01.11.2025 / Wort zum Tag

Achtung Lebenshilfe!

Wenn ich schaue allein auf deine Gebote, so werde ich nicht zuschanden.

Psalm 119,6

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Ich fahre mit meinem Kleinwagen über Land. Höre Musik - ERF natürlich - und  überlege, ob im Himmel eigentlich die Lieder in Moll oder Dur gesungen werden. Singen wir dort Worship in verständlicher Sprache oder fröhliche Choräle? Da blinkt mich in einem Dorf, durch das ich gerade fahre, ein leuchtendes Kästchen mit einem traurigen roten Smily an: „Sie fahren 62 km/h“.  Ups, natürlich gleich auf die Bremse, sonst klingelt im Verkehrsamt die Kasse – für mich in Moll. Im Grunde bin ich dankbar für den Warnhinweis, besser als ein teures Foto.

Der Straßenverkehr wird von Verboten, Geboten und Regeln bestimmt. Aber alle Hinweise sind im Grunde Hilfen für einen geordneten und gefahrlosen Verkehrsfluss. Sinnlose Raserei, leichtsinnige Überholmanöver, das bisschen Alkohol und das Daddeln am Handy enden schnell im tödlichen Unfall. Verbote, Gebote ignoriert und schon ist es passiert.

Und die Gebote der Bibel? Im Psalm 119, Vers 6 steht: „Wenn ich schaue allein auf deine Gebote, so werde ich nicht zuschanden.“

Mir fällt auf, dass es bei den Zehn Geboten nicht heißt: Du darfst nicht! Sondern du sollst nicht – also ein gut gemeinter ernster Hinweis, damit ich nicht in die Falle tappe, nicht auf dubiose Verlockungen hereinfalle und dann teure Nachfolgekosten entstehen. Von solchen bitteren Nachfolgekosten können die erzählen, welche den Hinweis: Du sollst nicht töten, du sollst nicht ehebrechen ignoriert haben. Der Psalm 119 warnt: … damit ich nicht zuschanden werde – also zur Schande für mich und meine Familie, nicht vor Gott und nicht vor der Gesellschaft oder so: „Ich brauche nicht beschämt zu sein, wenn ich auf deine Gebote achte.“

Ralf und Enrico (Namen geändert) haben sich einen Spaß daraus gemacht, im Supermarkt Süßigkeiten zu klauen. Es wird zum Wettbewerb, wer das meiste unter der Jacke herausträgt. Doch Enrico wird vom Kaufhallenchef erwischt. Die Eltern werden einbestellt. Beim Verhör kommt heraus, dass es keine Einzeltat war. Darauf folgte eine Anzeige bei der Polizei. Natürlich sind die Eltern entsetzt, aber harte Strafen halten sie für unangebracht. So wird Enrico in das Kinderzimmer geschickt und er soll mal aufschreiben, was er als Verkaufsstellenleiter in seinem Fall gemacht hätte. Dem Jungen wird klar, dass er mit der Mauserei Unrecht getan und sogar gegen das Gebot „Du sollst nicht stehlen“ verstoßen hat. Es folgen einige Vorschläge, wie sich Enrico vorstellen kann, das Unrecht wieder gut zu machen. Der Vater geht mit ihm zur Verkaufsstelle und zur Polizei. Dort gibt es Vermahnungen, aber die hat Enrico nicht mehr nötig. Sein Vergehen gegen das Diebstahlverbot sitzt so tief, dass er keine Strafe mehr braucht. Nach den schwierigen und peinlichen Besuchen sagt der Vater am Abend: „So Enrico, jetzt beten wir zusammen, dass dir auch Gott vergibt und du dich auch vor ihm nicht mehr schämen musst.“

Autor/-in: Albrecht Kaul