Gedenktag

„I have a dream“

Diese Worte haben den US-Amerikanischen Pastor Martin Luther King berühmt gemacht. Zum 50. Todestag von Martin Luther King.

 

„I Have a Dream“, „ich habe einen Traum“ – Diese Worte haben den US-Amerikanischen Pastor Martin Luther King berühmt gemacht: „Ich habe einen Traum, dass die Menschen in diesem Land eines Tages aufbrechen und das, was ihr christlicher Glaube bedeutet, auch ausleben. Ich träume davon, dass sich eines Tages Menschen aller Rassen die Hand geben werden am Tisch der Brüderlichkeit.

Für diesen Traum hat Martin Luther King seit Mitte der 1950er Jahre mit friedlichen Mitteln gekämpft. Die Diskriminierung der schwarzen US-Bürger war für ihn unerträglich und mit dem christlichen Glauben unvereinbar, auf den sich ja viele weiße Amerikaner beriefen.

Der Busboykott von Montgomery

Das Engagement von Martin Luther King geht zurück auf einen Vorfall am 1. Dezember 1955. In Montgomery im Bundesstaat Alabama steigt die schwarze Näherin Rosa Parks nach der Arbeit erschöpft in einen Autobus. Wie gewohnt geht sie an den ersten Sitzreihen vorbei, die nur für Weiße vorgesehen sind, und setzt sich in die erste Reihe dahinter. Doch bald steigen mehr Weiße in den Bus, als Plätze für sie vorhanden sind. Der Busfahrer fordert vier Schwarze auf, den Weißen Platz zu machen. Drei erheben sich ohne Murren, nur Rosa Parks bleibt sitzen. Der Omnibus-Fahrer ruft die Polizei und Rosa Parks wird wegen „Gefährdung der öffentlichen Ordnung“ verhaftet. „Segregation“, zu Deutsch: Rassentrennung war in den südlichen Bundesstaaten der USA Gesetz. Das hieß zum Beispiel: getrennte Dienststellen in öffentlichen Gebäuden oder getrennte Schulklassen und Universitäten.

Martin Luther King war Baptisten-Pastor in Montgomery und rief die rund 50.000 schwarzen Bewohner der Stadt auf, keine Busse mehr zu benutzen. Dieser Boykott dauerte sage und schreibe ein Jahr. Das Ergebnis: Die Rassentrennungspolitik geriet ins Wanken. Acht Jahre später wurde die Rassentrennung per Bundesgesetz abgeschafft. Zwar nur auf dem Papier, aber immerhin.

Anschläge, Prügel und Mordversuche

Nach dem Busboykott ließ sich Martin Luther King nicht mehr mundtot machen. In den folgenden Jahren wurde er insgesamt zwanzigmal inhaftiert und mehrmals brutal zusammengeschlagen. Er überlebte drei Bombenattentate, einmal stach ihm jemand einen Brieföffner zwischen die Rippen.

Am 3. April 1968 hält er eine Rede in Memphis/Tennessee. Er ist zuversichtlich, dass sein Traum von einem brüderlichen Umgang von Weißen und Schwarzen eines Tages in Erfüllung gehen wird, und sagt: „Es beunruhigt mich jetzt nicht mehr, was geschehen wird. Ich habe das verheißene Land gesehen, und auch wenn ich nicht mit euch dorthin gelange, ihr werdet dort ankommen, denn meine Augen haben die Herrlichkeit des kommenden Herrn gesehen.“

Die Ermordung im April 1968

So sprach Martin Luther King am 3. April 1968. Einen Tag später stirbt er im Alter von 39 Jahren auf dem Balkon seines Hotelzimmers, getroffen von einer Gewehrkugel. Als Täter wird ein entflohener Häftling vor Gericht gestellt, der zunächst ein Geständnis ablegt, aber dann seine Unschuld beteuert. Seitdem gibt es Gerüchte über eine Verschwörung, in die die US-Amerikanische Regierung verstrickt gewesen sein soll.

Nicht als Theologe, wohl aber als Christ, der an die umwälzende Kraft des Evangeliums glaubte, ist Martin Luther King in die Geschichte eingegangen.

 

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