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Schwierige Entscheidungen treffen

Tipps, wie Sie Entscheidungen später nicht bereuen.

Stehen Sie auch manchmal wie ein Esel vor dem Berg — völlig ratlos, was Sie wählen sollen? Dabei wissen Sie, dass Sie sich konkret entscheiden müssen, sonst verhungern Sie oder kommen unter die Räder. Aber Sie wollen auch keine Fehler machen und die Entscheidung später bereuen müssen.

Manchmal ist die Lage komplex und es reicht nicht, einfach ein paar Punkte auf einer Linie abzuarbeiten. Vielleicht bringt Sie die Vorstellung von einem dreidimensionalen Gegenstand weiter. Bleiben wir beim Bild mit dem Esel vor dem Berg. Um genau diesen Berg in seiner Länge, Breite und Höhe zu verstehen, müssen Sie ihn in drei Richtungen erfassen, wie mit einem 3D-Scanner.

Wenn Sie den Berg klarer erkennen können, finden Sie leichter den passenden Weg, der Sie darum herum, darüber oder quer durch den Berg führt. Und manchmal ist es eine Kombination von Möglichkeiten, wie in den echten Bergen, wo eine Straße um eine Seite des Berges, ein anderes Stück darüber und ein Teilstück als Tunnel durch den Berg gelegt werden muss.

Die folgenden Punkte können Ihnen helfen, in drei Richtungen beziehungsweise Dimensionen Ihren persönlichen „Berg“ zu erfassen. Vielleicht empfinden Sie eine andere Zusammenstellung der Punkte als logischer, dann sortieren Sie sie nach Belieben. Wichtiger sind die drei Durchgänge, die drei Perspektiven, um eine wichtige Entscheidung dreidimensional anzugehen. Und denken Sie daran: Scannen Sie nur den einen „Berg“ direkt vor Ihnen und nicht gleich ein ganzes Gebirge. Das heißt nicht, dass Sie zusammenhängende „Berge“ (Entscheidungen) ausblenden sollen. Auch das wird Ihnen die Entscheidungsfindung erleichtern.

X-Achse: Fakten

Als erstes ist es notwendig, sich den Fakten zu widmen, die es vor einer Entscheidung zu beachten gilt. Nur dann kann man sich sicher sein, dass man keinen wichtigen Aspekt auslässt. Zur Faktenbestimmung können vier Unterbereiche nützlich sein, die ich im Folgenden erläutern möchte:

X1 – Standortbestimmung:
Wo stehen Sie? Was ist Ihre Ausgansposition? Ist es eine stabile Basis für diese oder jene Möglichkeit? Was sind Ihre Kräfte, Stärken und Mittel? Wo erleben Sie Begrenzungen, die Sie in Bezug auf eine Entscheidung mitberücksichtigen sollten?

X2 – Werte-Ermittlung:
Was ist Ihr wichtigster Wert im Leben? Welche Wahl ist Ihnen wirklich wichtig?
Persönliche Wertvorstellungen sind nicht wie Zahlen, die messbar größer, kleiner oder gleich sind. Ihre eigenen Werte sind nicht unbedingt wissenschaftlich erforschbar, aber sie sind trotzdem entscheidend für Ihre Wahl. Sie sollen sagen können, dass Sie die Entscheidung mit gutem Gewissen getroffen haben.

X3 – Perspektivwechsel:
Auf welche Möglichkeit haben Sie sich bisher hauptsächlich konzentriert? Wenn Sie die Position und Blickrichtung wechseln, taucht vielleicht eine Option auf, die Sie noch nicht erkannt haben. Probieren Sie es ganz real, dass Sie nicht nur auf dem Stuhl sitzen bleiben, sondern mit „dem Berg“ vor Ihren inneren Augen auf die Terrasse oder einen Aussichtspunkt, in den Keller oder in einen Garten gehen.

X4 – Wenn es kein Optimum gibt:
Es gibt Situationen, in denen das Abwägen von Pro und Contra nicht weiterhilft. Es kann aber einfach beruhigend wirken, wenn Sie Fakten gesammelt haben. Wenn beide Möglichkeiten gleich viele Vorteile bieten, stehen Sie dazu, dass die optimale Trefferquote bei 50 Prozent liegt. Sie machen dann kaum etwas falsch, wenn Sie sich spontan entscheiden.

Y-Achse: Gefühl und Verstand

Nicht nur Fakten müssen bei einer Entscheidung berücksichtigt werden, sondern auch die eigenen Gefühle und Empfindungen. Eine gute Entscheidung ist nur dann eine gute Entscheidung, wenn Sie sich auch emotional darauf einlassen können. Daher gilt es, nach dem Abwägen der zur Verfügung stehenden Fakten auch Ihre eigenen Gefühle zu befragen.

Y1 – Innere Blockaden:
Manchmal gibt es innere Blockaden, die uns von Entscheidungen zurückhalten. Vielleicht ist das auch bei Ihnen so. Daher überlegen Sie:

  • Was hält mich noch zurück?
  • Welche Ängste und Abneigungen habe ich?
  • Welche inneren Widerstände spüre ich, die mich vor einer Entscheidung zurückschrecken lassen?

Wenn Sie erkannt haben, dass Sie in Ihrer Entscheidung blockiert werden, können Sie mehr und mehr verstehen, wieso Sie das sind. Fragen Sie nach den Ursachen Ihrer inneren Blockade. Machen Sie sich bewusst, welche schmerzhafte Erfahrung, Verletzung oder Demütigung Sie schon einmal in einer ähnlichen Situation erfahren haben.
Oder aber Sie werden von Anderen blockiert, eventuell auch von Stimmen aus der Vergangenheit, die Ihnen sagen, dass Sie es sowieso nicht schaffen werden?
Vielleicht blockieren Sie sich aber auch aus einer eher unbewussten Absicht, weil sie etwas verhindern wollen. Je mehr Sie Ihre Blockaden verstehen, desto eher können Sie sie aus dem Weg räumen.

Y2 – Gewissen und Pflichtgefühl:
Wenn Sie denken, dass Sie eine bestimmte Wahl treffen sollten, prüfen Sie, ob Sie das aus freiem Willen und aus Überzeugung tun. Oder: Wählen sie diesen Weg nur aus Pflichtbewusstsein oder einem schlechten Gewissen? Wenn dem so ist, sollten Sie darüber nachdenken, was Sie anders machen würden, wenn Sie frei entscheiden könnten. Wieviel Pflichtbewusstsein ist in Ihrer Situation hilfreich und wo erweist es sich für Ihre Entscheidung eher als unangebracht und hinderlich?

Y3 – Gefühl und Verstand
Was sagt Ihnen Ihr Bauch? In welche Richtung zieht es Sie, ohne dass Sie dafür eine „vernünftige“ Erklärung haben?
Wenn Sie nur auf Ihren Verstand hören und sich ein Bauchgrummeln in Ihnen breitmacht, ist das auch nicht gesund oder befriedigend. Wenn Sie nur auf Ihr Bauchgefühl achten, können Sie durch eine unbewusste Angst oder andere Gefühle irregeleitet werden.
Bei welcher Entscheidungsmöglichkeit spielen Verstand und Gefühl harmonisch zusammen? Wo beginnt es gut zu „klingen“, auch wenn es vielleicht nicht „einstimmig“ ist? Hören Sie in sich hinein, welche Entscheidungsmöglichkeit Sie sowohl in Bezug auf die Faktenlage als auch in Bezug auf Ihr Bauchgefühl favorisieren. Wo kommen Sie innerlich in Bewegung und einer passenden Entscheidung näher?

Z-Achse: Ziele und Aktion

Um eine gute Entscheidung zu treffen, sollte man nicht nur Fakten und die eigenen Gefühle befragen, sondern auch einen Blick in die Zukunft werfen. Das ist so direkt natürlich nicht möglich. Aber wer Entscheidungen trifft ohne seine Ziele oder seine Zukunft mit in die Gleichung mitaufzunehmen, wird diese im Nachhinein eher bereuen. Daher sollten Sie auch nicht allein in der Gegenwart stehen bleiben, sondern die Bedeutung Ihrer Entscheidung für die Zukunft miteinberechnen.
Außerdem gehört zu jeder Entscheidung, dass sie umgesetzt werden muss. Was also sollten Sie für die Zukunft bedenken, welchen Schritt sollten Sie jetzt nehmen, um einer Entscheidung näher zu kommen?

Z1 – Persönliche Ziele:
Externe, messbare Gründe helfen nicht unbedingt, damit Sie die beste Entscheidung treffen können. SIe müssen sich über Ihre inneren Beweggründe, was Ihnen persönlich bei der Entscheidung wichtig und was ein wertvolles Ziel für Sie darstellt, klar werden.

Z2 – Zukunftsszenario:
Versetzten Sie sich drei Jahre in die Zukunft. Was hat sich verändert, wenn Option A oder B ein Teil Ihrer Geschichte geworden ist? So können Sie „das Rad nochmals zurückdrehen“ und sich anders entscheiden — oder Sie werden in Ihrer favorisierten Entscheidung bestätigt.

Z3 – Entscheidungen nicht hinauszögern:
Mit den vielen Informationsquellen und Netzwerken steigt die Gefahr sich erst auf den letzten Drücker zu entscheiden nach dem Motto „Es könnte ja noch etwas Besseres kommen!“ Oft bestimmt uns die Angst, dass eine verbindliche Zusage die Tür für das Beste verschließt. Das kann schon mal , aber häufiger verpassen Sie den Zugang und verderben Beziehungen mit dieser Verzögerungstaktik.

Z4 – Weiterentwicklung garantiert:
Wenn Sie sich für etwas entschieden haben, wird sich die Sache verändern und weiterentwickeln. Es ist wie bei einem Schiff im Hafen. Liegend kann es nicht gesteuert werden, es muss in Fahrt sein, um gezielt vorwärts zu kommen. Und es sind laufend Kursänderung erforderlich. Das heißt, auch wenn Sie sich entschieden haben, können Sie noch Kursänderungen vornehmen. Also werden weitere Entscheidungen folgen und möglich sein.

Fazit

Nicht entscheiden ist keine Option: Denn wenn Sie sich nicht entscheiden, werden bestimmt andere für Sie entscheiden. Sie werden dann gelebt und fremdbestimmt.
Fahren Sie deshalb mit Ihrem Lebensschiff nach bestem Wissen, Gewissen und Bauchgefühl los, und lassen Sie dann Gott bewusst ins Ruder greifen. Sie werden staunen, zu welchen Schatzinseln er Sie führen kann.

 

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Kommentare

Von Stephi am .

Liebe Stephi,
habe gerade an dich gedacht und wünsch dir viel Mut und Kraft für die nächsten Schritte. Vielleoch hilft der Artikel dir klar und ruhig zu werden und zu vrrtrauen und hören was Gott in dein Innerstes gelegt hat...ich bete für dich.
Deine Ursu


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