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Zusammen mit Me, Myself and I

4 Ideen, wie du Alleinsein gestalten kannst.


Die Rechnung ist ganz einfach: Mein Weg zur Arbeit dauert morgens 45 Minuten; die Fahrt nach Hause etwa eine viertel Stunde länger. Zwei Stunden pro Tag, zehn Stunden die Woche, die ich im Zug, Bus und auf dem Fahrrad sitze. Zeit, die ich jetzt – dank etwas unfreiwillig gewählten Homeoffices – anders nutzen kann. Nur… wie? Vor allem, wenn soziale Kontakte weitestgehend vermieden werden sollen?

Die Lösung, die Google mir vorschlägt: Me-Time. Zeit für mich. Das ist anscheinend etwas typisch weibliches, denn alle darauf folgenden Blogeinträge kamen von Frauen. Aber was genau steckt hinter diesem Begriff? Und ist es wirklich nur Frauensache?
 

Me-Time ist mehr, als bei Kerzenschein baden und anschließend die Fußnägel lackieren.

Aber das Badewannen-Beispiel zeigt, worum es geht. Das Wort Me-Time beschreibt einen Zeitraum, der mir allein zur Verfügung steht, in dem ich tun kann, was mir gut tut. Indem ich emotional, mental und/oder physisch entspannen kann. Mich reinige, pflege – und mich kampfbereit mache.

Me-Time klingt im ersten Moment unglaublich egoistisch, ist es aber nicht. Sie hilft mir vielmehr im Alltag andere Menschen zu sehen. Denn ich muss mich nicht mehr um mich selbst drehen – schließlich habe ich mir ja schon im Vorfeld Zeit für mich genommen.

 

Nicht jeder Mensch hat eine gleichgroße Sehnsucht nach Me-Time.

Die introvertierten Einzelgänger werden sich ganz intuitiv mehr Zeit dafür nehmen. Anders die abenteuerlustigen Kommunikationshelden, die überwiegend in Gemeinschaft auftanken. Aber selbst die brauchen auch mal Zeit für sich. Beides ist okay. Die Kunst liegt darin, Herz und Körper so gut zu kennen, dass ich merke: Jetzt brauche ich Zeit nur für mich, damit ich mich wieder in meiner Haut wohlfühle, mein Kopf frei wird, die Seele auftanken kann.

Ich persönlich merke das meistens, wenn ich abends nicht sofort einschlafen kann, sondern meine Gedanken mich noch eine ganze Weile wach halten. Oder wenn ich mehrere Tage hintereinander unproduktiv bei der Arbeit bin, weil in meinem Kopf noch so viele private Dinge kreisen. Oft sind das Gedanken, die mich belasten, aber manchmal auch eine tiefe Freude, die vereinnahmt und ablenkt.

 

Hier sind vier Möglichkeiten eine Me-Time zu gestalten, die sich für mich bewährt haben:
 

  1. Werde körperlich aktiv – oder bewusst inaktiv.

Mit einer Tasse Tee oder in der schon erwähnten Badewanne mit warmen Wasser. Eine Massage täte es auch, aber weil wir uns in Corona-Zeiten befinden, verzichte ich an dieser Stelle auf diesen Tipp. Allgemein geht es darum, die Muskeln zu entspannen und mal wieder bewusst, die Umgebung wahrzunehmen. Das Teearoma, die Wassertemperatur.

Tatsächlich funktioniert aber auch das genaue Gegenteil: Bewegung entspannt ebenfalls. Dazu zählt alles zwischen einem gemütlichen Spaziergang um den See, bis hin zum HIIT-Powerworkout – in den eigenen vier Wänden, versteht sich.
 

  1. Triff dich auf ein Kölsch, so ganz für dich allein

Ich gestehe, diese Formulierung stammt nicht von mir, sondern aus einem Song (wer’s genau wissen mag: Dialog von den Wise Guys). Ich könnte es aber nicht besser ausdrücken: Nimm dir Zeit, offen und ehrlich mit dir selbst zu reden. Benenne die schlechten Umstände im Leben und feiere die schönen. Ich mache das am liebsten, indem ich mir meine Gedanken von der Seele schreibe, aber wenn die Zeit knapp ist, tut’s auch eine Sprachnotiz oder ein kurzes Video. So werden die guten und die herausfordernden Momente festgehalten und keiner der beiden bleibt unbemerkt. Gerade in schwierigen Lebensabschnitten hilft es dabei, dass die Tage nicht miteinander verschwimmen, sondern zählbar bleiben.
 

  1. Mach etwas Praktisches

Backe Brot, schaue einen Film oder baue einen Gartenstuhl. Hauptsache es macht Spaß und steht nicht auf der To-Do-Liste. Dafür aber im Kalender. Plane dir bewusst Zeiten für Me-Time ein und mach dir die Vorfreude darauf zum Vorteil. Die besten Ideen für eine solche Me-Time kommen mir meistens in besonders arbeitsintensiven Zeiten. Deswegen sammle ich sie auf einer Notizseite in meinem Terminkalender und habe jetzt Anlass, sie mal wieder aufzuschlagen und mich inspirieren zu lassen.
 

  1. Nimm dir Zeit für dich und Gott

Gerade gibt’s vor allem online viele Möglichkeiten, die dir helfen können, deine Zeit mit Gott zu gestalten: online-Predigten, Wohnzimmerkonzerte von christlichen Künstlern oder Workshops zu Bibelbüchern oder Lebensthemen. Das ist die Gelegenheit, mal etwas Neues auszuprobieren! Wenn du sowieso schon viel Zeit vorm Bildschirm verbringst, dann lass dir per Post ein Buch liefern, das deinen Glauben ermutigt und herausfordert. Und rede mit Gott als Freund, den wir nicht auf 1,5m Sicherheitsabstand halten müssen.

 



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