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„Weiter so“ in Nigeria

Buhari bleibt Präsident von Nigeria. Doch kann er das Land aus der Krise führen?


  • Der frühere Präsident Muhammadu Buhari wurde Ende Februar mit einer klaren Mehrheit wiedergewählt.
  • Die Reaktionen sind ambivalent, denn viele Versprechen hat Buhari in seiner ersten Amtszeit nicht erfüllt.
  • Terror, Korruption und Arbeitslosigkeit sind Probleme Nigerias, die dringend einer Lösung bedürfen.
  • Die Christen im Land befürchten, dass durch die Wiederwahl Buharis die Islamisierung Nigerias weiter fortschreitet und die Verfolgung der Christen zunimmt.
  • TWR baut eine zweite Sendeanlage in Westafrika auf, die in Zukunft christliche Radioprogramme nach Nigeria ausstrahlen wird.


Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Dieses Sprichwort passt zu den Präsidentschaftswahlen in Nigeria. Denn knapp einen Tag vor dem eigentlichen Wahltermin am 16. Februar verschob die Regierung spontan den Wahltermin um eine Woche. Als die Wahl Ende Februar endlich stattfand, lag die Wahlbeteiligung bei unter 40 Prozent. So verwundert es auch nicht, dass der frühere Präsident Muhammadu Buhari wiedergewählt wurde.

Nigeria ist Afrikas bevölkerungsreichstes Land und durch seinen Ölreichtum die größte Volkswirtschaft auf dem afrikanischen Kontinent. Trotzdem leben viele Menschen in extremer Armut; die Arbeitslosigkeit liegt bei 23 Prozent und betrifft viele junge Menschen. Circa die Hälfte der Bevölkerung ist unter 18 Jahre alt, die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 53 Jahre.

Obwohl die Wahl im Großen und Ganzen reibungslos vonstattenging, kam es auch zu gewalttätigen Zwischenfälle. Von Euphorie ist im Land wenig zu spüren. Nachdem Buhari schon in seiner ersten Amtszeit viele Versprechen nicht erfüllt hat, sind die Nigerianer politikmüde. Die Tatsache, dass Buhari den obersten Richter des Landes während seiner ersten Amtszeit entlassen hat, sowie die kurzfristige Verschiebung der Wahl haben das Vertrauen der Nigerianer in Buhari weiter erschüttert. Einen wirklichen Kurswechsel trauten sie aber offensichtlich auch dem Herausforderer Atiku Abubakar nicht zu, für den nur 41 Prozent der Wähler stimmten. Beide Kandidaten sind über 70 Jahre alt – und das in einem Land, in dem 60 Prozent der Bevölkerung unter 25 ist.

Die Reaktionen auf die Neuwahl von Buhari sind ambivalent. Wenigstens ist er nicht korrupt, meinen die einen; andere kritisieren, dass der 76-Jährige nicht die Innovationen anstößt, die das Land wirtschaftlich und politisch braucht. Wieder andere erinnern sich noch daran, dass Buhari in den 80ern zwei Jahre lang das Land per Militärdiktatur regierte.
 

Die Angst vor einer Islamisierung bleibt bestehen

 

Gerade Christen sind besorgt, denn vor allem im Kampf gegen die islamische Terrororganisation Boko Haram hat Buhari seine Versprechen nicht gehalten. Obwohl er immer wieder öffentlich davon sprach, die Terrororganisation zu zerschlagen, ist ihm dies nicht gelungen. Einzelne Erfolge gegen Boko Haram wurden herausgestellt, doch der Einfluss der Terrorgruppe wurde dadurch nicht gebrochen. Tatsächlich ist der frühere Präsident Olusegun Obasanjo sogar überzeugt, dass Boko Haram unter Buhari so stark geworden ist wie noch nie zuvor.

Dass Buhari Muslim ist und sich noch vor 20 Jahren für die Einsetzung der Scharia im ganzen Land stark gemacht hat, macht Christen zudem zu schaffen. Zwar tritt Buhari seit seiner ersten Wahl zum Präsidenten für Religionsfreiheit ein, doch er genießt den Rückhalt der Muslime im Land. Der regionale Leiter unseres Partners TWR in Mittel- und Westafrika Abdoulaye merkt dazu an: „Für uns und für die Christen im Allgemeinen ist dies nicht die beste Neuigkeit. Denn wir wissen, dass dieser Mann die volle Unterstützung der muslimischen Menschen in Nigeria hat und selbst den Islam sehr stark unterstützt.“

Deshalb befürchtet Abdoulaye, dass die Verfolgung von Christen in der zweiten Amtszeit von Buhari noch weiter zunehmen wird. Schon seit einiger Zeit setzen sich islamische Organisationen in der Region dafür ein, Nigeria zu einem muslimischen Land zu erklären. Das wäre extrem problematisch. Denn seitdem vor einigen Jahren in vielen nördlichen Staaten Nigerias die Scharia eingeführt wurde, hat sich die Gewalt zwischen Muslimen und Christen verstärkt. Schon jetzt sind die Christen im Norden und in der Mitte Nigerias Diskriminierung und Verfolgung ausgesetzt. Diese Verfolgung verschiebt sich immer weiter nach Süden. Die Christen in Nigeria haben daher große Angst, dass auch der Süden Nigerias islamisch wird.
 

Neue Sendestation soll Nigeria mit christlichen Radioprogrammen erreichen

Auch Abdoulaye ist deswegen besorgt und bittet deutsche Christen um Gebet: „Bitte unterstützt unsere Missionsarbeit weiter durch euer Gebet, damit wir Gottes Wort in diesem Land weitergeben können und Menschen dadurch zum Glauben finden. Dadurch kann verhindert werden, dass Nigeria mit seinen 200 Millionen Einwohnern zu einem muslimischen Staat wird.“ Da Nigeria in der Region Westafrikas zentral gelegen ist und zudem die größte Volkswirtschaft und die meisten Einwohner in ganz Afrika hat, wäre dies nicht nur für Nigeria, sondern für ganz Westafrika fatal.

Aktuell ist TWR dabei, auf dem Gelände einer bestehenden Radiostation in der Region einen zweiten großen Sendemast aufzubauen. Dieses Projekt wird „OASIS“ genannt, denn wie eine Oase in der Wüste soll dieser Sender Menschen Leben schenken – gerade den Menschen im Norden Nigerias, die besonders unter dem Terror der Boko Haram leiden. Durch den neuen Sendemast wird es möglich, genau diese Region mit christlichen Radioprogrammen zu erreichen und den Menschen dort von Jesus Christus und seiner Liebe zu erzählen.

ERF Medien beteiligt sich am Aufbau der neuen Sendeanlage in Westafrika. Uns liegt am Herzen, dass die Menschen in Nigeria von Jesus Christus und seiner Liebe erfahren. Schon jetzt unterstützt ERF Medien in Kooperation mit TWR viele Projekte in Afrika. Ihre Spende hilft uns, dies weiterhin zu tun.

TWR-Präsident Lauren Libby sieht in dieser Möglichkeit ganz klar Gottes Führung: „Gott hat es ermöglicht, dass wir eine Lizenz für eine zweite Sendestation in Westafrika bekommen haben. Dadurch werden wir die Länder Nigeria, Niger und Togo erreichen, also insgesamt viele Gebiete, in denen die Boko Haram aktiv sind. Es ist ein Wunder, dass wir das tun können.“ Seit 5 Jahren plant TWR schon dieses Projekt, jetzt ist die Eröffnung der Sendeanlage in greifbare Nähe gerückt. Container mit technischem Material sind bereits unterwegs und sollen in den nächsten Monaten vor Ort eintreffen. Bereits jetzt läuft der Aufbau der Anlage. Wenn alles planmäßig verläuft, kann die neue Sendestation schon im Sommer eröffnet werden.
 

Video über das Projekt OASIS (in Englisch):

 


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