11.06.2026 / Lied der Woche

Besser als Leben (5/7)

Ein Lied und seine Bedeutung.

Ihr Browser unterstützt HTML5 Audio nicht!

Wir stehen ja kurz vor der Jahresmitte, demnächst ist Sommeranfang, in den Weltnachrichten wurde zuletzt die Gefahr eines Super-El Nino beschworen – eine Wetter- und Strömungsanomalie im Pazifik, die alle paar Jahre einerseits für verheerende Dürreperioden auf der südlichen Erdhalbkugel sorgt, gleichzeitig aber auch für Starkregen und gewaltige Überschwemmungen. Und da sprechen die Bilder aus Psalm 63, die Dania König in ihrem Lied verarbeitet hat, ganz von alleine.

Ausgedörrtes Land, staubtrockener, rissiger Boden, der nicht nur eine kurze Dusche braucht, auch keinen Wolkenbruch, der alles wegschwemmt, sondern einen ergiebigen, lang anhaltenden Landregen. Und die Menschen und die Tiere? Durst. Brennender, quälender Durst. Wie das halt so ist bei trockener Hitze.

Nun sind die Psalmen ja ursprünglich in hebräischer Sprache verfasst, auch der 63. Psalm, und da blinkt bei Psalm 63 Vers 2 das Lämpchen „Achtung Sprachspiel!“ Denn im biblischen Hebräisch steht das Wort „Nefesch“ einerseits für Seele, andererseits für Kehle. Psalm 63 Vers 2 kann man also einmal so hören: „Meine Kehle dürstet.“ Verständlich im „trockenen, dürren Land, wo kein Wasser ist.“ Aber mit gleichem Recht kann man hören: „Meine Seele dürstet.“ Wonach dürstet sie? Nach Gott. Gott kann den inneren Menschen gewissermaßen wässern, zum Aufblühen und Aufleben bringen. Der Psalmist hat’s erlebt, und mit seinem Lied plaudert er gewissermaßen aus, wie man an dieses Lebenswasser herankommt. 

Autor/-in: Markus Baum