Service-Artikel

Plötzlich ausgebremst

Was tun, wenn das Leben einem einen Strich durch die Rechnung macht?

Es gibt Momente da scheint das Leben perfekt: Tolle Beziehungen, interessanter Alltag und super Zukunftsaussichten. Doch nichts in dieser Welt gibt uns die Sicherheit, dass es auch so bleibt. Man kann solche Momente weder festhalten noch einfrieren. Auf jedes Hoch folgt ein Tief, heißt es. Und so ist es auch. Manchmal ändert sich unser bisheriges Leben von einer auf die andere Sekunde: Beziehungen zerbrechen, Besitz geht verloren oder eine Krankheit wird diagnostiziert. Im großen oder kleinen Stil hat jeder einen solchen Schicksalsschlag schon erlebt.

Wie man mit den Tiefschlägen des Lebens umgehen kann

Das schlimmste daran ist, dass man sich davor nicht schützen kann. Keine Versicherung dieser Welt kann uns vor einer Krebsdiagnose oder dem Tod eines geliebten Menschen bewahren. Deshalb ist die Frage nicht, wie man solche Tiefschläge des Lebens verhindern kann, sondern wie man damit umgeht, wenn sie einen erwischt haben.

Samuel Koch weiß sehr gut, was es heißt, plötzlich ausgebremst zu werden. Seit seinem Unfall bei der TV-Sendung „Wetten, dass..?“ ist der Leistungssportler Tetraplegiker, also vom Hals an gelähmt. Seit dem ist er nicht mehr Salto schlagend, sondern rollend, im Leben unterwegs. Dennoch arbeitet Samuel Koch heute als Theater- und Filmschauspieler. Ein Mann, der trotz seines Unfalls seinen entdeckerischen und abenteuerlustigen Lebensstil fortführt. Wie genau schafft dieser Mann das? Wie lebt er es trotz seiner Einschränkungen so lebensbejahend weiter? Im Interview mit Sigrid Offermann in der Sendung „Rolle vorwärts“ bei ERF Plus hat er Antworten auf diese Fragen gegeben. Diese drei Koch-Einstellungen könnten ihr Leben verändern:

1. Das Leistungsumkehrprinzip

Wie schnell definiert man seinen Selbstwert über Leistungen: Sportliche Erfolge, gute Noten oder ein lustiger Freund zu sein. Meistens merkt man erst, wie sehr man sich abhängig von solchen Leistungen macht, wenn man sie nicht mehr erbringen kann. Verstehen Sie mich nicht falsch: Das sind alles wunderbare Eigenschaften und Dinge, die uns Gott schenkt. Aber sie sind vergänglich. Und das ist der Unterschied zu dem Wert, den Gott unszuspricht. Denn der Glaube an Jesus Christus gibt uns einen Wert, der ewig besteht: Nämlich ein geliebtes Kind Gottes zu sein.

Samuel Koch dreht deshalb das Leistungsprinzip um. Für ihn gilt nicht: Ich leiste etwas, deshalb bin ich jemand. Für ihn zählt, dass er jemand ist und deshalb etwas kann. In seinem Buch „Rolle vorwärts“ schreibt Koch: „Ich bin schon wer, ich habe einen Wert und kann damit etwas tun. Das verändert die Perspektive aufs Leben. Und das hat der Glaube bei mir verändert.“ Glauben Sie daran, dass Sie unabhängig davon, was sie tun, einen Wert haben?

2. Dankbar für das, was mir bleibt

Manche Tiefschläge hinterlassen jedoch nicht nur Wunden in Bezug auf die eigenen Leistungen, sondern bestimmenden den ganzen Alltag neu: Plötzlich muss man ein Zwangsruhe einlegen oder sich mit viel zu wenig Geld durchschlagen. Wie geht man damit um, wenn Tiefschläge den bisherigen Lebensrhythmus durcheinander bringen?

Samuel Koch hat solch einen gravierenden Einschnitte in seinen Alltag erlebt. Von einem Tag auf den

Samuel Koch
Samuel Koch  © Felix Pöhland

anderen konnte er nicht mehr allein essen, ins Bett gehen oder duschen. Im Interview mit ERF Medien verrät er, dass es sehr lange gedauert hat, diese Hilfsbedürftigkeit zu akzeptieren. Was ihm geholfen hat, nicht im Selbstmitleid zu versinken? Er sieht das Positive hinter seinen Einschränkungen, erklärt er bei ERF Plus: „Ehrlich gesagt versüßen ich und meine Frau uns dadurch das Leben. Zum Beispiel wenn wir auf der Autofahrt nach München beide auf der Rückbank nebeneinander sitzen können, weil der Helfer sowieso da ist und mich fahren würde. Oder wenn meine Assistenzen mir das Frühstück machen, schmieren sie einfach ein Brot mehr und wir bekommen von lieben Menschen das Frühstück ans Bett.“

Samuel Koch inspiriert dazu, hinter dem Negativen das Positive zu suchen. Das ist eine Entscheidung, die man ständig neu treffen muss. Und man muss sich ehrlich fragen: Ärgere ich mich über das, was ich nicht mehr habe oder entwickle ich eine Dankbarkeit für das, was mir bleibt? Wie geht es Ihnen damit – haben Sie schon Positives hinter den ungewollten Änderungen in Ihrem Leben entdeckt?

3. Hoffen auf ein Leben ohne Tiefpunkte

Wenn jedoch keine Änderung in Sicht ist, ist irgendwann auch die Kraft für Dankbarkeit ausgeschöpft. Was hilft, wenn wirklich kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist, wenn man gar nichts Positives mehr finden kann? In Selbstmitleid versinken und zum Stillstand kommen ist für Samuel Koch auch im tiefsten Tal keine Lösung. Das erklärt er in dieser Gott sei Dank Sendung. Auf die Frage, ob er noch an das Wunder glaubt, komplett gesund zu werden, antwortet er: „Ja, bestimmt. Die Frage ist nur wann. Der Herr hat eine andere Zeitrechnung und eine andere Art von Geduld.“

Hoffen ist erlaubt und wichtig. Aber Hoffen heißt nicht, verkrampft auf ein Wunder per Knopfdruck zu warten. Hoffen heißt: Besserung wird es geben, spätestens in der Ewigkeit. Hoffen heißt Vertrauen. Wer auf diese Art hoffen kann, bekommt neue Kraft und verhindert, dass das Leben zum Stillstand erstarrt. Denn das Hoffen auf ein ewiges Leben ohne Leid und Tiefschläge, bedeutet nicht, das Leben im Hier und Jetzt innerlich abzuhaken: „Deshalb werde ich weiter wach, neugierig und abenteuerlustig vorwärtsrollen und versuchen, mit so vielen Menschen, wie möglich schon jetzt und hier ein Stückchen Himmel auf Erden zu feiern.“, meint Samuel Koch. Lassen Sie sich darauf ein, auf das Leben in der Ewigkeit zu hoffen und trotzdem im Hier zu leben?

Tiefschläge und Rückschläge kommen und gehen. Dummerweise gehen Sie nicht immer und meistens hinterlassen sie für immer Spuren. Stecken Sie gerade in einem Tal? Dann lade ich Sie dazu ein, sich die jeweiligen Fragen mal zu Herzen zu nehmen. Das ist schwer. Man scheitert ständig wieder daran. Aber besser immer ein Stückchen zurück fallen, als unten im Tal liegen bleiben – oder?

 

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Kommentare

Von Klaus am .

Zunächst einmal ist es sehr beeindruckend von Samuel Koch nach solch einem schweren Schicksal solch Mut machende und hilfreiche Worte zu hören. Ich denke er hat dafür lange Zeit benötigt und in der Psychologie gibt es ja auch die verschiedenen Phasen, die man nach einer schweren Krise meist durchlebt. Dies ist sicher individuell verschieden. Was ich aber damit deutlich machen will, ist dass diese hilfreichen und aufbauenden Einstellungen durchlebt werden müssen. Es wird sicher keinem gelingen mehr


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