17.09.2024 / Anstoß - Gedanken zum Tag

Bringt ja doch nichts?

und richtete mein Herz darauf, die Weisheit zu suchen und zu erforschen bei allem, was man unter dem Himmel tut. Solch unselige Mühe hat Gott den Menschenkindern gegeben, dass sie sich damit quälen sollen. Ich sah an alles Tun, das unter der Sonne geschieht, und siehe, es war alles eitel und Haschen nach Wind.

Prediger 1,13b-14

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Ich hätte Ihnen heute gerne so einen richtigen Mutmachvers aus der Bibel präsentiert.

Stattdessen lese ich im biblischen Buch Prediger gleich im ersten Kapitel:

„Was ist das nur für ein vergebliches Tun?
Gott hat es den Menschen aufgegeben,
sodass sie sich damit plagen!
Ich beobachtete alles Tun,
das unter der Sonne getan wird.
Mit dem Ergebnis:
Alles ist Windhauch und vergebliche Mühe!“ (Prediger 1,13b-14, BasisBibel)

Na, vielen Dank auch! Vielleicht geht es Ihnen wie mir: Da habe ich einen mit Terminen gefüllten Tag vor mir. Und dann schallt es mir entgegen: Eigentlich kannst du alles doch gleich bleiben lassen. Bringt ja doch nichts!

Doch mal ehrlich: Ist das nicht manchmal genau meine Erfahrung? Es gibt Zeiten, da kämpfe ich scheinbar gegen Windmühlen, und das Ergebnis am Ende des Tages ist gleich null.

Jetzt sind die Bibelworte heute eben nicht die Aussagen irgendeines Zynikers. Hier schreibt ein frommer Mann, nämlich der israelitische König Salomo. Dass seine Worte Einzug in die Bibel gefunden haben, zeigt mir: Gott sieht mich – auch in meinem Alltag. Dann, wenn ich gegen Mauern zu rennen scheine. Ich brauche mir die Realität nicht schönreden. Manchmal ist das Leben mühsam. Und dann hält das Gott mit mir gemeinsam aus.

Das ist das wahre Plus, das Menschen haben, die mit dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs auf Du und Du sind: Sie sind niemals allein – auch und gerade dann, wenn’s mal wieder richtig mühsam wird.

Autor/-in: Oliver Jeske