Gewissensfrage

Bürozeit verquatschen

Wie viele Privatgespräche während der Arbeitszeit sind ok? – Eine Gewissensfrage

Wahrscheinlich kennen Sie Sätze wie „Hast du schon gehört?”, „Letztens ist mir was passiert…“, oder „Und, was hast du so am Wochenende gemacht?“.  All diese kleinen Gespräche auf dem Flur, Anekdoten in der Pause oder der Austausch im Büro sind Privatgespräche – und das während der Arbeitszeit. Wie viel Zeit darf ich während der Arbeit verquatschen? Das ERF Pop Team hat sich diese Gewissensfrage gestellt.


Umfrage auf ERF Pop: Wie viele Minuten der Arbeitszeit dürfen für Privatgespräche draufgehen? (01:24)

15 Minuten pro Tag sind in Ordnung

Geht man von einem Acht-Stunden Tag und einem Job aus, bei dem man Kollegen hat, passiert es schnell mal, dass man zwischen dienstlichen Absprachen, Meetings oder Anweisungen ein Privatgespräch einschiebt. Das ist erstmal nicht weiter schlimm. Denn man arbeitet mit anderen Menschen zusammen. Mit jemandem, mit dem man täglich zu tun hat, teilt man auch ein Stück Leben. Und das besteht eben nicht nur aus Arbeit. Eine kurze Umfrage zeigt, dass viele Leute das genauso sehen.

Kritisch wird es erst, wenn man viel Arbeitszeit damit vertut, sich mit Kollegen über private Themen auszutauschen. Doch wie viel ist zu viel? Das muss jeder nach eigenem Ermessen berechnen. Hilfreich kann dabei zum Beispiel eine Orientierung am Betriebsklima sein. Wenn alle streng vor sich hin arbeiten, sollte man seine Kollegen nicht 20 Minuten von ihrer Arbeit abhalten, um sein Wochenende zu analysieren. Eine knappe Schilderung tut es auch. Wenn sich dagegen alle regelmäßig zu einer kurzen Kaffeepause treffen, um den Kopf frei zu kriegen, kann man sich dazu gesellen.

Ein Blick in die Bibel

Als Christ kann man außerdem schauen, was die Bibel dazu sagt. Die ist z.B. sehr klar, wenn es darum geht, Obrigkeiten anzuerkennen. In Römer 12,1-3 (NGÜ) steht: „Jeder soll sich der Regierung des Staates, in dem er lebt, unterordnen. Denn alle staatliche Autorität kommt von Gott, und jede Regierung ist von Gott eingesetzt. Dem Staat den Gehorsam zu verweigern heißt also, sich der von Gott eingesetzten Ordnung zu widersetzen. Wer darum ´dem Staat` den Gehorsam verweigert, wird zu Recht bestraft werden.“

In dieser Frage ist die „staatliche Instanz“ – also meine Obrigkeit – der Vorgesetzte. Mit ihm regelt man die Stellenbeschreibung und legt den Vertrag fest, der auch die Arbeitszeit regelt. An die sollte man sich halten. Wer mehr Zeit damit vertut, mit Kollegen im Flur zu plauschen als produktiv zu sein, hat den Vertrag beziehungsweise die Stellenbeschreibung missachtet und sich damit auch seinem Chef widersetzt.

Solange man eine gute Leistung erbringt und die verquatsche Zeit ausgleichen kann, muss man sich keine großen Sorgen machen. Wenn aber das schlechte Gewissen anklopft, sollte man das nächste Privatgespräch doch lieber auf den Feierabend verschieben.


 


Neugierig auf weitere Beiträge von ERF Pop? Hier geht's zum Livestream.

 

 

ERF Pop-Volontärin Anna Maria Spieß erzählt, wie viel Zeit für Privatgespräche sie für angemessen hält

ERF Pop-Moderatorin Miri Langenbach erzählt, wie viel Zeit für Privatgespräche für sie in Ordnung sind


Kommentare

Von Jaques L. am .

Mit einer DDR-nahen Staatsquote und einem nie dagewesenen aufgeblasenen Beamtenapparat ist die Gleichung Arbeitgeber = Staat durchaus berechtigt.


Ihr Kommentar

Die E-Mail wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.