07.06.2026 / Wort zum Tag
Das Gefühl: Ich bin ausgeliefert
HERR, wenn ich mitten in der Angst wandle, so erquickst du mich.
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Kennen Sie das auch? Das Gefühl einer Übermacht ausgeliefert zu sein, die Sie in die Enge treibt? Sie weichen zurück, aber die Gefahr kommt immer näher.
Dann spüren Sie plötzlich, dass es nicht mehr weitergeht. Sie stehen mit dem Rücken zur Wand, während die Bedrohung weiter auf Sie zukommt.
Die Bibel nennt das Bedrängnis. Martin Luther übersetzte dieses Wort oft mit Angst.
Angst kann selbst Auswirkungen auf meinen Körper haben:
- Wenn das Herz immer schneller schlägt oder sogar in die Hose rutscht.
- Wenn die Körperhaare sich sträuben und der Atem schneller geht.
- Angst kann mir manchmal sogar den Schlaf rauben.
Die Ursachen sind unterschiedlich. Vielleicht rennt tatsächlich ein wildes Tier auf mich zu, gegen das ich mich nicht wehren kann.
Meist sind es aber andere Bedrohungen, die mich in Bedrängnis bringen:
- Wenn der Arzt sagt, der Tumor sei leider nicht gutartig.
- Wenn klar wird, dass die Firma keine Zukunft hat.
- Wenn der Chef von Kündigung spricht.
- Wenn Kinder Wege gehen, die ich nicht für gut halte.
- Wenn es in der Ehe kriselt.
- Wenn die Finanzen nicht mehr ausreichen, um den Lebensunterhalt zu bestreiten.
- Wenn Zukunftshoffnungen zerplatzen.
- Wenn meine Ehre und mein Ansehen zerstört wird.
- Wenn die Kraft nicht mehr ausreicht.
Für viele mögen meine Aufzählung eine schlichte Sammlung von Schlagworten sein. Aber wer sie durchleben muss, der weiß, wie die Angst das eigene Leben negativ verändert. Angst soll eine Schutzfunktion sein. Natürlich kann sie auch positive Auswirkungen haben. Aber meist macht sie mein Leben eng und raubt mir den Lebensmut.
Was hilft?
Ich erinnere mich an eine Nachtwanderung mit Kindern. Vorlaute Jungs wurden plötzlich ganz kleinlaut. Unbekannte Geräusche in der Nacht ließen sie nach der starken Hand des Leiters suchen. Wer jemand kennt, der stärker ist als die Bedrohung, bei dem verändert sich etwas. Die Angst weicht.
So hat es wohl vor vielen tausend Jahren ein Beter erlebt, dessen Worte im Buch der Psalmen der Bibel aufgenommen wurden.
Ich weiß nicht, was ihm Angst machte.
Sein Feedback an Gott will mein Vertrauen stärken, dieselbe Erfahrung zu machen:
Wenn ich mitten in der Angst wandle, anders übersetzt: wenn ich mitten durch Gefahren gehe, oder: wenn ich von Not umgeben bin, dann… greift Gott ein. Vielleicht beseitigt er das Problem. Auf alle Fälle verändert er den Blick auf das, was mir Angst einflößt. Gott lässt mich aufatmen.
In der Basis-Bibel findet sich die Übersetzung: Wenn ich mitten durch Gefahren gehe, so erhältst du mich am Leben.
Der Theologe Helmut Lamparter übersetzte: wenn ich mitten in der Angst wandle, SO ERHÄLTST DU MICH.
Und Hans-Joachim Krauss: Muss ich mitten in der Bedrängnis wandle, Du gibst mir Leben.
Ich kenne Ihre Bedrängnis nicht. Ich weiß nicht, was Ihnen heute Angst macht. Die Jungscharkinder suchten in der Nacht die starke Hand des Leiters. Ich möchte Sie an den Gott verweisen, der seine Leute seit Jahrtausenden erfahren lässt, was in Psalm 138,7 steht: „Wenn ich mitten in der Angst lebe, so erquickst du mich.“