04.07.2025 / Wort zum Tag

„Darauf gebe ich dir mein Wort!“

Du bist mein Schutz und mein Schild: ich hoffe auf dein Wort.

Psalm 119,114

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“Darauf gebe ich dir mein Wort” - haben Sie das schon einmal gesagt? Es bedeutet: “Auf mein Wort kannst du dich wirklich verlassen. Ich halte ein, was ich dir verspreche.” Ja, bei den Menschen, mit denen ich mich umgebe, ist das so. Aber sonst? Glauben Sie Versprechen aus der Werbung? Ich bin eher überrascht, wenn ein Produkt doch so gut ist, wie es angepriesen wurde. Wie war das bei der letzten Bundestagswahl? Da gab es große Aufregung, ob mit der Änderung der Schuldenbremse ein Wahlversprechen gebrochen wurde oder nicht. Wahlversprechen: ehrlich gesagt gebe ich wenig darauf - und bin auch da eher überrascht, wenn sie doch umgesetzt werden.

Worauf kann ich mich heute noch verlassen? Und brauche ich ein verlässliches Wort nicht gerade dann, wenn es mir nicht gut geht? Wenn ich in einer Krise bin? Und nicht nur ich - die ganze Welt steht Kopf, so kommt es mir vor. Was achtzig Jahre lang eine verlässliche Partnerschaft war, wird jetzt in Frage gestellt. Verträge werden neu gedeutet, Worte anders verwendet als bisher.

In den Psalmen der Bibel heißt es: „Du bist mein Schutz und mein Schild: ich hoffe auf dein Wort.“ Da erzählt jemand, wie er von außen bedrängt wird. Lügen und Betrügen stehen auf der Tagesordnung. Aber er hält sich an Gottes Wort, an die Gesetze, die Gott in der Bibel gegeben hat.
Gesetze, Regeln - noch mehr Vorschriften, an die ich mich halten soll? Noch mehr Druck, der auf mir lastet? Ich erlebe es anders. Wenn ich in der Bibel von Geboten lese, spüre ich eine große Tiefe und Wahrheit darin. Vor weit über 3.000 Jahren wurden sie formuliert und haben nichts von ihrer Kraft verloren. Diese Gebote hat sich kein Mensch ausgedacht. Gott hat sie den Menschen ins Herz diktiert. Das spüre ich, wenn ich sie lese. Es geht nicht darum, dass ich etwas tun muss, um jemandem zu gefallen, um anderen Vorteile zu verschaffen. Sondern es geht darum, dass die Gebote mir eine Lebenshaltung mitgeben, die mich und mein Leben prägen. Im Neuen Testament hat Jesus Christus diese Worte in einem einzigen Satz zusammengefasst: Liebe Gott und den Menschen wie dich selbst. Je mehr es mir gelingt, das in meinem Leben umzusetzen, desto mehr spüre ich, wie gut es mir damit geht. Ich darf mich auf dieses Wort stützen, auf dieses Wort vertrauen. Ich merke, wie es für mich zum Schutz und Schild in meinem Leben wird. Nicht davor, dass andere Menschen mich verletzen oder mir schaden. Aber davor, dass ich vor mir und vor Gott selbst gerade stehen kann, dass mein Inneres zum Frieden kommt, mehr als jedes menschliche Wort es tun könnte.

“Darauf gebe ich dir mein Wort” - Gott hat uns das zugesprochen, jedem einzelnen von uns. Und er hält es ein. Auf ihn können wir uns wirklich verlassen.

Autor/-in: Dorothee Döbler