27.10.2026 / Bibel heute
Das Buch mit sieben Siegeln
Und ich sah in der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß, ein Buch, beschrieben innen und außen, versiegelt mit sieben Siegeln. Und ich sah einen starken Engel, der rief mit großer Stimme: Wer ist würdig, das Buch aufzutun und seine Siegel zu brechen? Und niemand, weder im Himmel noch auf Erden noch unter der Erde, konnte das Buch auftun noch es sehen.[...]
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Ein Blick in eine fremde Welt
Ein Blick in eine fremde Welt Es ist beim Lesen der Bibelverse für mich so, als ob ich in ein Museum eintrete. In eine weit zurückliegende Kultur. Eine Welt, so spüre ich, zu der ich mir im Zeitalter von Apple Watch und KI erst einmal eine gedankliche Brücke bauen muss.
Es ist das Buch, das im Zentrum steht. Das Buch mit den sieben Siegeln. Es ist eine Schriftrolle, innen und außen beschrieben. Diese Schriftrolle ist versiegelt. Wahrscheinlich ein römisches Testament. Der geheime Text steht in so einem Testament ganz innen. Dann wird das Papyrus weiter aufgerollt und mit einem ersten Siegel verschlossen. Dann wird weitergeschrieben, und es wird wieder gerollt, ein zweites Siegel angebracht. Und so wird es weiter fortgeführt, bis dann das letzte Siegel angebracht wird.
Auf der Außenseite des Testamentes, der Rückseite, steht lediglich eine Zusammenfassung oder der Name des Verfassers. Durch diese Rolltechnik bleibt der eigentliche, tiefere Inhalt dem Betrachter von außen verborgen.
Die Kraft der versiegelten Worte
Es muss sich um ein sehr wichtiges Dokument handeln. Niemandem ist der tiefere Inhalt zugänglich. Nur derjenige, der die Berechtigung hat, darf die sieben Siegel brechen, nacheinander, und den Inhalt in diesem Dokument lesen und seine Bedeutung und Auswirkungen erkennen. Im Zeitalter von E-Mails, die jeder auf ihrem digitalen Weg durchs weltweite Internet lesen kann, denke ich: „Heute ist nichts mehr geheim.“
Von dieser Perspektive aus gesehen erscheint mir die „Kultur der versiegelten Wörter“ irgendwie sehr seriös zu sein. Da gelten wenige Wörter so viel mehr als die hundertfachen Beiträge und millionenfachen Likes und Smileys heute. Jedes Wort beinhaltet eine eigene Offenbarung. Ein einzelnes Wort löst ein Geschehen aus, eine ganze Kette von Ereignissen. Wenn nur die Wörter befreit werden aus ihrer Verschlossenheit, sie sind wie eine Revolution!
Wer darf das Buch öffnen?
Wer darf das Buch öffnen? Und da liegt dieses Buch, diese Schriftrolle auf der rechten Hand eines mächtigen Herrschers auf seinem Thron. Hat er dieses Buch selbst geschrieben? Er hat die Autorität, die sieben Siegel zu brechen. Aber er macht es offensichtlich nicht. Er selbst ist scheinbar nicht dafür bestimmt.
Dieser geheimnisvolle Anblick wird jäh unterbrochen durch ein lautes Weinen. Der Apostel Johannes, der diese Offenbarung von Jesus selber erhält, weint laut. Er möchte wissen, was in diesem Buch geschrieben steht. „Aber niemand, weder im Himmel noch auf Erden noch unter der Erde, konnte das Buch auftun noch es sehen.“ (Vers 3) Für wen ist es bestimmt, dieses Buch zu öffnen? Wer soll die Wörter in diesem Buch in die Freiheit entlassen? Wem steht es zu, sie geschehen zu lassen?
Und wieder wechselt die Szene. Einer der Ältesten im himmlischen Thronsaal spricht Johannes ganz persönlich an und tröstet ihn: „Weine nicht! Siehe, es hat überwunden der Löwe aus dem Stamm Juda, die Wurzel Davids, aufzutun das Buch und seine sieben Siegel.“ (Vers 5)
Da gibt es doch jemanden, der das Buch öffnen darf!
Jesus – der Messias und Retter
Zwei der wichtigsten messianischen Verheißungen aus den hebräischen Schriften beschreiben diese Person mit einem Bild. Es ist der Messias Israels. Es ist Jesus. Jesus Christus hat die Autorität, das Buch zu öffnen. Das erste Bild:
Er ist der Löwe aus dem Stamm Juda. Jesus ist Jude. Er kommt aus dem jüdischen Volk für sein jüdisches Volk. Ein würdevoller und machtvoller Herrscher. Der Messias Jesus wird den Verlauf und den Ausgang der Geschichte bestimmen. Für Israel und für alle Nationen.
Ein zweites Bild beschreibt den Messias Jesus als eine kleine Pflanze, die aus einer Wurzel hervorwächst. Er stammt aus der Familie Davids. Damit ist er vor seinem eigenen Volk ausgezeichnet als der wahre Messias. Weil Jesus sowohl die „Wurzel als auch das Geschlecht Davids ist“ (Offenbarung 22,16), ist er letztlich Gott selbst.
Jesus wird das Buch öffnen. Er ist der Messias aus Israel. Er ist der Retter für Israel und uns alle. In Ihm haben wir Errettung von unseren Sünden. Er hat das Heil erwirkt am Kreuz auf Golgatha. Für Juden und für uns alle. Mit Ihm haben wir Hoffnung für diese Welt, weil er auferstanden ist. Keine der derzeitigen oder künftigen Autokraten, seien sie Politiker oder Milliardäre, werden das letzte Wort darüber haben, wie unsere Geschichte weitergeht. Von ihnen erwarte ich – ja nicht wieder! – das Heil für diese Welt. Bewahren Sie und ich dieses wunderbare Wort:
„Die Herren dieser Welt kommen und gehen – unser Herr kommt!“