06.05.2026 / Bibel heute

Auf dem Weg mit Jesus

Darum sollen wir desto mehr achten auf das Wort, das wir hören, damit wir nicht am Ziel vorbeitreiben. Denn wenn das Wort fest war, das durch die Engel gesagt ist, und jede Übertretung und jeder Ungehorsam gerechten Lohn empfing, wie wollen wir entrinnen, wenn wir eine so große Seligkeit nicht achten, die zuerst gepredigt wurde durch den Herrn und bei uns bekräftigt wurde durch die, die es gehört haben?[...]

Hebräer 2,1–10

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Jesus Christus: Ihm ist alle Macht gegeben

In unserem Bibelabschnitt wird betont, dass Gott seinem Sohn Jesus Christus alle Macht gegeben hat – im Himmel und auf Erden. Alles hat Gott Jesus unterworfen, die Gegenwart und auch die zukünftige Welt, alle Menschen, alle Engel und Gewalten. Gott hat ihn nur für kurze Zeit unter die Engel erniedrigt – als Jesus als Mensch auf Erden lebte.

Wichtig ist die Aussage, dass Jesus auch Macht über alle Engel gegeben ist. Denn manche Menschen verehren ja Engel und beten sie an. Doch Engel sind Boten Gottes, die nur seine Botschaften überbringen. Im Lukasevangelium, Kap. 1 wird bspw. berichtet, dass Gott den Engel Gabriel zu Maria sandte, um ihr die Geburt Jesu und einige Verheißungen über sein Leben anzukündigen. Zuvor war der Engel Gabriel zu Zacharias gesandt worden, um ihm die Geburt seines Sohnes Johannes (des Täufers) anzukündigen. Dies gehörte zu Gottes Heilsplan für uns. Insofern gebührt Gott die Ehre und Anbetung und nicht den Engeln.
 

Gottes Heilsplan: Rettung durch Glauben, nicht durch gute Taten

Jesus erläutert Gottes Heilsplan bspw. indem er sagt: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn Jesus Christus hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt geschickt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.“ (Johannes 3,16–17).

Deutlich wird hier: Gott tat dies aus Liebe zu uns, damit wir gerettet werden! Und: Jesus ist unser Retter – nicht die Engel. Entscheidend ist daher unser Glaube an Jesus und an Gott. Manche Menschen glauben, gute Taten reichen aus. Sie meinen, wir können uns dadurch unsere Rettung und ewiges Leben selbst „verdienen“. Wer Jesu Worte ernst nimmt, erkennt jedoch: Das ist ein Irrglaube!

Die Verse 1–5 im Hebräerbrief, Kap. 2 ermahnen uns, aufmerksam darauf zu achten, was wir von Jesus gehört haben und was die Zeitzeugen bestätigt haben. Gott selbst hat dies durch Zeichen und Wunder und Gaben des Heiligen Geistes bezeugt. Wie können wir das umsetzen?

In meinem Bibelkreis beschäftigen wir uns seit Längerem mit dem Thema: Was sagt die Bibel über Jesus? Was sagt Jesus selbst über sich, was sagen andere über ihn? Die meisten Quellen dazu befinden sich ja im Neuen Testament in den vier Evangelien, in der Apostelgeschichte, in den Briefen und in der Offenbarung. Wir haben uns dafür entschieden, die Abschiedsworte Jesu an seine Jünger im Johannesevangelium, Kapitel 13–17 zu studieren. Dieser Bibelabschnitt ist eine wahre Fundgrube zu diesem Thema und sehr empfehlenswert. Denn Jesus erläutert hier nochmal in konzentrierter, knapper Form seine wichtigsten Botschaften und Weisungen. Hier verdeutlicht er bspw. auch seine Sendung als Retter der Welt.
 

Das Leiden Jesu – unser Heil wurde teuer erkauft

Zurück zum Hebräerbrief: In Vers 9 heißt es, dass Jesus als Lohn für sein Leiden und Sterben mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt wurde. Denn es war Gottes gnädiger Wille, dass Jesus für alle den Tod erlitt.

Gott will also, dass alle Welt gerettet wird und zur Erkenntnis der Wahrheit kommt. Das bedeutet: Jesus litt und starb für meine Rettung, für unser aller Rettung. Und da Jesus wahrer Mensch und wahrer Gott ist, hat er an diesen Leiden auch wirklich gelitten.

Ich dachte früher bei Jesu Leiden immer nur an seinen Tod am Kreuz. Das war ja damals die schlimmste Form der römischen Folter und daher schon schwer genug für Jesus. Erst später erkannte ich, wie viele andere Leiden er bereits vor seinem Kreuzestod ertragen musste: Pilatus ließ Jesus geißeln, d. h. Jesus wurde mit einer Peitsche geschlagen, in die Bleikugeln und Knochen stücke eingeflochten waren. Mit jedem Peitschenhieb wurde ein Fetzen aus seiner Haut weggerissen. Eine schreckliche Vorstellung! Er wurde außerdem verhöhnt, lächerlich gemacht, gemütigt, ungerecht behandelt sowie unschuldig verurteilt. Und er erlitt starke Schmerzen durch das Tragen des schweren Kreuzes.

Zuvor war er bereits von seinen Jüngern und Freunden verlassen und von Petrus sogar drei Mal verleugnet worden. Außerdem wusste Jesus ja schon vorher, welche Leiden auf ihn zukommen würden und hatte Angst davor. Im Garten Gethsemane schwitzte er deshalb Blut und Wasser und betete: „Mein Vater, dir ist alles möglich. Lass diesen Kelch an mir vorübergehen. Aber nicht wie ich will, sondern wie du willst.“ Und Gott sandte einen Engel zu ihm und stärkte ihn. Deutlich wird: Unsere Rettung hat Jesus äußerst viel gekostet. Ich bin – wir sind – wirklich teuer erkauft.


Was Gott von uns erwartet – drei Beispiele

Wir sind aber auch gefordert, für unsere Rettung einiges zu tun. Ich möchte dazu nur drei Beispiele herausgreifen:

Jesus ruft uns auf, an ihn und an Gott zu glauben und Gott von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt zu lieben. Jesus will in einer engen persönlichen Beziehung mit uns leben – im Alltag, an jedem Tag. Jesus sagt sogar, er will in uns wohnen. Anfänglich konnte ich mir das gar nicht vorstellen. Inzwischen glaube ich daran, denn Jesus hat es ja gesagt.

Jesus ruft zur Umkehr auf. Was heißt das ganz praktisch? Ich prüfe öfters mal, ob es etwas gibt, das mich von Gott trennt. Das Wichtigste ist, dass ich an Jesus und an Gott glaube. Wenn Zweifel aufkommen, kann ich ihn bitten, mir neue Glaubensgewissheit zu schenken. Oder ich prüfe, ob ich um Vergebung von Schuld oder von Betrug, Lügen oder üble Nachrede etc. bitten muss.

Ich habe bspw. mit Vergebung von Schuld eines anderen Menschen in einem schwierigen Fall sehr gute Erfahrungen gemacht. Gott hat mich nach meiner Vergebung mit neuer Kraft, neuer Freude, neuem Frieden und neuer Zuversicht beschenkt, die er in mein Herz gelegt hat. Das war erstaunlich, denn im Äußeren hatte sich nichts verändert. Meine Familie hat danach sehr schnell festgestellt, dass sich etwas Tiefgreifendes in mir verändert hat. Die Vergebung hat bewirkt, dass ich Jesu Verheißung erlebt habe: „Ich bin gekommen, dass ihr das Leben habt und zwar das Leben in Fülle!“ Eine wunderbare Erfahrung!

Jesus ruft uns auch auf, Frucht zu bringen, Frucht, die bleibt! Wie kann ich es schaffen, Frucht zu bringen? Ich stütze mich bspw. auf Jesu Verheißungen im Johannesevangelium, 15,5ff: „Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt reiche Frucht. Denn ohne mich könnt ihr nichts tun“. Hier folgt noch ein weiteres Versprechen: „Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt, ihr werdet es erhalten.“ Sind diese Verheißungen nicht wunderbar? Wie tröstlich, dass ich das Fruchtbringen nicht aus eigener Kraft schaffen soll. Sie ermütigen mich, vertrauensvoll loszugehen, denn Jesus steht mir bei!

Autor/-in: Renate von Boddien