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„Wir müssen uns die Mühe machen zu differenzieren“

Uwe Heimowski von der Evangelischen Allianz zu Gewalt gegen Politiker.

 

Politiker sein gehört laut einer Forsa-Umfrage zu den zehn unbeliebtesten Berufen in der Bundesrepublik. Nur ein Viertel der Deutschen vertraut unseren Volksvertretern. Doch rechtfertigt das verbale oder sogar körperliche Angriffe auf sie?

Uwe Heimowski, der Politikbeauftragte der Evangelischen Allianz in Deutschland, beobachtet: Es gibt immer mehr Bereitschaft zur Aggression gegenüber Politikern. Heimowski war selbst einige Jahre Kommunalpolitiker in Gera. Dort hat er Angriffe auf die Parteibüros von Linken und AfD miterlebt. Heimowskis Schlussfolgerung daraus: „Die Gewalt in der politischen Auseinandersetzung wird an den Rändern stärker!“
 

Anstand bedeutet Zuhören

Doch was sind die Ursachen dafür? Heimowski sieht sie in geistiger Brandstiftung und beklagt ein enthemmteres Klima. „Das fängt an bei radikalisierter Sprache im Internet. Diese Radikalisierung findet dann irgendwann auf der Straße statt.“

Auch eine wertschätzende demokratische Streitkultur geht aus Sicht des Politikbeauftragten immer mehr verloren. Volksvertreter müssten neu über den Umgang auch mit dem politischen Konkurrenten nachdenken. Es sei „der Gegner und nicht der Feind.“ Es müsse wieder zugehört werden. „Zum Anstand gehört, dass ich versuche zu verstehen, warum der Andere so ist, wie er ist“, ist Heimowski überzeugt.

„Lieber der Falsche sagt etwas Richtiges“

Er fordert eine Rückkehr von der reinen Partei- zur Sachpolitik: „Lieber der Falsche sagt etwas Richtiges, als der Richtige was Falsches. Es muss doch darum gehen, was uns gemeinsam nach vorne bringt.“

Eine Haltung, die gerade für Christen angemessen sein sollte, die sich auf die Bibel berufen. Der 1. Korintherbrief mit dem Bild vom Leib mit vielen Gliedern zeige: „Ohne den anderen und seine Meinung bin ich unvollständig.“
 

Christen müssten differenzieren

Deshalb gehöre es zu einer christlichen Haltung zu argumentieren. Um Lösungen zu ringen, die dem Gemeinwohl dienlich sind, auch wenn das manchmal Mühe macht, so der Politische Beauftragte der Evangelischen Allianz: „Wir als Christen dürfen nicht nur platt schwarz-weiß argumentieren. Wir müssen und die Mühe machen zu differenzieren.“


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