Lebensgeschichte

Radikal bedürftig

Wie ein erfolgreicher Rockstar endlich das fand, was er dringend brauchte.

Die Seligpreisungen aus Matthäus 5 sind einer der außergewöhnlichsten und radikalsten Texte der Bibel. Jesus stellt mit ihnen menschliche Werte und Vorstellungen komplett auf den Kopf. Zu unserem Schwerpunktthema „Radikal anders“ haben wir Geschichten von verschiedenen christlichen Musikern gesammelt, die als Beispiel dienen, das die Seligpreisungen zwar radikal anders, aber auch wahr sind.

Seligpreisung 1:

Gott segnet die, die erkennen, dass sie ihn brauchen, denn ihnen wird das Himmelreich geschenkt. “

Lebenstraum Rockstar

Es war ein Lied, dass ihn rettete. Musiker Zach Williams, ehemaliger Leadsänger der Southern Rock Band „Zach Williams and the Reformation“ hatte das Leben eines Rockstars. Für dieses Leben war er bereit, einen hohen Preis zu zahlen: Er verbrachte mehr Zeit im Tourbus als mit seiner Familie, verpasste dabei Geburtstage und wichtige Momente im Leben seiner Kinder. Alles, um seine Karriere mit allen Mitteln voranzubringen.

Mit der Zeit gab es immer mehr Spannungen zwischen ihm und seiner Frau Chrystal. Auch, weil auf den Touren nicht nur Musik eine große Rolle spielte, sondern genauso Alkohol und Drogen dazugehörten. In einem Video über sein Leben erzählt er: „Ich dachte damals, dass ich genau dort angekommen war, wo ich sein wollte. Ich hatte es geschafft, ich war ein Rockstar.“

Seelisch und körperlich am Ende

Zach Williams ist in einer christlichen Familie aufgewachsen. Seine Eltern hatten ihm gute Werte mitgegeben. Doch der Sog des Erfolgs und das Gefühl von Freiheit, dass er auf der Bühne empfand, schienen ihm wichtiger als ein braves Leben als frommer Christ.

Nach mehreren Touren durch die USA und Europa, nach unzähligen Auftritten und vielen Plattenverkäufen war Zach Williams jedoch seelisch und körperlich am Ende. „Mir ging‘s elend, alle um mich herum konnten es sehen, aber ich war so verloren.“  Vor allem seine Frau Chrystal bekam die Folgen von Zachs Lebensstil zu spüren. Sie selbst hatte lange mit einer Drogenabhängigkeit gekämpft und wollte aus der negativen Spirale aussteigen. Das Paar entfremdete sich immer mehr.

2012 saß der Musiker mit seinen Kollegen gerade im Bus und fuhr durch Spanien, auf dem Weg zum nächsten Konzert ihrer Europatour. In dem Moment begann ein Lied der Band „Big Daddy Weave" im Radio zu spielen. Es war der Song „Redeemed“. Dort heißt es
 

Es scheint, als könnte ich nur den Kampf sehen,

von den Geistern meiner Vergangenheit verfolgt.

An die Fesseln meines Versagens gebunden,

Fragte mich, wie lange das noch dauern würde.

Dann hast du diesen Gefangenen angeschaut und gesagt

„Sohn, hör auf einen Kampf zu kämpfen, der schon gewonnen ist.“

 

Ich bin gerettet. Du hast mich frei gemacht.

Ich werde diese schweren Ketten abschütteln

Und jeden Fleck wegwischen, ich bin nicht mehr wer ich war!

Ich bin gerettet.

Songwriter: Benji Cowart / Michael Weaver / Michael David Weaver
Songtext von Redeemed © Warner/Chappell Music, Inc

Ein Neuanfang für die Ehe in letzter Minute

In einem Radiointerview mit einem amerikanischen Sender erinnert sich Zach Williams an den Moment: „Ich dachte da zum ersten Mal, dass Gott mich ganz anders sieht als ich mich selbst. Da war dieser kleine Hoffnungsschimmer, dass ich mein Leben doch ändern könnte.”

Er rief seine Frau Chrystal an und erzählte ihr, dass er die Tour abbrechen und sofort nach Hause kommen würde. Es war Zeit für einen Neuanfang – und das, wie Williams später herausfand, in letzter Minute. Chrystal hatte am Abend zuvor seinen Eltern gegenüber erklärt, dass sie Zach endgültig verlassen wollte. Nach seiner Rückkehr begannen sie, regelmäßig eine christliche Kirchengemeinde zu besuchen und an ihrer Beziehung zu arbeiten.

Für Zach Williams bedeutete dieser Neuanfang auch, seine Rockband zu verlassen, vor allem um nicht mehr mit Drogen in Kontakt zu kommen und mehr Zeit für seine Familie zu haben. Ein schwerer Schritt, schließlich hatte er mit seinen Kollegen über sechs Jahre in diese Karriere investiert.

Eine zweite Musikkarriere

Für sechs Monate hörte Zach Williams komplett auf, Musik zu machen. Christliche Musik schien dem eingefleischten Southern-Rock-Sänger zu „uncool“. Außerdem hatte sein Talent ihm fast die Ehe gekostet. „Ich hatte das Gefühl, dass ich bis dahin meine Gaben, die Gott mir gegeben hatte, aus der falschen Motivation heraus benutzt hatte“, erinnert er sich. Doch plötzlich kamen ihm wieder Melodien und Texte, und er begann, sie aufzuschreiben. Als er nach einigen Jahren in seiner Kirchengemeinde in einem Gottesdienst Musik machte, wurde er von einem Produzenten entdeckt, der ihn fragte, ob er sich eine Rückkehr als Profimusiker vorstellen könnte. 

Zach Williams ließ sich darauf ein, doch seine Motivation ist heute eine andere: „Gott hat mir etwas gegeben, damit ich es für ihn einsetze. Meine Motivation ist, dass ich vielleicht irgendwann ein Lied schreibe, dass jemanden anspricht, der in der gleichen Situation war wie ich damals. “

2016 veröffentlichte er seine erste Single, „Chain breaker“. Und landete gleich ein Hit. Der Song wurde Nummer 1 in den amerikanischen Christlichen Bllboard Charts. Ein Lied, über seine eigene Geschichte:
 

Wenn du auf der selben, alten Straße Meile um Meile weitergehst

Und auf die gleichen, alten Stimmen hörst, die dir die gleichen, alten Lügen erzählen.

Und du versuchst, die selben, alten Löcher in dir zu füllen

Es  gibt es ein besseres Leben!

 

Wenn du Schmerzen hast,

Er ist ein Schmerz-wegnehmer!

Wenn du verloren bist,

Ist er ein Weg-bereiter!

Wenn du Freiheit oder Rettung brauchst,

dann ist er ein Retter, der Gefängnisse zerbricht.

Wenn du Fesseln hast,

Dann ist er ein Ketten-Brecher!

Songwriter: Jonathan Smith/Mia Fieldes/Zach Williams © Provident Label Group

 

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