19.08.2026 / Wort zum Tag
Aufruf zur Umkehr
Der Tag des HERRN kommt und ist nahe.
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Irgendwann ist Schluss. Nach zahlreichen Verwarnungen des Kreditinstituts muss Jens das Auto zurückgeben. Er hatte sein Auto finanziert, dann jedoch andere unvorhergesehene Ausgaben, und konnte schließlich nicht zeitig zurückzahlen. Daher tritt nach einigen Mahnungen die rechtlich unausweichliche Folge ein. Jens muss sein Auto abgeben. Irgendwann ist halt Schluss. Solch eine Situation wie in dem Beispiel, ist natürlich nicht schön, trotzdem ist das Vorgehen des Kreditinstituts gerechtfertigt. Dem Kreditinstitut wird auch nicht per se böswilliges Verhalten unterstellt. Es sind halt die rechtlichen Vorgaben.
Wenn Gott in der Bibel Konsequenzen für Fehlverhalten ankündigt, denke ich allzu leicht, dass er ungerecht ist. Ist Gott nicht ein liebender Gott, dem ich folge? Tatsächlich sind die Gerichtsankündigungen in der Bibel meist in Bildsprache und recht hart formuliert. Im heutigen Losungsvers der Herrnhuter Brüdergemeine geht es auch um eine Gerichtsankündigung. Im Alten Testament in dem Buch Joel, Kapitel 2 Vers 1 steht: „Der Tag des Herrn kommt und ist nahe.“ Dass es hier um Gericht geht, wird aus den Versen davor und danach deutlich. Dort wird der Tag des Herrn als ein dunkler Tag beschrieben, an dem verzehrendes Feuer sich ausbreitet und feindliche Heere über das Land hereinbrechen. Ja, das klingt böswillig.
Der Tag des Herrn im Alten Testament wird als ein Tag beschrieben, an dem Gott selbst das Schicksal seines Volkes Israel neugestalten wird. Das Volk Israel scheitert immer und immer wieder daran, die Gebote und Weisungen Gottes zu befolgen. Deswegen wird der Tag des Herrn meist als ein schrecklicher Schlussstrich beschrieben, um dann noch einmal neu anzufangen. Ziel dieses Gerichtstages ist nicht die Vernichtung, sondern der Neuanfang. Durch die Ankündigung soll das Volk Israel schon zum Neuanfang gedrängt werden, bevor die Konsequenzen wahr werden. Sowie Eltern eine Strafe ankündigen, aber darauf hoffen, dass sich das Kind schon vor der Strafe zum Gehorsam entscheidet.
So heißt es in den folgenden Versen im Buch Joel: Doch auch jetzt noch, spricht der HERR, kehrt um zu mir von ganzem Herzen mit Fasten, mit Weinen, mit Klagen! Zerreißt eure Herzen und nicht eure Kleider und kehrt um zu dem Herrn, eurem Gott! Denn er ist gnädig, barmherzig, geduldig und von großer Güte, und es reut ihn bald die Strafe. Wer weiß, vielleicht wird er umkehren und es sich gereuen lassen und Segen hinter sich zurücklassen. (Joel 2,12-14a)
Hier wird deutlich: Die Androhung, dass der Tag des Herrn kommen wird, ist ein Aufruf zur Umkehr. Das Gericht ist nicht der Kern, der Gott ausmacht. „Denn er ist gnädig, barmherzig, geduldig und von großer Güte.“
Wenn ein Kreditinstitut androht, ein Auto zu beschlagnahmen, kann es trotzdem optimale Bedingungen für eine Kreditaufnahme bieten, und ein sauberes Unternehmen sein. Gott kündigt Gericht an, aber er will nicht strafen, sondern Umkehr.
Ich möchte Sie heute daran erinnern, dass es einen Tag geben wird, an dem sich jeder vor Gott verantworten muss. Weil alle Menschen sündigen, kann keiner an jenem Tag bestehen. Jesus Christus wird Mensch und hat ein sündloses Leben gelebt, und am Kreuz die Strafe für meine Schuld getragen. Deshalb darf ich Jesu Gerechtigkeit an jenem Tag für mich in Anspruch nehmen. Auch Sie dürfen das. Wenn Jesus der Herr Ihres Lebens ist, ist er auch Ihr Retter. Das Ziel der Gerichtsankündigung ist, dass davor die Chance zur Umkehr genutzt wird. Dazu möchte ich Sie heute in Gottes Namen einladen.