03.05.2026 / Anstoß - Gedanken zum Tag

Arm durch Geiz - Warum Freigiebigkeit reich macht

Einer teilt reichlich aus und hat immer mehr; ein andrer kargt, wo er nicht soll, und wird doch ärmer.

Sprüche 11,24

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Kennen Sie Ebenezer Scrooge? Das ist die Hauptfigur aus „Eine Weihnachtsgeschichte“, dem wohl bekanntesten Werk des britischen Schriftstellers Charles Dickens.

Ebenezer Scrooge ist reich, unfassbar reich, aber auch ebenso einsam und verbittert. Er knausert und spart, wo er kann, er gönnt sich keine Freude im Leben und sieht auch nicht ein, warum er anderen Menschen eine Freude bereiten sollte. So wurde er von seinem kaltherzigen Vater geprägt. Reichtum um des Reichtums willen, das ist sein Lebensinhalt. Wie hohl sein Lebensentwurf ist, wird ihm drastisch vor Augen geführt. Er muss realisieren, dass sein Geiz ihn arm gemacht hat! Arm an Menschen, die etwas für ihn empfinden und für die er etwas empfindet, arm an Liebe, warmherziger Zuneigung und Freundlichkeit, arm an Freude am Leben.

Als Ebenezer Scrooge das erkennt, ändert er sein Leben radikal. Er wird der großzügigste und freigiebigste Mensch im weiten Umkreis. Er versteht es, das Leben zu feiern. Er macht andere Menschen glücklich und wird selbst dadurch glücklich! Er sucht Gemeinschaft und wird reich an Liebe, Freude und Freunden.

Diese beiden Grundeinstellungen im Leben beschreibt auch eine mindestens 2.500 Jahre alte Lebensweisheit aus der Bibel: „Manche sind freigebig und werden dabei immer reicher, andere sind geizig und werden arm dabei.“ (Sprüche 11,24) – Geiz zählt nicht zu den christlichen Tugenden. Freigiebigkeit, die sich in gelebter Nächstenliebe ausdrückt, aber schon.
 

Infos zum Buch der Sprüche:

Autor/-in: Horst Kretschi