Porträt

Hilfe, meine Frau ist Christ!

Dieter Bertram hofft, dass seine gläubige Frau wieder zur Vernunft kommt.

Dieter-Bertram und Petra-Steven zu Gast bei ERF MenschGott (Foto: ERF Medien)
Dieter-Bertram und Petra-Steven zu Gast bei ERF MenschGott (Foto: ERF Medien)

„Kann sie nicht endlich aufhören, über den Glauben zu quatschen?“, denkt sich Dieter Bertram. Er ist davon ausgegangen, dass seine Frau eine Phase durchmacht. Eine Phase, in der sie zur Kirche geht, betet, mit ihm über Gott sprechen möchte. Aber diese „Phase“ hält erstaunlicherweise schon länger an. Schon seit dem Tag, als sie ihn auf der Arbeit anrief und „Es gibt Gott wirklich und er liebt mich“ sagte. Er hat das Gespräch nicht ernst genommen. Das hätte er wohl besser tun sollen.
 

Petras Neuanfang

Petra Steven konnte endlich ihre Vergangenheit hinter sich lassen. Über Jahre hatte sie mit sich, ihren Entscheidungen und den darauffolgenden Reaktionen zu kämpfen: Ihre Affäre, das schlechte Gewissen. Die Entscheidung, ob sie bei ihrem Mann bleibt oder mit Dieter ein neues Leben anfängt. Was dann aus den Kindern würde. Dann die Scheidung und der Neuanfang mit Dieter und den Kindern. Fast alle ihrer Freunde kehrten ihr den Rücken zu. Außer Dieter ist Petra nur eine Person geblieben: Ihre Freundin Andrea. Andrea war zwar zutiefst enttäuscht über Petras Affäre und das dazugehörige Lügengebilde, aber Andrea war trotzdem für Petra da. Auch weil Andrea das Gefühl hatte, dass sie als Christin ihre Freundin nicht einfach hängen lassen darf. Obwohl sie schon mit dem Gedanken gespielt hatte.

Andrea hörte zu, als Petra erzählte, wie gut es ihr ginge. Andrea hat gemerkt, dass ihre Freundin etwas verheimlicht, hat sich aber mit dem oberflächlichen Smalltalk zufriedengegeben. Doch dann bröckelte Petras Fassade. Sie gab zu, dass es ihr nicht gut geht, wenn ihre Kinder bei ihrem Ex-Mann sind. Sie vermisse ihre Tochter und ihren Sohn furchtbar. Andrea sagte: „Wenn ich mir Sorgen mache, wende ich mich damit an Gott.“ Petra entgegnete: „Du vielleicht, aber doch nicht ich! Schau dir mein Leben doch mal an. Ich kann damit nicht zu Gott gehen!“ Andrea: „Petra, Gott vergibt dir alles.“ Petra stutzte. Andrea hatte Recht. Der Gott, der in der Bibel beschrieben wird, ist ein Gott der Vergebung! Sofort griff Petra zum Telefon, um Dieter anzurufen.
 

Dieter kann Petra nicht überzeugen

Seit diesem Gespräch mit Andrea hat sich Petra verändert. Auf der einen Seite findet Dieter das gut. Er kann sich ihrer jetzt sicher sein. Früher hatte er immer wieder Angst, Petra könne ihn betrügen. Sie sah wirklich gut aus – und wenn sie mit ihren hochhackigen Schuhen und dem Minirock an anderen Männern vorbeiging… Wer weiß, was dann passieren könne. „Aber wenn Petra der Glaube an Gott wichtig ist, dann wird sie bestimmt treu sein“, denkt sich Dieter.

Auf der anderen Seite sind da auch diese lästigen Gespräche. Immer wieder fängt Petra an, über Gott zu sprechen. Oder von der Gemeinde, in die sie neuerdings geht. Dieter liest Bücher, die Argumente gegen den christlichen Glauben liefern. Er liest sogar die Bibel, um Widersprüche zu entdecken und Petra damit zu konfrontieren. Aber nichts hilft, Petra von ihrem neuen Glauben abzubringen.
 

Der letzte Strohhalm

Als Dieter Jahre nach einem Bandscheibenvorfall immer stärker an Rückenschmerzen leidet, bietet Petra ihm an, für ihn zu beten. Sie hat in ihrer Gemeinde gehört, dass man als Christ für Heilung beten kann. Petra hat das noch nie gemacht, aber schaden kann es bestimmt nicht. Dieter reagiert jedoch abweisend. Er will ihre Gebete nicht. Petra zuckt mit den Achseln. Dann legt sie sich schlafen. Plötzlich wird sie wach. Es ist mitten in der Nacht und Dieter rüttelt an ihr. „Bitte bete für mich“, sagt er. Petra traut ihren Ohren nicht. Ihr Dieter will Gebet?

Es ist für ihn der letzte Strohhalm. Zuvor war er zu stolz,  Gebet anzunehmen. Was für eine Erniedrigung! Doch nachdem Tabletten, Spritzen und Kuren nicht gegen die Schmerzen geholfen haben, hat er keine Wahl mehr, denkt er sich. Entweder stirbt er vielleicht sogar in dieser Nacht oder er probiert es mit Gebet.
 

„Meint er es ernst?“

Petra macht die Nachttischlampe an und holt eine Broschüre mit einem aufgeschriebenen Gebet. Sie liest es vor, danach bittet sie Gott, dass er Dieter heilt. Sie meint ihr Gebet ernst, weiß aber nicht, ob Dieter es auch ernst meint. „Spielt er irgendwelche Spielchen?“, fragt sie sich. Selbst wenn – deswegen braucht sie ja nicht das Gebet verweigern. Danach macht sie das Licht aus und legt sich wieder schlafen.

Als Petra das Gebet an Jesus vorliest, rüttelt es Dieter geradezu wach. Er ist kein guter Mensch, er braucht eine zweite Chance, Vergebung. Er hat seine frühere Frau betrogen, sich anschließend scheiden lassen und ein neues Leben mit einer bereits verheirateten Frau angefangen. Aber nicht nur das: Er war nicht komplett ehrlich mit Petra, sondern immer wieder eifersüchtig und hatte eine Fassade aufgebaut.

Als Petra das Gebet an Jesus vorliest, rüttelt es Dieter geradezu wach. Er ist kein guter Mensch, er braucht eine zweite Chance, Vergebung.

 

All das hat das kleine, vorformulierte Gebet für ihn offenbar gemacht. Dieter fängt an zu weinen. Als Petra dann um seine Heilung bittet, verschwinden die Schmerzen. Auch er legt sich schlafen und ist gespannt, ob es seinem Rücken am nächsten Tag immer noch so gut gehen wird.
 

„Jesus hat mich geheilt“

Als Petra aufwacht, liegt Dieter nicht mehr im Bett. Er hatte versprochen, heute dem Nachbarn beim Pflastern zu helfen. Mit den Schmerzen, die Dieter gestern hatte, wäre dies aber nicht möglich gewesen. Ob er trotzdem zu dem Nachbarn gegangen ist? Petra schaut aus dem Fenster. Dieter und der Nachbar pflastern die Einfahrt. Sie hört, wie Dieter zu dem Nachbarn sagt: „Jesus gibt es und er hat mich geheilt!“ Und an dem Blick des Nachbarn erkennt sie, dass er momentan keine Lust auf solche Gespräche hat. 

 


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