25.02.2026 / Wort zum Tag

An der Hand gehalten

Ich, der HERR, habe dich gerufen in Gerechtigkeit und halte dich bei der Hand. Ich habe dich geschaffen[1] und bestimmt zum Bund für das Volk, zum Licht der Heiden, 

Jesaja 42,6

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„An der Hand gehalten“ Manchmal sieht das Leben aus wie ein Weg im Nebel. Ich erkenne die nächsten Schritte, aber nicht das Ziel. Ich gehe weiter – mit Fragen im Kopf: Bin ich auf dem richtigen Weg? Reicht meine Kraft? Wer geht eigentlich mit mir?

In solche Situationen hinein spricht Gott ein erstaunlich zärtliches Wort: „Ich halte dich bei der Hand.“ Nicht: Ich schiebe dich vor mir her. Nicht: Ich ziehe dich hinter mir her. Sondern: Ich gehe mit dir – und halte dich. Dieses Bild kenne ich aus dem Alltag: Ein Kind an der Hand. Nicht, weil es unfähig wäre zu gehen, sondern weil es Schutz braucht, Orientierung, Nähe. Und Gott sagt: So gehe ich mit dir durchs Leben.

„Ich habe dich gerufen“

Jesaja 42 beginnt nicht mit Leistung, sondern mit Berufung: „Ich habe dich gerufen.“

Nicht: Du hast dich qualifiziert. Nicht: Du hast dich bewiesen. Nicht: Du hast alles richtig gemacht. Sondern: Ich habe dich gerufen. Das heißt: Dein Leben ist kein Zufall. Dein Weg ist kein Betriebsunfall. Dein Dasein ist keine Notlösung. Gott sagt: Ich kenne deinen Namen.
Ich kenne deine Geschichte. Ich kenne deine Fragen. Und trotzdem – oder gerade deshalb – rufe ich dich. Vielleicht hörst du heute zum ersten Mal oder neu: Du bist nicht nur jemand, der durchs Leben stolpert. Du bist jemand, der gerufen ist.

 „Ich halte dich bei der Hand“

Das zweite Wort ist noch stärker: „Ich halte dich bei der Hand.“ Das ist kein Bild für Kontrolle,
sondern für Beziehung. Wenn jemand meine Hand hält, dann ist er nah. Dann ist er aufmerksam. Dann merkt er, wenn ich stolpere. Dann kann er mich bremsen oder ziehen.
Dann bin ich nicht allein unterwegs. Viele Menschen glauben: Gott geht vor mir – und ich muss hinterherkommen. Aber dieses Wort sagt: Gott geht neben mir.

Er ist nicht nur Ziel. Er ist Begleiter. Vielleicht brauchen Sie heute genau dieses Bild: Nicht Gott auf dem Berg, nicht Gott im Himmel, sondern Gott an deiner Seite. In deiner Krankheit.
In deiner Einsamkeit. In deiner Entscheidung. In deiner Müdigkeit. In deiner Angst. Ich halte dich bei der Hand.

Für die Müden

Vielleicht sind Sie müde geworden: Vom Kämpfen. Vom Hoffen. Vom Warten. Vom Funktionieren.

Dann sagt Gott heute nicht: „Streng dich mehr an.“ Er sagt: „Ich halte dich bei der Hand.“

Vielleicht haben Sie Angst vor der Zukunft. Dann sagt Gott nicht: „Reiß dich zusammen.“

Er sagt: „Ich halte dich bei der Hand.“ Vielleicht fühlen Sie sich schuldig. Dann sagt Gott nicht:
„Du musst besser werden.“ Er sagt: „Ich halte dich bei der Hand.“ Und Jesus sagt: Hör auf mich. Wenn Angst schreit: „Du schaffst das nicht.“ sagt Jesus: „Fürchte dich nicht.“ Wenn Schuld sagt: „Du bist nicht gut genug.“ sagt Jesus: „Deine Schuld ist dir vergeben.“ Wenn Einsamkeit sagt: „Du bist allein.“ sagt Jesus: „Ich bin bei dir alle Tage.“

Ein Bild für heute

Stellen Sie sich vor: Sie gehen einen Weg. Es ist noch nicht ganz hell. Sie sehen nicht alles. Aber Sie spüren eine Hand. Nicht fest zupackend. Nicht zwingend. Aber da. Und Sie hören eine Stimme:
Nicht laut, nicht dramatisch, aber klar: „Komm. Geh weiter. Ich bin da.“ Das ist Glaube:
Gehen, obwohl ich nicht alles sehe. Vertrauen, obwohl ich nicht alles verstehe. Hören, obwohl viele Stimmen reden.

Vielleicht willst du heute innerlich sagen: „Jesus, ich nehme deine Hand.“ Für diesen Tag. Ein Schritt. Ein Atemzug. Ein Gebet. Manchmal ist das genug.

Gebet

Lieber Vater im Himmel,
du hast uns gerufen.
Nicht wegen unserer Stärke,
sondern aus deiner Liebe.

Du hältst uns bei der Hand,
wenn wir unsicher sind,
wenn wir müde sind,
wenn wir nicht weiterwissen.

Danke für Jesus,
deinen Sohn,
auf den wir hören dürfen.
Seine Worte geben Leben,
seine Nähe gibt Trost,
sein Weg gibt Hoffnung.

Halte uns fest,
wenn wir fallen.
Sprich zu uns,
wenn wir verwirrt sind.
Und geh mit uns
durch diesen Tag.

Amen.

Autor/-in: Heiko Bräuning