Porträt Lesezeit: ~ 7 min

Umarmt von Jesus

Als Emals Vater Christ wird, ist der Muslim schockiert. Doch dann erscheint Jesus ihm im Traum.

 

Emal in der Sendung ERF MenschGott (Foto: ERF Medien)
Emal  in der Sendung ERF MenschGott (Foto: ERF Medien)

Der Traum von einem besseren Leben: Das ist es, was Emal und seine Eltern dazu bewegt, aus Afghanistan nach Europa auszuwandern. Als Angehöriger des Geheimdienstes hat Emals Vater zwar keine schlechte Stellung, aber die Einsatzorte des Vaters sind nicht ganz ungefährlich für die Familie. Als Muslime können sie zwar nichts mit dem Christentum anfangen. Aber das sichere und freie Europa fasziniert sie. Sie hoffen, dort ein sichereres und besseres Leben führen zu können. Deshalb wandern sie, nach Deutschland aus. Doch kaum in Griechenland angekommen, trennt sich die Familie. Während Emal und sein Bruder nach Deutschland weiterreisen, bleiben die Eltern mit dem jüngeren Bruder in Griechenland zurück.

Anderthalb Jahre lebt Emal ohne seine Eltern in Deutschland. Er ist mittlerweile ein Teenager und freut sich über die neue Freiheit, die Deutschland ihm bietet. Emal fängt an, Alkohol zu trinken und zu rauchen. Er genießt das Leben in vollen Zügen, trotzdem bleibt eine Sehnsucht: „Mir ging es super. Das Leben war für mich sehr schön, aber trotzdem fühlte ich eine Leere. Ich habe immer nach Liebe gesucht. Menschen haben mir nie diese Liebe gegeben. Ich habe an Allah geglaubt, aber meinen Glauben nicht mehr so praktiziert wie in Afghanistan.“

Die Eltern in Griechenland erhalten derweil Hilfe von einer christlichen Gemeinde. Als Emals Vater zum ersten Mal den Jesus-Film sieht, rührt ihn die Szene von Jesus am Kreuz zu Tränen. Er beginnt sich zu fragen: „Wie kann ein Menschen so etwas aushalten? Wieso stirbt ein Mensch überhaupt für andere?“ Erste Zweifel am Islam machen sich in Emals Vater breit. Dann hat er einen Traum: Er ist wieder in seiner Heimat und reinigt dort ein Plumpsklo. Doch dann kommt seine bereits verstorbene Mutter auf ihn zu. Sie sagt ihm ganz klar: „Lass diesen Dreck! Komm, glaube an Jesus!“ Dieser Traum bringt die Wende. Emals Vater entscheidet sich für Jesus.
 

„Wenn mein Vater verlorengeht, gehe ich mit ihm in die Hölle“

Schließlich kann die Familie nach Deutschland nachkommen. Emals Vater erzählt seinen Söhnen voller Begeisterung von Jesus. Doch Emal kann kaum fassen, was er hört. Sein eigener Vater ist Christ geworden – wie kann das sein? Emals Bild von Christen ist bislang eher negativ und sehr von dem geprägt, wie er als Afghane das westliche Europa wahrnimmt. Umso schockierter ist er vom Glaubenswechsel seines Vater: „Ich fragte mich: Wie kann es sein, dass mein Vater einfach Christ wird? Ich konnte ihn nicht mehr so ernst nehmen wie vorher. Und ich fragte mich: Wie kann es sein, dass Allah ihn irregehen lässt?“

Diese Frage treibt ihn um. Schließlich ist sein Vater doch ein guter Mensch. Aber laut Koran kommt er nun in die Hölle, bloß weil er kein Muslim mehr ist. Dies kann Emal einfach nicht verstehen. Vor allem nicht, weil er merkt, dass sein Vater sich zum Positiven verändert hat, seit er Christ geworden ist. Wo er früher aufbrausend reagiert hat, ist er nun geduldig. Auch mit dem Rauchen hat er aufgehört. Doch besonders die Liebe, die sein Vater nun ausstrahlt, fasziniert Emal − ebenso wie die Art, wie sein Vater von Jesus erzählt.

Die Veränderungen im Leben seines Vaters bringen Emal ins Grübeln. Er entschließt sich, weiter nachzuforschen, und beschäftigt sich intensiv mit dem Leben von Jesus und Mohammed. Was er über Jesus erfährt, überzeugt ihn. Er entscheidet sich, dem Weg seines Vaters zu folgen. Emal beschreibt seine Motivation folgendermaßen: „Ich dachte: Wenn mein Vater verlorengeht, gehe ich mit ihm in die Hölle. Denn wenn Allah gerecht wäre, würde er ihn nicht irregehen lassen.“
 

„Jesus umarmte mich im Traum“

Aber als Emal in der Bibel liest, begegnen ihm dort Aussagen über Jesus, die ihn verwirren und abschrecken. Dass Jesus Gottes Sohn sein soll, stößt ihn regelrecht ab. Schließlich weiß er aus dem Koran, dass es die größte Sünde ist, zu behaupten, dass Gott einen Sohn habe. Auch wenn Emal Jesus mittlerweile sehr bewundert, kann und will er nicht glauben, dass dieser Gottes Sohn ist. Enttäuscht von Christentum und Islam entschließt er sich, nur noch an eine höhere Macht zu glauben. Er sagt dies seinem Vater, wohlwissend, dass dieser zwar nicht mit Wut, wohl aber mit Enttäuschung reagieren könnte. Doch der Vater ermutigt Emal, seinen eigenen Weg zu gehen.

Kurze Zeit später träumt Emal von Jesus. Im Traum steht Jesus ihm direkt gegenüber. Daher fragt er ihn: „Habe ich Zweifel an dir?“ Doch statt einer Antwort breitet Jesus einfach nur seine Arme aus und umarmt ihn. In diesem Moment spürt Emal zum ersten Mal die Liebe Gottes. Mit diesem Traum ändert sich für ihn alles. Schon ganz oft hatte er sich gewünscht, von Mohammed zu träumen. Doch statt Mohammed ist ihm nun Jesus im Traum erschienen. Diese Erfahrung und das krasse Empfinden der Liebe Jesu beseitigen alle Zweifel in ihm:

Jesus ist für mich lebendig geworden. Ich hatte keine Zweifel mehr daran, dass Jesus der Sohn Gottes ist. – Emal

 

Endlich frei von Lebenslügen

Vieles in Emals Leben ändert sich mit der Entscheidung für Jesus. Er hört auf zu rauchen und zu trinken. Rückblickend resümiert er: „Mein Charakter hat sich total verändert. Ich bin nicht mehr aggressiv wie früher. Ich versuche immer, das Leben von Jesus als Vorbild zu nehmen und Menschen etwas Gutes zu tun.“ Sich an Jesus in seinem Verhalten zu orientieren, das ist Emal seit seiner Bekehrung sehr wichtig. Doch er spürt auch, wie Gott schrittweise sein Denken verändert.

Bislang hatte Emal mit vielen Vorurteilen zu kämpfen – Vorurteile, gegenüber anderen, aber auch Vorurteile, von denen er denkt, dass andere sie über ihn haben. Durch die Beziehung zu Jesus ändert sich das. Beim Thema Selbstwert erlebt Emal besonders stark, wie Gott ihm eine neue Perspektive schenkt: „Ich dachte, ich bin wertlos. ‚Weil ich Afghane bin, werde ich so behandelt.‘ Das war immer mein Satz. Aber jetzt denke ich anders. Ich weiß jetzt, wer ich bin. Ich bin ein Sohn Gottes und aus dieser Identität heraus erneuere ich meine Gedanken.“

Eine einjährige Bibelschulzeit hat Emal sehr dabei geholfen, die Lebenslügen in seinem Leben zu erkennen und ihnen Gottes Wahrheit entgegenzustellen. In dieser Zeit konnte er mit anderen Christen im Glauben wachsen. Immer wieder spürt er aber auch, dass Gott die Vorurteile und Lügen in seinem Leben durch konkrete Situationen zurechtrückt. So führt Gott ihn in eine WG mit einem Afrikaner. Gegen Afrikaner hatte Emal bislang starke Vorurteile, doch durch das tägliche Zusammenleben erkennt er, dass seine Vorurteile falsch waren.

Ich weiß jetzt, wer ich bin. Ich bin ein Sohn Gottes und aus dieser Identität heraus erneuere ich meine Gedanken. – Emal

 

„Wenn Leute suchen, zeigt sich Jesus ihnen“

Weil er erlebt hat, wie sehr ihn Jesus verändert hat, erzählt Emal anderen gerne von seinem Glauben. Er hat keinerlei Scheu, auch mit Muslimen über Jesus zu reden. Mutig stellt er sich ihren Fragen. Schließlich weiß er aus eigener Erfahrung, wie fremd der christliche Glaube Muslimen ist und wie schwer es gerade für Muslime ist, die Dreieinigkeit Gottes zu verstehen. Doch Diskussionen um der Diskussion willen möchte Emal mittlerweile nicht mehr führen. Er hat gemerkt, dass diese die Menschen nicht weiterbringen. Vielmehr ist er überzeugt:

Wenn Leute suchen und offen sind, kommt Jesus und zeigt sich ihnen. – Emal

 

Deshalb erzählt er Muslimen, die ihm begegnen, vor allem sein Lebenszeugnis statt sich auf lange Diskussionen einzulassen. Auch mit Gebet für Heilung macht er gute Erfahrungen. Denn auch wenn viele Muslime dem christlichen Glauben kritisch gegenüberstehen, für ein Gebet sind sie oft offen und fühlen sich dadurch geliebt. Ein großes Anliegen ist Emal, dass seine ganze Familie Jesus kennenlernt, gerade auch die Verwandtschaft in Afghanistan. Dafür betet er regelmäßig.
 

Ohne Angst in die Zukunft

Nach der Bibelschule steht bei Emal jetzt die Berufswahl an. Noch weiß er nicht, in welchem Bereich er arbeiten möchte. „Mal schauen, was Gott so vorhat“, erzählt er gelassen. Wichtiger als das eigentliche Tätigkeitsfeld ist ihm sowieso, Jesus auch in seinem Beruf zu bezeugen. „Ich möchte nicht alle damit nerven, aber ich werde schon sagen, dass ich Christ bin“, erklärt er mit einem Lächeln.

Aber auch hier ist für ihn das Entscheidende, Jesus vor allem mit seinem Lebenswandel zu bezeugen. Schließlich weiß er selbst noch sehr genau, welche Vorurteile er früher gegenüber Christen hatte und wie anders er Christen heute sieht.

Eines ist aber klar: Zurück nach Afghanistan können Emal und seine Familie nicht. Dort könnte der christliche Glaube nämlich leicht den Tod für sie bedeuten. Auch in Deutschland ist es für Emal nicht ganz ungefährlich, zu Jesus zu stehen. Doch bislang hat er keine Angriffe erlebt: „Viele wussten, dass ich Christ geworden bin, aber keiner hat was gesagt. Das kann sich ändern, aber trotzdem: Ich habe keine Angst.“

Mehr über seine Lebensgeschichte erzählt Emal in unserer Fernsehsendung „ERF MenschGott“ am 23. August. Ab diesem Datum können Sie die Sendung in unserer Mediathek abrufen.


Weitere Beiträge zum Thema

 

 

 

 

 


Kommentare

Von OnlyJesussaves am .

Halleluja, Danke Jesus! Ich freue mich wirklich für ihn.


Ihr Kommentar

Die E-Mail wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.