Service-Artikel

Ist alles gut, was hilft?

Auf dem Gesundheitsmarkt gibt es ein großes Angebot an alternativen Heilmethoden. Doch sind alle unbedenklich?

Pflanzliche Medikamente, Bachblüten, Kinesiologie, Reiki oder Homöopathie − der Gesundheitsmarkt ist voll von alternativen Heilverfahren. Viele davon sind eine gute Ergänzung zur Schulmedizin. Doch hinter manchen Angeboten steckt ein esoterisches Weltbild, bei dem Heilung durch spirituelle Mächte wie Engel oder Geister versprochen wird. Gott sagt in der Bibel, dass es nicht gut ist, wenn ein Mensch sich auf solche Mächte einlässt. Zum Beispiel empfiehlt der Prophet Jesaja: „Die Leute werden euch auffordern: ‚Befragt doch die Geister der Verstorbenen, die Wahrsagegeister, die euch flüsternd und murmelnd Auskunft geben! Ein Volk kann sich doch Rat holen bei seinen Göttern, die Lebenden können sich doch von den Toten helfen lassen!‘ Haltet euch an die Weisungen des Herrn und an meine Warnungen! Das ist die einzig gültige Antwort. Gegen Gottes Ankündigungen richten Beschwörungen nichts aus!“ (Jesaja 8,19-20)

Allerdings ist oft nicht auf den ersten Blick erkennbar, was hinter so mancher Heilmethode steckt. Deswegen haben wir drei Tipps zusammengestellt, worauf Sie besonders achten können, ob ein Heilangebot esoterisch sein könnte.

Alternative Heilmethoden werden oft von Heilpraktikern angeboten. Wer in Deutschland diesen Beruf ausüben möchte, muss vorher eine staatliche Prüfung ablegen. Erst dann ist es erlaubt, Menschen medizinisch zu behandeln und zu beraten. Um Heilpraktiker zu werden muss man allerdings keine besondere Ausbildung machen – bei der Prüfung werden nur medizinische Grundkenntnisse abgefragt, nicht aber bestimmte Heilverfahren. Die Qualität der Behandlung kann also stark von Fall zu Fall variieren, je nachdem, wie viel ein Heilpraktiker sich fortgebildet hat. Deswegen darf er zwar durchaus Diagnosen erstellen, aber nicht alles ist ihm erlaubt: Zum Beispiel darf er keine verschreibungspflichtige Medikamente verordnen oder meldepflichtige Krankheiten behandeln.

Trotzdem kann eine alternative Therapie gute Ergebnisse erzielen. Im Gegensatz zu vielen Kassenärzten haben Heilpraktiker in der Regel mehr Zeit, um mit Patienten zu reden und Ursachenforschung zu betreiben. Wo der Arzt schnell zur Tablette greift, kann der Heilpraktiker oft eine nicht-medikamentöse Behandlung anbieten, zum Beispiel bei chronischen Schmerzen. Viele Patienten machen gute Erfahrungen mit Osteopathie oder Entspannungsmassagen.

Doch nicht alle Krankheiten sind durch alternative Behandlungsmethoden heilbar. Seriöse Heilpraktiker wissen um die Grenzen ihrer Medizin und werden einem Patienten nicht das Blaue vom Himmel versprechen. Besonders wenn Heilung für lebensbedrohliche Krankheiten wie Krebs oder Depressionen versprochen werden, sollte man das Angebot mit großer Vorsicht genießen. Auch wenn eine besonders schnelle Besserung zugesagt wird („Mit nur einer Anwendung…“) darf man kritisch sein. Ernstzunehmende Heilpraktiker verteufeln nicht die Schulmedizin, sondern sehen ihre Tätigkeit als Ergänzung. Wenn ein Therapeut andere Heilverfahren schlecht machen will oder seine Methode als das einzig Wahre verkauft, sollten die Alarmglocken läuten.

Neben den Heilpraktikern gibt es aber auch noch weitere alternative Angebote. Im Prinzip darf jeder, der dies möchte, sich in Deutschland „Therapeut“ nennen – es ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Entsprechend tummeln sich auf dem Gesundheitsmarkt alle möglichen selbsternannten Heiler: vom Yoga- bis hin zum Aromatherapeut ist alles dabei. Hinter dem Titel „Diplom-Therapeut“ kann also eine seriöse Ausbildung stecken – aber auch ein Wochendendkurs, bei dem am Ende ein Diplom überreicht wurde.

Bevor man also eine Therapie beginnt, sollte man sich fragen, wer einem gegenüber sitzt: ist es ein medizinisch erfahrener Profi? Oder hat man es mit einem mehr oder minder weitergebildeten Laien zu tun?

Als nächstes gilt es herauszufinden, ob Ihr Gegenüber esoterische Praktiken zur Heilung verwendet.

Was ist es, was heilt? Natürliche, biologische oder medizinische Verfahren – oder eine spirituelle Kraft?

Auf den ersten Blick lässt sich nicht unbedingt erkennen, was hinter einer Methode steckt. Ein Beispiel: Viele Pflanzen enthalten Wirkstoffe, die Krankheiten im Körper bekämpfen – genauso effizient wie chemische Wirkstoffe aus dem Labor. Deswegen empfehlen Heilpraktiker oft Medikamente auf Pflanzenbasis oder Heiltees als Alternative zu teuren Pillen.

Wer also die Bach-Blütentherapie angeboten bekommt, könnte meinen, dass es sich um unbedenkliche Mittel auf pflanzlicher Basis handelt. Doch bei den „Bach-Blüten“ handelt es sich um eine esoterische Methode, die vom dem Arzt Edward Bach begründet wurde. Nach seiner Ansicht entstehen Krankheiten durch ein seelisches Ungleichgewicht. Es ist also die Seele, die angeblich eine Erkrankung auslöst und nicht etwa ein Virus. Deswegen ist das Ziel einer „Bach-Blüten-Therapie“ nicht das Bekämpfen eines körperlichen Leidens, sondern die Wiederherstellung des seelischen Gleichgewichts. Dies soll durch bestimmte Pflanzen, denen Bach eine heilende Energie zugeschrieben hat, erfolgen. Diese sind keine anerkannten Heilpflanzen und haben keine wissenschaftlich belegte Wirkung.

Ein weiteres Beispiel: Bei einer psychischen Erkrankung wie Depressionen gibt es viele verschiedene Therapiemöglichkeiten. Manche arbeiten mit kreativen Elementen oder ermutigen den Erkrankten, sich bewusst in seine Vergangenheit zurückzuversetzen, zum Beispiel durch eine „Innere Reise“. Die Vorstellungskraft des Patienten werden angeregt, so dass ihm verdrängte, traumatische Erfahrungen bewusst werden.

Esoterische Heilpraktiker bieten oftmals „Seelenreisen“ an. Dahinter steckt aber kein psychologisches Therapieverfahren, sondern ein spirituelles Weltbild, das auf der Lehre der Reinkarnation basiert. Dabei soll der Hilfesuchende mit Hilfe eines Mediums oder Priesters aus seinem Körper heraustreten und in ein früheres Leben zurückkehren. Der Gedanke dahinter ist, dass Erlebnisse aus diesem früheren Leben Einfluss auf das jetzige haben und durch so eine „Seelenreise“ verarbeitet werden können. Hier handelt es sich um ein esoterisches Angebot.

Man merkt: es lohnt sich, bei alternativen Methoden genauer hinzuschauen, worauf sie basiert. Gibt es zum Beispiel medizinische oder wissenschaftliche Erkenntnisse dazu? Kann der Therapeut erklären, wie ein Wirkstoff funktioniert? Am besten sprechen Sie beim Erstgespräch das Thema direkt an. Wenn der Therapeut folgende Begriffe nutzt, sollten Sie das Angebot mit größter Vorsicht genießen:

  • Seelenreise
  • Chakren
  • Energie / Energiefelder
  • Aura
  • früheres Leben
  • Channeling
  • Licht / Lichtengel
  • gute oder schlechte Energien
  • Medium
  • Kosmos / kosmische Kräfte

Allerdings gibt es durchaus wissenschaftlich bewiesene Heilmethoden, die trotzdem esoterisch genutzt werden. Ein Beispiel ist die Akupunktur. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Akupunktur schmerzlindernd wirkt. Doch manche Therapeuten nutzen diese Methode auf einem esoterischen  Weltbild heraus. Bei der Behandlung geht es nicht um natürliche Körperprozesse, sondern um die Bewegung der sogenannten Lebensenergie, die aus dem Gleichgewicht geraten sei und durch die Akupunktur beeinflusst werden könne.

Es gilt also bei jedem Angebot ganz genau zu überprüfen, aus welcher Weltanschauung heraus der Therapeut handelt. Es gibt hilfreiche Webseiten, die Hintergründe zu bestimmten Heilverfahren erklären, zum Beispiel die Seite „Naturheilverfahren biblisch hinterfragt“.

Ein Merkmal vieler esoterischer Praktiken ist, dass Elemente verschiedener Religionen miteinander verbunden werden. Die schon genannte Reinkarnation kommt zum Beispiel im Hinduismus vor. Auch viele christliche Elemente werden in das esoterische Weltbild verquickt. So spielen Engel eine große Rolle. Laut vielen Esoterikern kann man sie rufen und mit ihrer Hilfe bestimmte Ziele erreichen. Auch Jesus kommt in esoterischen Büchern vor und zwar als erleuchteter Guru neben anderen Meistern wie Buddha oder Krischna.

Um Heilung zu erzielen, werden diese Meister von esoterischen Heilern angerufen oder geistliche Instanzen beschworen, die durch ihre spirituelle Kraft die Krankheit bekämpfen sollen. Auch das Thema Energie kann eine große Rolle spielen: Zum Beispiel indem der Therapeut versucht, verschiedene spirituelle Energiequellen anzuzapfen, um eine körperliche Genesung zu erreichen. Da gibt es sogar eine sogenannte „Christusenergie“, eine heilende Kraft, die von dem „erleuchteten“ Jesus ausgehen soll.

Die Bibel ist die wichtigste Quelle, um zu erfahren, wer Jesus ist. Darin wird er aber nicht als Guru beschrieben, sondern als Gott selbst! Er ist kein erleuchteter Meister, der durch Energien mit mir in Verbindung tritt, sondern eine reale Person, mit der ich über das Gebet Kontakt aufnehmen kann. Und er will jedem Menschen noch viel mehr geben als gute Energien; er will uns einen Lebenssinn geben. Das hat er selbst versprochen: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht mehr in der Finsternis umherirren, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Johannes 8,12)

Die Bibel ist die wichtigste Quelle, um zu erfahren, wer Jesus ist. Darin wird er aber nicht als Guru beschrieben, sondern als Gott selbst!

Engel kommen in der Bibel auch vor, doch nicht als selbständig handelnde Lichtwesen, die von Menschen gerufen oder manipuliert werden können. Sie sind Geschöpfe und Diener Gottes (vgl. 1.Petrus 3). Wenn sie handeln, dann nur in Seinem Auftrag. Warum also einen Engel beschwören, wenn man gleich direkt Kontakt mit Gott aufnehmen kann durch ein einfaches Gebet? „Umwege“ über Engel, Geister oder ein Medium sind bei Jesus gar nicht nötig.

Heißt also: Wo Christus draufsteht, ist nicht unbedingt Christus drin. Wenn bei einer Therapie von Engeln, Gott oder Jesus gesprochen wird, bleiben Sie skeptisch. Wenn Sie sich unsicher sind, können Sie auch das Gespräch mit einem Pastor oder Pfarrer suchen und fragen, was in der Bibel zu Jesus, Engeln oder Geistern steht.

Nicht alle alternativen Heilverfahren sind aus christlicher Sicht empfehlenswert. Obwohl bei manchen sogar biblische Begriffe genutzt werden, könnte es sich trotzdem um ein esoterisches Verfahren handeln - es gilt, genau hinzuhören und zu prüfen. Hier noch ein paar hilfreiche Sendungen zum Thema.

 

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Dieser Service-Artikel wurde zum ersten Mal 2017 veröffentlicht.


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Kommentare

Von Kritische Nachfrage am .

@ Otie
Dann spricht ja auch nichts dagegen, Heroin zu nehmen. Oder Opium. Auch alles aus der Schöpfung zu gewinnen.

Von Otie am .

Ich bin der Meinung, dass Gott alles gut geschaffen hat und wir aus seiner Schöpfung schöpfen dürfen. Warum nicht Blüten oder die Esszenzen aus diesen. Ob nun wissenschaftlich fundiert oder nicht. Ich kann nichts "Böses" dahinter vermuten - nur das Gute das unser Herr und Schöpfer uns daraus schenkt und niemand anderes!

Von Lothar J. am .

Liebe Frau Rinsland, Jesus ist so viel größer als unser Denken und unsere Möglichkeiten. Wollen sie die "Wissenschaft" über Jesus stellen und (nur) das Glauben, was sie gerade aktuell versteht. Dann haben sie dauernd Stress und müssen ständig ihr Denken ändern.
Wichtig ist doch, alles aus Jesu Hand zu nehmen, ihn an die erste Stelle zu stellen und ihm dankbar zu zu trauen, dass er (mit den Mitteln seiner Wahl) Heilung bringt.
1. Tim. 4 ist in meiner Lutherbibel überschrieben "Falsche mehr

Von Gerd R. am .

Und WANN kommt hier mal jemand auf die "Idee" bei Jakobus im Kp.5 nachzulesen, was es auf dem "alternativen Heilmarkt" als Angebot noch gibt?-- "Ist jemand krank unter euch,...." (bitte selber weiterlesen Jakobus Brief Kp.5,13-16) !!
UND (!) WO gibt es Gläubige, denen diese Zeichen folgen: Markus Ev. Kp.16 18 : "inmeinem Namen werden sie Schwachen die Hände AUFLEGEN, und es wird besser mit ihnen werden! (?)
Nach meiner Beobachtung dominiert auf dieser Strecke die Angst, es könnte einer mehr


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