15.08.2026 / Wort zum Tag
Dankbar
Der Samariter fiel nieder auf sein Angesicht zu Jesu Füßen und dankte ihm.
Ihr Browser unterstützt HTML5 Audio nicht!
„An diesem Tag ist mir das Leben noch einmal neu geschenkt worden.“ Die junge Frau ist noch gezeichnet von den Folgen ihres Unfalls. Doch ihre Augen leuchten, wenn sie spricht. „Seit dem Unfall lebe ich anders. Bewusster. Ich bin dankbar für jeden neuen Tag!“
„Heute ist mir das Leben neu geschenkt worden.“ So könnte auch er es sagen: Ein Mann, den Jesus heilt. Bei ihm ist es eine Krankheit, die sein Leben bedroht. Aussatz. Zu seiner Zeit ist das ein Todesurteil. Ja schlimmer noch: Wer Aussatz hat, der darf ab sofort nicht mehr am Leben der anderen teilnehmen. Zu groß ist die Ansteckungsgefahr. Wer Aussatz hat, ist zwar noch am Leben, aber für die Gesellschaft so gut wie tot.
Doch dann das Wunder. Er begegnet Jesus und der heilt ihn. Nicht nur ihn, sondern auch noch 9 andere. „Geht und zeigt euch den Priestern“, so sagt Jesus. Und sie gehen – und schon auf dem Weg merken sie: Wir sind gesund!
Was für eine Freude! Das Leben noch einmal neu geschenkt.
Voller Dankbarkeit läuft er zurück.
Im Lukasevangelium, Kapitel 17, Vers 16 lese ich von ihm:
„Der Samariter fiel nieder auf sein Angesicht zu Jesu Füßen und dankte ihm.“
Er ist dankbar für das Leben, das ihm neu geschenkt wird. Und er weiß auch, wem er es verdankt. Er lobt Gott, so dass alle Welt es hört, und er kommt zu Jesus und dankt ihm.
Warum wohl nur dieser eine umgekehrt ist? Wie ist wohl die Geschichte der anderen neun weitergegangen? Sind sie einfach möglichst schnell in ihr altes Leben zurückgekehrt? Haben sie einfach weitergelebt wie vorher?
Wir wissen es nicht. Aber bevor ich anfange, mich zu wundern über sie, will ich mich lieber selbst fragen: Wie sieht es eigentlich aus mit meiner Dankbarkeit? Kann ich mir so sicher sein, dass ich umkehre, wenn ich an der Stelle dieser Geheilten bin?
Und: Kann ich mir nicht auch ohne die Erfahrung einer schweren Krankheit oder eines Unfalls bewusst machen: Das Leben ist ein Geschenk? Jeder Tag, ein Grund dankbar zu sein?
Wenn ich darüber nachdenke, gibt es auch in meinem Leben viele Momente, in denen ich Bewahrung erlebe: Der Unfall, der eben nur fast passiert wäre. Die Entscheidung, die sich im Nachhinein als genau richtig herausgestellt hat. Bin ich dankbar dafür?
Und dann fällt mir auf, wie die Geschichte weitergeht. Jesus fragt nach den anderen: „Sind nicht die zehn rein geworden? Wo aber sind die neun?“ Und zu dem, der zu seinen Füßen kniet sagt er: „Dein Glaube hat dich gerettet.“
Die Dankbarkeit hat ihn zurückgebracht zu Jesus. Und das ist vor allem für ihn selbst ein Segen. Denn Jesus will ihm noch viel mehr schenken als Gesundheit. Er ist in die Welt gekommen, um zu retten, um ewiges Leben schenken. – Ein neues Leben in einem noch viel tieferem Sinn. Ein Leben, das von Krankheit, Unfall und Tod nicht mehr in Frage gestellt werden kann.
Und deshalb fragt Jesus auch mich nach meiner Dankbarkeit. Nicht, weil er meinen Dank einfordert, sondern weil er mich hinbringt zu Jesus.
Und so will ich das heute dem Geheilten ganz bewusst nachmachen: Umkehren zu Jesus, ihm danken von ganzem Herzen – für das Leben, das er schenkt in dieser und in der ewigen Welt.