12.12.2020 / Anstoß - Gedanken zum Tag

Advent mit neuer Qualität

HERR, sei mir gnädig! Heile mich; denn ich habe an dir gesündigt.

Psalm 41,5

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Einst war David gefeierter Held und König. Doch diese Zeiten sind vorbei. David liegt krank darnieder und niemand steht ihm zur Seite. 

So beschreibt David eine Leidenszeit in Psalm 41 und schreit seine Verlassenheit hinaus. In seinem Psalm wird nichts beschönigt. Und doch heben sich seine Worte ab. David begnügt sich nicht damit, die Schuld bei anderen zu suchen. David nutzt seine Situation auch zu einer selbstkritischen Bestandsaufnahme.

Einen Ansprechpartner findet David in Gott. Ihn redet er an, hoffnungsvoll: "Herr, sei mir gnädig. Heile mich, denn ich habe an dir gesündigt." 

Längst nicht so isoliert wie David, und auch nicht so krank, erinnert mich diese Szenerie dennoch an die momentane Situation. Die Coronaschutzmaßnahmen schränken unsere Kontakte ein. Weihnachten und Advent sind auf einmal kein vierwöchiges Volksfest mehr mit Betriebsfeiern und Kaufhausschlachten. Der Advent 2020 erinnert an seinen ursprünglichen Sinn als eine Zeit der Einkehr und des Nachdenkens.

Davids Psalm lädt mich dazu ein, diesen anderen, diesen ursprünglichen Advent bewusst zu anzunehmen und zu gestalten. Die gute Nachricht: Ich kann alles vor Gott bringen als Zufluchtsort und als Adresse der Hoffnung. Das könnte den Advent 2020 tatsächlich aus vielen anderen herausheben.

Autor/-in: Andreas Odrich