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Gepäck tragen ist nicht sexy

Was macht Ihnen das Leben schwer? 3 Tipps Lasten loszuwerden.

„Sag mal, passt da jetzt auch noch das Essen rein?“, fragt mich mein Mann während ich meine Klamotten in den Rucksack stopfe. Natürlich ist mir bewusst, dass er damit nicht die Größe des Rucksacks in Frage stellt, sondern meine Art zu packen: Einfach alles rein damit! Ich werfe meinem Mann einen genervten Blick zu: „Ich heule wenigstens nicht rum, weil mir irgendetwas im Urlaub fehlt. Ich habe nämlich alles dabei!“

Was hält Sie davon ab, vor Freude in die Luft zu springen?

Doch im Urlaub angekommen, kommt mir meine Strategie gar nicht mehr so praktisch vor. Bereits nach dem ersten kleinen Berganstieg, tun mir meine Schultern weh. Brauche ich wirklich zwei Paar Ersatzschuhe und drei Paar Wechseljeans? Mit jedem weiteren Schritt verfluche ich alles, was mir schwer auf dem Rücken liegt. Mittlerweile läuft mein Mann einige Meter vor mir und entkommt damit meiner schlechten Stimmung. Dieser Urlaub ist ein richtiger Reinfall, denke ich mir. Wer ist auch so blöd und geht im Hochsommer wandern? Es ist viel zu heiß! Und außerdem ist der Wanderweg miserabel ausgeschildert. Ich verliere mich in negativen Gedanken und vergesse dabei den eigentlichen Grund dafür aus dem Blick: Mein schweres Gepäck.

Kennen Sie das? Irgendetwas drückt Ihre Stimmung sozusagen in den Keller und Sie wissen nicht genau, was es ist? Etwas bremst Sie, sodass Sie sich alles andere als frei fühlen?

Freiheit bedeutet, kein Gewicht auf den Schultern zu spüren

Jeder hat sein persönliches Gepäck. Oft sind es schmerzhafte Erfahrungen, Geheimnisse oder Gefühle wie Einsamkeit und Angst. Manches davon ist sogar schon wie ein Teil von uns geworden: Die Angst vor dem Versagen oder die Unsicherheiten in Beziehungen. Manches wiederum bemerken wir erst, wenn man unverhofft einer bestimmten Person gegenüber steht oder ein Brief im Briefkasten liegt. Dann schleicht sich ein ungutes Gefühl ein, das zur großen Belastung wird.

Echte Freiheit sieht ganz anders aus: Freiheit bedeutet, ohne Gepäck loszumarschieren, kein Lasten auf den Schultern zu spüren, sondern auch mal vor Freude in die Luft springen zu können. Kurz gesagt: Den nächsten Berg, die nächste Herausforderung, ohne Altlasten zu erklimmen. Wie Sie Ihre Lasten loswerden können, erfahren Sie in den folgenden Tipps:

1. Erkennen und benennen, was Sie im Leben ausbremst

Für mich war es ein unglaublich bedeutender Moment zu wissen, was mich immer wieder ausbremst im Leben. Zu wissen, was alles in meinem Rucksack steckt und was mir den nächsten Schritt so schwer macht, war für mich ein wichtiger Schritt in Richtung Freiheit. Es braucht Zeit, Ruhe und die Kraft, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Schnappen Sie sich am besten Stift und Zettel und bitten Sie Gott, Ihre Gedanken zu sortieren: Er kennt Sie am besten und kann Gedanken in die entscheidende Richtung lenken. Folgende Fragen können dabei helfen:

1. Was ist die Herausforderung vor der Sie momentan fliehen? Vielleicht ist es das Gespräch mit dem Finanzberater, eine große Feier unter vielen unbekannten Menschen oder der Beginn in einem neuen Job: Was ist Ihr persönlicher Berg?

2. Was hindert Sie daran, den Berg voller Selbstvertrauen zu besteigen? Was fühlen Sie, wenn Sie an den Berg denken? Welcher Gedanke wirft Sie bei jedem Schritt nach vorne wieder mindestens zwei zurück?

Oft ist es mit einem Satz nicht getan. Es hilft, zuerst Schlagwörter aufzuschreiben und diese dann in einem zweiten Schritt zu sortieren. Seien Sie kreativ! Die Erkenntnis dessen, was Ihr Berg und vor allem Ihr Gepäck ist, ist ein Liebesbeweis von Jesus: Er wendet sich Ihnen damit zu, Sie sind ihm nicht egal.

2. Vertrauen Sie sich jemand an, der Ihnen beim Tragen hilft

Gepäck zu haben ist nicht sexy. Für mich ist es einfacher, meine Schwächen und Probleme vor anderen zu verstecken, als darüber zu sprechen. In der Vergangenheit habe ich jedoch erlebt, wie wertvoll es ist, sich jemandem anzuvertrauen. Denn egal, ob ich das Gepäck den Berg hinauf schiebe, ziehe oder trage: Es wird niemals so leicht sein, wie wenn mir jemand beim Tragen hilft.

Kennen Sie die Geschichte vom Gelähmten, der von seinen Freunden auf einer Trage zu Jesus gebracht wird? In Lukas 5, 17-26 wird beschrieben, wie sie das halbe Dach abdecken, um ihn so an Seilen ins Hausinnere herabzulassen. Wie hat sich wohl der Gelähmte gefühlt? Wahrscheinlich haben ihn alle fassungslos angeschaut. Vielleicht war es ihm peinlich und er hat seine Freunde angefleht, es sein zu lassen. Ich an seiner Stelle wäre sehr sauer darüber, so abhängig von der Hilfe anderer zu sein. Doch genau das ist es, was uns weiterbringt: Wenn wir uns der Hilfe anderer ausliefern. In der Geschichte ist es genau diese Hilfe, die dem Gelähmten Heilung bringt.

Lassen Sie sich bei Ihrem Bergaufstieg helfen? Oder tragen Sie immer nur die Lasten anderer? Wenn es Ihnen schwer fällt, nach Hilfe zu fragen könnte Ihnen das Mentoring Prinzip weiterhelfen.

3. Erinnern Sie sich daran, wer Jesus ist und erwarten Sie Veränderung

Die Freunde brachten den Gelähmten zu Jesus, weil sie eine Veränderung von ihm erwarteten. Wenn Sie sich bereits Jesus anvertraut haben, könnte genau das der nächste Schritt sein: Bitten Sie ihn um Veränderung und erwarten Sie Großes! Erinnern Sie sich daran, was Gott bereits in Ihrem Leben getan hat. Wenn Sie Jesus noch nicht kennen, möchte ich Sie ermutigen, im eine Chance zu geben: Dieser Online-Workshop hilft Ihnen dabei.

Gott ist nicht jemand, der oben von der Berghütte aus auf Sie herabschaut und dabei die letzte Portion Kaiserschmarrn verputzt. Gott ist jemand, der mit Ihnen den Berg besteigt – Seite an Seite – und Ihnen Mut zuspricht und Hoffnung gibt. Das ist es, was mir die Kraft für den nächsten Schritt gibt. Manchmal ist es das Gepäck, das leichter wird oder ganz verschwindet und manchmal ist es die Einstellung zum Gepäck, die sich ändert. Diese Hoffnung ist für mich besser als jedes kalte Bier, das am Ende der Wanderung auf mich wartet.


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Kommentare

Von Sigrid K. am .

Vielen Dank , für den Artikel ! Wer ehrlich ist, gibt bestimmt zu, mit zuviel Gepäck unterwegs zu sein! Auch ich, aber der Impuls von Ihnen ist mir sehr gut angekommen zu rechter Zeit ! Danke!

Von hedy am .

Danke fuer den Artikel.
Ich finde keine Worte um auszudruecken, was ich nun empfinde.
Mein "Gepaeck "ist zur Zeit auch sehr gross. Meine ich jedenfalls....
Aber wenn ich dann wieder andere Leute sehe, bzw., hoere...dann ist alles HALB SO SCHLIMM.
Ich muss nur lernen, die Hilfe anzunehmen.
Von Freunden und vor allem, Hilfe bei Jesus und seinem VATER, zu holen.
Ihr Artikel hat mir in vielerlei die Augen geoeffnet.
DANKE DAFUER....

Von Bettina D. am .

Trifft zu wie die Faust aufs Auge ... der Text war Balsam für meine geschundene Seele. Ich versuche nämlich gerade, alles unnötige und vor allem verletzende Gepäck loszuwerden um wieder frei zu sein und voranzugehn.
Danke!

Von ERF am .

Zum Nacharbeiten

Von Karin H. am .

Hätte den Artikel vermutlich nicht gelesen ohne "sexy", guter Artikel , guter Aufhänger

Von G.W am .

sehr empfehlenswert, notwendiger Hinweis
Übeschrift hätte ohne "sexy" auch Aussagekraft haben können.


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