03.11.2026 / Wort zum Tag
Das große Geheimnis
Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen.
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Was ist der Unterschied zwischen einem Rätsel und einem Geheimnis?
Ein Rätsel hat eine Lösung. Wenn ich lange darüber nachdenke, finde ich in den meisten Fällen auch die Lösung. So wie eine mathematische Gleichung, die am Ende aufgeht. Ich brauche den richtigen Ansatz und Durchhaltevermögen und manchmal auch etwas Glück. Wenn ich die Lösung kenne, dann ist es kein Rätsel mehr. Ein gelöstes Rätsel ist uninteressant und langweilig.
Wie verhält es sich aber mit einem Geheimnis? Ich kann mich in das Geheimnis hineinvertiefen. Ich kann darüber nachdenken und ganz viel Zeit damit verbringen. Aber irgendwann habe ich den Eindruck, dass es immer größer und undurchsichtiger wird, je mehr ich davon weiß.
Der Apostel Paulus schreibt im Römerbrief am Schluss des 11. Kapitels:
„Wie unerschöpflich ist Gottes Reichtum! Wie tief ist seine Weisheit, wie unermesslich sein Wissen! Wie unergründlich sind seine Entscheidungen, wie unerforschlich seine Wege! Hat jemals ein ´Mensch` die Gedanken des Herrn ergründet? Ist je einer sein Berater gewesen?“ Wer hat Gott jemals etwas gegeben, sodass Gott es ihm zurückerstatten müsste?“
In diesen Sätzen hat Paulus das Staunen über die unbegreifliche Weisheit Gottes beschrieben. Bewusst hat er dieses heilige Staunen an das Ende eines Gedankenganges gesetzt, bei dem menschlicher Verstand nicht mitkommt. Es sind die Kapitel neun bis elf des Römerbriefes. Paulus beschreibt hier Gottes ewigen Ratschluss über das Volk Israel. Gleichzeitig greift er die Frage der Gnadenwahl auf. Ich stoße hier in der Tat an einen Punkt, wo ich mit Gottes Entscheidungen und Wegen nicht mehr mitkomme.
Ebenso unergründlich ist das Geheimnis der Heiligen Dreifaltigkeit. Es gibt nur einen Gott, den Schöpfer Himmels und der Erden. Doch dieser eine Gott offenbart sich in drei Personen, als Vater, Sohn und Heiliger Geist. Die Frage nach dem dreieinigen Gott ist keine Theorie-Frage. Es ist eine Lebensfrage. Wie begegnet er uns? Und wie begegnen wir ihm?
Das Leben ist ein Geheimnis. Ich kann noch so sehr darüber nachdenken, am Ende bleibt das Staunen darüber, dass mir dieses einzigartige, besondere Leben geschenkt ist. Ich kann singen und springen und bin Teil dieser Welt. Und wenn ich erkenne, dass Gott mein Schöpfer ist, dann tauche ich in dieses Geheimnis ein. Weil ich damit sage: Mein Leben ist kein Zufall. Ich bin gewollt und ein geliebtes Kind Gottes.
Genauso ist die Liebe ein Geheimnis. Ich kann versuchen sie zu begreifen – am Ende bleibt das Staunen, dass es möglich ist, dass ich lieben kann. Und auch, dass jemand zu mir sagt: Du bist wertvoll und wunderbar.
Und wenn ich dann sagen kann: Jesus Christus ist Gottes Sohn. In ihm zeigt sich Gott auf eine einzigartige Weise. Durch Jesus bekomme ich einen Freund und einen Erlöser. Und ich weiß, dass mein Leben bis in die Ewigkeit reicht.
Gott hält alles in seinen Händen, das Sichtbare und das Unsichtbare und dich und mich. Manchmal bin ich Gott nahe, manchmal bin ich ihm fern. Ich versuche immer mehr ihn zu begreifen. Aber ich muss nicht alles verstehen. Er versteht mich. Und bei allem Nachdenken steht am Ende das Staunen und das Loben. So wie es im letzten Vers des 11. Kapitel des Römerbriefes steht: „Gott ist es, von dem alles kommt, durch den alles besteht und in dem alles sein Ziel hat. Ihm gebührt die Ehre für immer und ewig. Amen.“