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Feuer, Strom und Radio

Claudia Schmidt berichtet von ihrem Besuch bei Familie Pfeiffer in Swasiland.


Euer Nachbargrundstück brennt. Die Flammen sind schon ganz nah an eurem Haus!“ Als Tobias Pfeiffer diese Nachricht per Handy von einem Jungen aus der Nachbarschaft erhält, sind wir gerade beim Grillen an der TWR Sendestation in Swasiland. Schnell packen wir alles Nötige zusammen und machen uns auf den Weg nach Hause.

Hier finden Sie diesen Artikel auf der Webseite der DMG, die Tobias und Britta Pfeiffer für die Arbeit bei TWR ausgesandt hat.

Das TWR Wohngelände ist etwa 40 Minuten von der Sendestation entfernt. Es umfasst fünf Häuser, in denen neben Familie Pfeiffer noch vier andere Familien leben. Zum Glück ist an diesem Freitagabend wenig Verkehr, so dass Tobias etwas Gas geben kann. Als wir in den Feldweg einbiegen, der zum Haus führt, schlagen uns auf beiden Seiten der Straße bereits hohe Flammen und schwarze Rauchwolken entgegen. Ich schicke ein leises Stoßgebet zum Himmel: „Bitte hilf, Herr. Halte dieses Feuer in Schach!“

Tobias und seine TWR Kollegen kontrollieren das Wohngelände und stehen mit Löschwerkzeug und Wasserschläuchen bereit, um die Grundstücke und Häuser vor den Flammen zu schützen. Ich gehe mit Britta und den Kindern ins Haus. Nach etwa einer Stunde kommt Tobias zurück. Die Gefahr ist gebannt. Rund um das TWR Wohngelände brennt es zwar immer noch, aber die Flammen werden kleiner. Das Feuer zieht weiter.
 

Mit Gelassenheit und Gottvertrauen unterwegs

„Es ist normal, dass die Swasis um diese Jahreszeit ihre Felder abbrennen. Aber ein so großes Feuer hatten wir noch nicht“, erklärt mir Britta später. Die Buschfeuer, die schon den ganzen Tag in der näheren Umgebung loderten, waren bei dem starken Wind wohl außer Kontrolle geraten. Es ist mein erster Tag in Swasiland bzw. Eswatini, wie das kleine Königreich im Südosten Afrikas seit 2018 heißt. Dort besuche ich Tobias und Britta Pfeiffer mit ihren drei Kindern David (8), Lukas (6) und Samuel (3).

Erst vor wenigen Wochen hatte es an der Radiosendestation gebrannt. „Gott sei Dank haben wir das Feuer dort auch früh genug entdeckt und konnten es Dank nachbarschaftlicher Hilfe schnell löschen“, berichtet Tobias erleichtert. Wie rasend schnell sich die Flammen bei der Trockenheit ausbreiten, hatte ich am Vortag selbst miterlebt.

Als wir am nächsten Tag einen Spaziergang durch die Felder machen, sehen wir, dass die Flammen die ganze Gegend kahl gefressen haben. Nur das TWR Gelände ist verschont geblieben. Ein Wunder! Beruhigend erklärt Britta ihren Kindern: „Seht ihr, Gott hat uns bewahrt. Er passt auf uns auf.“ David, Lukas und Samuel sind erstaunlich gelassen mit der gefährlichen Situation umgegangen. Zwar haben sie – wie auch wir Erwachsenen – große Augen gemacht und Stoßgebete zum Himmel geschickt. Aber niemand ist in Panik ausgebrochen.

Eine gute Portion Gelassenheit und Gottvertrauen sind sicher angebracht, wenn man in einem Land lebt, wo nicht alles abgesichert ist und überall Gefahren lauern. So kann es sein, dass den Jungs beim Spielen im Garten schon mal eine giftige Schlange begegnet. „Bisher ist aber alles gut gegangen“, erzählt Britta erleichtert.
 

Das gemeinsame Ziel: Die Hoffnungsbotschaft von Jesus in die Welt senden

Abgesehen von den schwarz verbrannten Feldern, die erst in ein paar Monaten in der Regenzeit wieder grün werden, ist es ein sehr idyllisches Fleckchen Erde, an dem Familie Pfeiffer ihr neues Zuhause gefunden hat.

2009 wurden Tobias und Britta Pfeiffer als junges Ehepaar über die DMG nach Swasiland ausgesandt. Seit fast zehn Jahren lebt die mittlerweile fünfköpfige Familie nun schon in den Hügeln von Manzini. Und seit einigen Monaten gehören ein Hahn, zwei Hennen und ein sechs Wochen altes Küken auch noch dazu.

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Tobias arbeitet als Ingenieur an der Radiosendestation von TWR (Trans World Radio), dem internationalen Partner von ERF Medien. Über den Weg bin ich als Verantwortliche für die internationale Arbeit vor etwa drei Jahren mit Familie Pfeiffer in Kontakt gekommen. Damals unterstützte ERF Medien den Aufbau eines Mittelwellen-Senders in Swasiland.

Unsere Wege hatten sich jedoch indirekt schon früher gekreuzt, nämlich in Korntal. Dort waren wir im gleichen Hauskreis. Allerdings nicht zeitgleich, sondern nacheinander. Als ich für zwei Jahre in Korntal gearbeitet und studiert habe, waren Tobias und Britta bereits von der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal nach Swasiland ausgesandt worden.

Anfang 2016 haben wir uns dann persönlich kennengelernt und einige weitere Gemeinsamkeiten entdeckt. Neben einigen gemeinsamen Freunden teilen wir auch die gleiche Vision und haben dasselbe Ziel: Wir wollen über Medien die Hoffnungsbotschaft von Jesus in die Welt senden.
 

Radiowellen überwinden Infrastruktur-Hürden

„Willkommen in Afrika! Wir haben gerade keinen Strom“, begrüßt mich meine Gastfamilie fröhlich, als ich morgens die große Wohnküche betrete. Zum Glück sind Pfeiffers auf solche Vorfälle eingestellt. Es gibt einen Gaskocher und somit heißes Wasser für Kaffee und Tee. Der Tag ist also gerettet.

Eine permanente Stromversorgung und stabiles Internet sind in Afrika längst nicht selbstverständlich und – falls vorhanden – nur für die Reichen erschwinglich. Die meisten der fast 1,3 Milliarden Afrikaner haben kein Internet und auch die Stromversorgung ist begrenzt.

Ein Hörer aus Zimbabwe schreibt: „Wir haben etwa fünf Stunden Strom am Tag. Seit ich eure Frequenz auf Mittelwelle entdeckt habe, höre ich euren Sender, wann immer es möglich ist. Korruption und Machtgier haben unser Land zerstört. Danke für eure Arbeit! Eure Sendungen machen unsere langen, dunklen Nächte etwas heller.“

„Danke für eure Arbeit! Eure Sendungen machen unsere langen, dunklen Nächte etwas heller.“  – Hörer aus Afrika

 

An dieser Stelle kommt die wichtige Aufgabe von Tobias zum Tragen. Als einer von vier Ingenieuren und Technikern sorgt er dafür, dass die TWR-Sendeanlage in Swasiland einwandfrei läuft und somit täglich christliche Radioprogramme über die starken Kurz- und Mittelwellenfrequenzen den ganzen riesigen Kontinent erreichen.

Die anspruchsvolle Sendetechnik erfordert regelmäßige Wartungen und Updates. „Bei einem Ausfall arbeiten alle Kollegen gemeinsam auf Hochtouren, um die Anlage so schnell wie möglich wieder in Gang zu bringen“, erklärt Tobias.
 

Ein Haus voller Leben

Während Tobias wochentags an der Sendeanlage arbeitet, kümmert sich Britta um den Haushalt und die Kinder. Außerdem sind bei Pfeiffers Nachbarn, Freunde und Gäste immer herzlich willkommen.

An zwei Nachmittagen sind Lunga und Xlemusa, zwei Jungen aus der Nachbarschaft zu Besuch. „So kann ihre Mutter an diesen Tagen arbeiten gehen“, erzählt Britta. David und Lukas freuen sich darüber. Sobald die Hausaufgaben gemacht sind, können sie mit ihren Freunden draußen spielen. Zeit zum Durchschnaufen und klar Schiff machen bleibt Britta so jedoch nur vormittags, wenn die Kinder im Kindergarten und in der Schule sind.

„Wir lieben das Leben in Swasiland und sind dankbar, dass wir von diesem Ort aus an Gottes weltweitem Reich mitbauen dürfen.“ – Britta Pfeiffer aus Swasiland

 

Es geht lebendig zu bei Pfeiffers. Aber Britta bestätigt mit einem zufriedenen Lachen: „Wir lieben das Leben in Swasiland und sind dankbar, dass wir von diesem Ort aus an Gottes weltweitem Reich mitbauen dürfen“.


 

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