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Hilfe, ich bin Single?

Warum Singlesein kein Makel ist: 3 Tipps von Buchautorin Rebekka Gohla.

Für viele Singles ist das Solo-Leben eigentlich eine positive Sache. Man ist flexibel und muss sich nach niemandem richten. Nicht jeder wünscht sich einen Partner, Gründe kann es dafür viele geben. Oder der richtige Partner ist eben noch nicht aufgetaucht, kein Grund, Panik zu schieben.

Rebekka Gohla (Foto: privat)
Rebekka Gohla (Foto: privat)

Allerdings erleben viele allein stehende Christen, dass sie innerhalb ihres Kirchenumfelds unter Druck geraten, wenn es auf das Thema Partnerschaft kommt. Viele ihrer Freunde heiraten jung und so älter sie werden, bekommt der Single immer öfter zu hören, dass er oder sie einfach nicht glücklich sein kann. So erging es auch Rebekka Gohla, die eines Tages von einer älteren Dame in ihrer Gemeinde gefragt wurde, ob sie sehr unglücklich ohne Partner wäre und ihr gleich noch Gebet für einen Ehemann anbot. Solche und viele andere Erlebnisse als Single hält sie in ihrem Buch „Beziehungsstatus: Ich mag Kekse. Keine Anleitung zum Singlesein“ fest.

Autorin Rebkka Gohla: „Man kann auch solo glücklich sein!“ – 3 Tipps für Singles

Ein Handbuch fürs Singlesein oder gar zur Partnersuche ist dieses Buch tatsächlich nicht. Vielmehr erzählt Rebekka Gohla ehrlich aus ihrem Leben als Single, über Frust aber auch Freuden ihres Alltags. Zwischen den humorvollen Geschichten eines Singles lassen sich dennoch wertvolle Tipps aus ihrem Buch mitnehmen. Hier die drei wichtigsten Impulse, die die Autorin für sich erkannt hat.

1. Alleine und trotzdem das Leben genießen

Viele Singles trauen sich laut Gohla nicht, manche Pläne und Wünsche umzusetzen, beispielsweise ins Kino gehen oder in Urlaub zu fahren. Gerade im Kino sind die meisten scheinbar nur in Gruppen oder als Paaren unterwegs. In einer solchen Situation alleine zu sein, kann sich unnatürlich anfühlen oder man spürt, wie Rebekka Gohla es nennt, die Angst als Einzelperson schneller aufzufallen. Wenn dann keine Freunde oder ein Familienmitglied Zeit hat mitzukommen, geben manche Singles ihre Pläne lieber auf, als allein unterwegs zu sein. Doch laut der Autorin sollte Angst kein Grund sein, auf die Dinge, die wir gerne machen, zu verzichten! Es mag vielleicht Überwindung kosten, aber tut am Ende doch gut. Einen guten Film kann man auch allein genießen, und neue, interessante Orte lassen sich ganz anders erkunden, wenn man auf sich gestellt ist. Sie sind sich das wert!

Genauso ist das übrigens mit dem alleine essen. Nur für sich zu kochen scheint vielen nicht der Mühe wert. Und sich dann auch noch alleine an den Tisch zu setzen, ohne einen Gesprächspartner, wird schnell langweilig. Oft dient der Fernseher als Ersatz-Gesellschaft. Das ist sicherlich nichts grundsätzlich Falsches oder Schlechtes. Aber laut Rebekka Gohla ist es wichtig, neben unserem aktiven Tun auch bewusst Ruhezeiten einzuplanen. Zeiten, in denen wir unseren Gedanken Freiraum geben. Das muss nicht heißen, dass Sie dafür nur still sitzen und nichts tun müssen. Diese Ruhezeiten können Sie bei kreativen Tätigkeiten wie Fotografie erleben, bei einem Spaziergang, beim Sport treiben, kochen oder am Auto tüfteln. Bewusste Zeiten die wir uns nehmen, um zu reflektieren, innehalten, vielleicht sogar mal beten. Und das kann eben auch ein schönes Essen, allein, ohne Ablenkung, sein.

2. Leben Sie im hier und jetzt

Es wäre einfach im Frust zu versinken, zu verzweifeln und einfach darauf zu hoffen, bis der oder die Richtige kommt und einen aus der Einsamkeit rettet. Aber wer weiß, wie lange der Wunschpartner auf sich warten lässt? Deswegen ist Rebekka Gohlas Tipp: Verbringen Sie nicht Ihre Zeit mit Warten, sondern träumen Sie und leben Sie diese Träume. Das Leben hat viel mehr zu bieten als Partnerschaft: Abenteuer, die gelebt und erlebt werden wollen; Menschen, denen wir begegnen können und vielleicht ist Mr. bzw. Mrs. Right  eines Tages dabei.

Das Leben wird reicher, wenn wir in der Gegenwart leben. Dafür müssen wir die Vergangenheit loslassen und ebenso die Zukunft, die wir nicht in der Hand haben. Natürlich bedeutet das nicht, kopflos und ohne Vernunft drauf los zu leben, aber eben den Moment zu genießen. Der Schlüssel dafür ist: Dankbar zu sein für das, wir haben und wer wir sind — auch wenn nicht alles perfekt ist.

3. Lebenspartner garantiert nicht Glück

Bei all dem darf nicht nicht vergessen werden, dass sich nicht nur Singles einsam fühlen können. Menschen können selbst in einer Gruppe von Menschen einsam sein. So ist es also auch möglich, sich in einer festen Beziehung einsam zu fühlen. Denn Einsamkeit hat nichts damit zu tun, ob man alleine ist und niemanden physisch bei sich hat, sondern ob man Menschen hat, mit denen man sein Leben teilen und sich mitteilen kann.

In ihrem Buch betont Rebekka Gohla, dass Beziehung mit Geben und Nehmen zu tun hat. Es geht nicht darum, dass nur meine Sehnsüchte nach Gemeinschaft  erfüllt werden. Das persönliche Glück kann nicht von einer einzelnen Person abhängen und das kann eine einzelne Person auch nicht erfüllen. Nur Gott kann uns eine solche Liebe geben.

Genauso sagt unser Beziehungsstatus nicht aus, wer wir sind. Darin liegt nicht unsere Identität. Es sind andere Dinge unserer Persönlichkeit, die uns ausmachen. Dazu gehört zum Beispiel die banale Frage, ob wir Kekse mögen, aber auch unsere Talente, Schwächen und Vorlieben.  Und eine unerschütterliche Identität können wir in Gott finden, der uns so sehr liebt, dass er sogar seinen einzigen Sohn Jesus für uns sterben lässt. Er hat jeden von uns einzigartig, wunderbar und wertvoll geschaffen. Wir dürfen seine geliebten Kinder sein und das wird sich auch niemals ändern.

Fazit: Solo glücklich sein

Wir sollten also Leben genießen, es in vollen Zügen ausschöpfen und nicht die Möglichkeiten dazu verpassen, indem wir auf den Partner oder die Partnerin fürs Leben warten. Aber wir können auch Gott von unseren Wünschen erzählen und dann dürfen wir ihm vertrauen, denn er hat gute Pläne für uns. Gott hat eine Bestimmung für jeden einzelnen von uns, die uns Sinn und letztendlich auch Freude am Leben geben wird.

Genießen Sie also Ihr Leben, gönnen Sie sich etwas und lassen Sie sich nicht über ihren Beziehungsstatus definieren. Und wenn Sie das nächste mal jemand nach Ihrem Beziehungsstatus fragt, liefert Rebekka Gohla uns eine passende Antwort: „Beziehungsstatus? Ich geh mit meiner Laterne…“


Radiobeitrag mit der Buchautorin Rebekka Gohla


 

 


Kommentare

Von Bettina am .

@Alexander: Der Mensch ist auch nicht alleine, wenn er in einer Gruppe ist oder mit Freunden und Familie. Wir müssen erkennen, dass unser Glück von uns selbst abhängt und nicht von einem einzigen Menschen. Wenn du glücklich mit dir bist, kannst du erst glücklich mit einem Partner sein. Wir suchen leider zu oft das Glück im Aussen als es bei uns zu finden.
Einen Partner im Internet zu suchen ist ja nichts verkehrtes. Ich kenne einige, die sich so gefunden haben.
Vielleicht hilft dir auch zu mehr

Von Gast am .

Ich richte meinen Blick lieber auf die Ewigkeit, und ich bin froh in der Heutigen Zeit Single sein zu dürfen :)

Von Alexander am .

Für viele Singles ist das Solo-Leben aber eine belastende, negative Sache. Sagt die Bibel nicht "Es ist NICHT gut, dass der Mensch alleine ist!" (1. Mose 2,18) und "Genießen das Leben mit der Frau die du liebst" (Prediger 9,9).
Selbst im Talmud steht "Wer keine Frau hat, lebt ohne Freude, ohne Glück, ohne Seligkeit." (Jebamot 62b).
Ich für meinen Fall finde es das Single-Leben als Belastung. Ich bin jetzt schon so weit, dass ich mich auf einer Internet-Partnerbörse angemeldet habe ;-(


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