stimme Gottes durch die Bibel und deren Botschaft dringend notwendig. In unsicheren Zeiten und im Kampf der Überzeugungen, negativen Botschaften, Verschwörungstheorien und Fake News aller Art, sollen wir diese Stimme Gottes, von Jesus Christus, eingegeben vom Heiligen Geist herausfiltern, heraushören.

Das ist die Botschaft des Briefschreibers an uns Menschen des Jahres 2024: lass die Stimme Gottes hören, lass die Botschaft zu und handle nach dem, was du gesehen, gehört und gelernt hast.  Mit der Heiligen Schrift in der Hand – oder auf dem Bildschirm – ist der Mensch, der sich Gott zur Verfügung stellt, ausgerüstet für alle Aufgaben des Dienstes. Stellen wir uns Gott zur Verfügung.

„Gottes Stimme lasst uns sein“ – heißt es in einem Lied.

Gottes „Follower“ lasst uns sein, mit unzähligen Klicks bei IHM. Und laden wir dazu ein – unsere „Follower“ zu Jesus Christus.

So hat die alte Kommunikationsform „Brief“ in anderer technischer Form auch heute ihren Platz in der digitalen Welt.

Ich frage mich, wie Timotheus den Brief von Paulus aufgenommen hat.                                          Da kann ich nur spekulieren.

Wie ist Paulus‘ Brief bei Ihnen angekommen?

Erinnern wir uns an den Anfang: Paulus sagt – gut gemacht und bleib dran.

Und ich sage: „Danke, Paulus, für deine Stärkung und deine Aufforderung.“

Autor/-in: Volker Stücklen