Afrika Lesezeit: ~ 2 min

Viele haben Angst zu verhungern

Sarah Dilling vom christlichen Hilfswerk „Advivia“ harrt trotz Corona in Simbabwe aus.

 

 

Sarah Dilling ist eine Frau, die anpackt. Im Januar ist die Agrarwissenschaftlerin nach Simbabwe gereist. Dort wollte sie ein Ausbildungszentrum für junge Menschen ins Leben rufen - ihr Beitrag gegen die Armut und Misswirtschaft in dem Nachbarstaat Südafrikas.
 

95% Arbeitslosigkeit

Die Lage hat sich in den letzten Wochen durch die Corona-Krise sogar noch einmal zugespitzt, berichtet Dilling: „95 % der Simbabwer sind arbeitslos. Die Jugendarbeitslosigkeit beträgt sogar 98 %. Die meisten überleben von dem, was sie sich am selben Tag erarbeiten durch Straßenhandel.“

Jetzt ist es zum Shutdown für mindestens drei Wochen in Simbabwe gekommen. Für die Menschen bedeute das eine Katastrophe. „Dadurch, dass die Leute jetzt gezwungen sind, zu Hause zu sein, sind sie nicht in der Lage, sich für diesen Zeitraum einen Vorrat anzulegen. Viele haben Angst zu verhungern.“
 

Erst ein abgesagter Flug – dann ein Hilfsprojekt

Für Sarah Dilling gilt in dieser Situation der Grundsatz jedes Entwicklungshelfers: „Ich kann nur dann anderen Menschen helfen, wenn ich selbst gesund bleibe.“ Deshalb war ihr erster Plan, mit ihrer 10-jährigen Tochter das Land zu verlassen. „Mein Team hatte versucht, einen Flug zu besorgen. Der wurde gecancelt, so dass ich jetzt hier mehr oder weniger eingesperrt bin.“

Was sich von außen wie ein Desaster darstellt, nimmt die Christin Sarah Dilling für sich als einen Fingerzeig Gottes an. Über ihren Arbeitgeber, das Hilfswerk Advivia, ruft sie zu Spenden für die Menschen in Simbabwe auf. „Wir haben bereits damit angefangen, in der Hauptstadt Harare und im Süden des Landes Lebensmittel zu besorgen. Unsere Zielgruppe dabei sind die älteren Leute und auch Waisenkinder, die sehr hilflos sind.“
 

„Gott gibt mir Kraft!“

Bei aller notwenigen und wichtigen Hilfe ist sich Sarah Dilling der Risken bewusst, die sie aktuell eingehen muss. „Diese Situation ist tatsächlich nicht ganz einfach für mich: das Gefühl, eingesperrt und den Gefahren ausgesetzt zu sein.“ Auch sei das Gesundheitssystem Simbabwes schlecht aufgestellt. „Wenn hier etwas passieren sollte, dann wüsste ich nicht, wo ich mich hinwenden kann.“

Sarah Dilling vom Hilfswerk Advivia freut sich daher über jedes Gebet für sie und ihre Tochter. Gleichzeitig verspürt die Entwicklungshelferin aber auch eine große Geborgenheit in allen Herausforderungen. Dass die Polizei ihr erlaubt, trotz der Ausgangssperre Hilfeleistungen in Simbabwe zu geben, ist für sie ein Wunder. „Meine Kraft kommt von oben, von Gott, der mir wirklich zur Seite steht. Er hat hier einiges in Bewegung gesetzt, was ich nicht für möglich gehalten habe. Gott gibt mir Kraft in dieser Situation!“


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